Baindt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Baindt
Baindt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Baindt hervorgehoben
Koordinaten: 47° 50′ N, 9° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Gemeindeverwal­tungsverband: Mittleres Schussental
Höhe: 483 m ü. NHN
Fläche: 23,06 km2
Einwohner: 5088 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 221 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88255
Vorwahl: 07502
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marsweilerstraße 4
88255 Baindt
Webpräsenz: www.baindt.de
Bürgermeister: Elmar Buemann
Lage der Gemeinde Baindt im Landkreis Ravensburg
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Baindt ist eine oberschwäbische Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg in Deutschland.

Der Name leitet sich von biunta, ahd. „um was sich der Zaun herum windet“ (= geschlossenes Ackerland oder Garten) her.

Die Gemeinde, die zum Gemeindeverwaltungsverband Mittleres Schussental gehört und sich auf 23,07 km² Fläche erstreckt, hat rund 5.000 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baindt ist Teil des Siedlungsgebiets „Mittleres Schussental“, das sich von Eschach, ein südlicher Stadtteil Ravensburgs, über die beiden Städte Ravensburg und Weingarten bis nach Baienfurt und Baindt im Norden erstreckt. Sie befindet sich wenige Kilometer westlich des Altdorfer Walds an einem kleinen nordöstlichen Zufluss der Schussen, die ein nördlicher Bodensee- bzw. Rhein-Zufluss ist.

Schutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet Baindts sind zwei Naturschutzgebiete ausgewiesen: der Annaberg, an der Grenze nach Baienfurt, und der Schenkenwald im Schussental, an der Grenze nach Fronreute. (Stand: 1. Mai 2010)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Kloster Baindt

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Baindt im Jahr 1240 im Zusammenhang mit der Stiftung des örtlichen Zisterzienserinnen-Klosters durch Konrad von Winterstetten. Das Kloster wurde 1802 aufgelöst und das Gebiet kam 1806 zum württembergischen Oberamt Ravensburg, dem Vorläufer des heutigen gleichnamigen Landkreises. Im Jahr 1826 wurde Baindt eine eigene Gemeinde, die heutigen Grenzen stammen aus dem Jahr 1848.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1848: 0512 Einwohner
  • 1871: 0643 Einwohner
  • 1910: 0987 Einwohner
  • 1939: 1079 Einwohner
  • 1950: 1281 Einwohner
  • 1970: 2562 Einwohner
  • 1991: 4511 Einwohner
  • 1995: 4551 Einwohner
  • 2005: 4701 Einwohner
  • 2010: 4884 Einwohner
  • 2015: 5088 Einwohner

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Baindt gibt es mit der St.-Johannes-Baptist-Kirche ein römisch-katholisches Gotteshaus. Für die geistliche Versorgung des evangelischen Bevölkerungsteils ist die Kirchengemeinde Baienfurt-Baindt zuständig.

Eberhard Emminger: Ansicht vom Schussenthal im 19. Jahrhundert (Blick über Baindt nach Weingarten und Ravensburg)
Klosteranlage (1908)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus Bürgermeister Buemann als Vorsitzenden sowie 14 Gemeinderäten. Die Wahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis[2]:

  1. FWV: 62,8 % – 9 Sitze (±0)
  2. CDU: 37,2 % – 5 Sitze (±0)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2010 wurde Elmar Buemann für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baindt ist durch die Bundesstraße 30 direkt an den überregionalen Straßenverkehr angebunden.

Zudem ist die Gemeinde durch einige Buslinien unter anderem mit Baienfurt, Weingarten und Ravensburg verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Pfarrkirche St. Johannes Baptist
„Baindter Pestkreuz“, um 1350, in der katholischen Pfarrkirche

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baindt liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Johannes Baptist (erbaut 1240–1241), ehemalige Abtei- und Klosterkirche der Zisterzienserinnen von Baindt Patrozinium Mariä Himmelfahrt (15. August). 1560 gotisches Netzgewölbe. 1675, 1724–1729, 1742 und 1764 Barockisierung der Abteikirche und des Klosters (1729 Bau des Gästehauses, 1764–1766 Hochaltar - Barock-Rokoko). 1817 wurde die ehemalige Abteikirche der Zisterzienserinnen zur Pfarrkirche von Baindt Patrozinium St. Johannes Baptist - Hl. Johannes der Täufer (24. Juni).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Narrenfigur „Waldschrat“ der Narrenzunft Raspler
  • Der Musikverein Baindt veranstaltet das jährliche Dorffest immer um die Sommersonnwende. Es wird von Samstag bis Montag auf dem Schulhof unter den Arkaden gefeiert.
  • Der Reitverein Baindt richtet jedes Jahr im August sein Reitturnier mit Dressur- und Springprüfungen aus.
  • Ein weiterer Höhepunkt ist das alljährliche Weinfest, das Ende Juli bzw. Anfang August stattfindet.
  • Die Narrenzunft Raspler pflegt die schwäbisch-alemannische Fasnet. Der Narrenruf der Raspler heißt: „Raspler – Ratsch Ratsch“. Alle zwei Jahre findet ein Narrensprung statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Seifriz (1849–1912), Gutsbesitzer und Politiker
  • Sirg Schützbach (* 1980), Motorradrennfahrer (Speedway): Europameister, Deutscher Meister, Grand-Prix-Sieger

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edgar Schaz, Waltraud Weidisch (Hrsg. und Red.): Baindt in Bildern vergangener Tage. Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-903-4
  • Benedikt Schützbach: Chronik und Heimatbuch der Gemeinde Baindt. Hortus floridus. Sauter, Kißlegg 1981

Weitere Literatur siehe Artikel Kloster Baindt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baindt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. http://www.baindt.de/wahlen/Gemeinderatswahlen%202014/vorl%E4ufige_Sitzverteilung%20GR%202014.jpg
  3. https://www.staatsanzeiger.de/staatsanzeiger/wahlen/buergermeisterwahlen/baindt/