Kerkau

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Kerkau
Koordinaten: 52° 46′ 59″ N, 11° 25′ 48″ O
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 11,09 km²
Einwohner: 145 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39619
Vorwahl: 039034
Kerkau (Sachsen-Anhalt)
Kerkau
Kerkau
Lage von Kerkau in Sachsen-Anhalt

Kerkau ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Kerkau liegt 20 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Salzwedel. Im Westen fließt der Markgraben Kerkau, im Osten der Kerkauer Graben, beide münden in den Augraben. Im Nordosten liegt das Waldgebiet Ruhm-Heide. Südwestlich des Dorfes steht der etwa 46 Meter hohe Mühlenberg.

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Kerkau gehören die Ortsteile Kerkau und Lübbars.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerkau wurde am 15. März 1366 erstmals als Kerkow urkundlich erwähnt, als Hans v. Chartow den von der Schulenburg Hebungen aus Ladekath, Kerkau und anderen Dörfern überlässt.[2] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Kerkowe aufgeführt.

Kerkau war Stammsitz einer Familie Kerkow, deren ältester Alverich im Jahre 1225 genannt wird.[3]

Die Dorfchronik berichtet von schweren Zeiten in den Jahren 1583 bis 1598, als Kerkau immer wieder von der Pest heimgesucht wurde. Nach dem Dreißigjährigen Krieg besiedelten überlebende Bauern das verwüstete Dorf. Auf einigen Höfen ist noch heute die ursprüngliche Form des Vierseithofes zu erkennen. Vierseitig umbaut bildete er ein abgeschlossenes „Ganzes“. Typisch für die Altmark sind gemauerte, überdachte und mit Inschriften verzierte Toreinfahrten.[4]

Südwestlich des Dorfes stand rechts des Weges nach Lübbars am Mühlenberg eine Windmühle.[5] Die Ziegelei an der Ruhm-Heide ist noch als Wohnplatz vorhanden.

Im nördlichen Teil des Ortes entstanden im Jahre 1952 Einfamilienhäuser und eine Maschinen-Ausleihstation, später eine Maschinen-Traktoren-Station. Einige Jahre später war dort der Sitz der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft „Altmark“. Heute werden diese Gebäude von der Agrargenossenschaft genutzt.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Kerkau vom Landkreis Osterburg in den Kreis Salzwedel eingegliedert. Ebenfalls am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Lübbars in die Gemeinde Kerkau eingemeindet.[6] Lübbars wurde 1375 erstmals erwähnt.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Kerkau am 29. Mai 2009, dass die Gemeinde Kerkau in die Stadt Arendsee (Altmark) eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[7][8]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Kerkau wurden Kerkau und Lübbars Ortsteile der Stadt Arendsee (Altmark). Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Kerkau und künftigen Ortsteile Kerkau und Lübbars wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Arendsee (Altmark). In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kerkau wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1801 85
1818 70
1840 75
Jahr Einwohner
1885 116
1892 113
1900 134
Jahr Einwohner
1910 124
1925 141
1939 156
Jahr Einwohner
1946 451
2011 172
2012 164
Jahr Einwohner
2013 160
2014 157
2015 147
Jahr Einwohner
2016 146
2017 145

Ab 2011 Stand 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Mitte des Dorfes steht die 1644 aus Feld- und Sandstein neu errichtete Dorfkirche. Die alte Kirche war zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges zerstört worden. Der Turm wurde 1911 aufgesetzt.[9]
  • Auf dem Kirchhof ist ein mit immergrünen Koniferen und Hecken bepflanzter Friedhof, umgeben mit einer Mauer aus Feldsteinen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Kerkau gehört zur Pfarrei Fleetmark im Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Ursprünglich war Kerkau eine eigenständige Pfarrei, die erst 1810 der Pfarrei Kallehne zugeordnet wurde, deren Name nach 1945 in Fleetmark geändert wurde. [10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Jürgen Pajewski.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entlang der Dorfstraße aus Natursteinen (Kopfsteinpflaster) stehen links und rechts wuchtige Lindenbäume.
  • Der ehemalige Kindergarten wird als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 180.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 374 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA374~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. In: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs. 2. Auflage. Band 550. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, Paul Schmidt, 1941, ZDB-ID 223601-1, S. 99.
  • Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Systematisches und alphabetisches Verzeichnis der Gemeinden der Deutschen Demokratischen Republik (Gebietsstand 1. Januar 1952). Berlin 1952, S. 30.
  • Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 2. September 2014, § 1 (4), S. 1 (stadt-arendsee.eu [PDF; 45 kB; abgerufen am 3. Februar 2017]).
  2. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 5, 1845, S. 341 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000983_00353~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 6, 1846, S. 399 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001022_00409~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. a b c Stadt Arendsee. Ortsteile Kerkau/Lübbars. Abgerufen am 4. Januar 2018.
  5. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 240: Wittenberge. Preußisches Statistisches Landesamt, 1906, abgerufen am 4. Januar 2018.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 362.
  7. Amtsblatt des Landkreises Nr. 8/2009 Seite 220–222 (Memento vom 11. Oktober 2010 im Internet Archive)
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  9. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 247.
  10. Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen. Series Pastorum. Band 10. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 224.