Mechau

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Mechau
Wappen von Mechau
Koordinaten: 52° 52′ 17″ N, 11° 20′ 51″ O
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 14,93 km²
Einwohner: 265 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39619
Vorwahl: 039036
Mechau (Sachsen-Anhalt)
Mechau
Mechau
Lage von Mechau in Sachsen-Anhalt

Mechau ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf liegt an der Grenze zu Niedersachsen. Östlich fließt der Flötgraben.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Mechau liegt an der 2004 stillgelegten Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mechau wurde wahrscheinlich erstmals urkundlich im Jahr 1268 als Mechowe erwähnt als Markgraf Otto das Hospital zu St. Georg in Salzwedel mit Besitzungen in Riebow, Mechau und Thüritz beschenkt.[3]

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort ebenfalls als Mechowe aufgeführt.[4] Die von Jagow, das Hospital zu St. Georg in Salzwedel und die Clüden hatten hier Besitz.

Im 18. Jahrhundert ist auch der Name Mechowe in Gebrauch.[5] Fabri berichtet 1796: Außer einem Schmied, Rademacher und einem Leineweber sind keine Handwerker hier. Ackerbau und Viehzucht sind die Hauptnahrungszweige. Bei einem Brand am Anfang des 18. Jahrhunderts sind alle alten Nachrichten vor Ort verloren gegangen.

Zahn berichtet von einem Lied in einer Sage über eine Schlacht bei Mechau im Dreißigjährigen Krieg.

Südlich des Dorfes stand eine Windmühle. Im Dorf gab es eine Wassermühle.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Mechau aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Salzwedel umgegliedert.[7]

Am 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde Mechau in die Stadt in Arendsee (Altmark) eingemeindet[8] und wurde so zur Ortschaft Mechau mit dem Ortsteil Mechau.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1801 285
1818 280
1840 342
1885 367
1892 369
1900 334
Jahr Einwohner
1910 335
1925 357
1939 322
1946 455
2009 273
2011 281
Jahr Einwohner
2012 285
2013 282
2014 276
2015 269
2016 270
2017 265

Ab 2009 Stand 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde und Pfarrei Mechau gehören zum Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[9]

Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei Mechau die Kirchengemeinde Mechau bei Binde (Altmark) im Landkreis Osterburg und die Kirchengemeinde Ritzleben im Landkreis Salzwedel. Das Kirchenpatronat in Mechau lag beim Major a. D. von Jagow auf Pollitz und Rittergutsbesitzer von Jagow auf Aulosen, das Patronat in Ritzleben lag beim Reichsfreiherrn von dem Knesebeck-Milenbonck.[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Hartmut Baier. Er ist amtierender Ortsbürgermeister sowie Mitglied im Stadtrat von Arendsee.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün eine silberne Kirche (Vorderfront) mit spitzbogiger schwarzer Toröffnung und zwei rundbogigen schwarzen Fensteröffnungen; der Turm mit runder schwarzer Öffnung, Sims und beknauftem Runddach. Links oben ein steigender, dreiblättriger, goldener Lindenzweig, rechts oben ein goldenes Rad mit 6 Speichen.“

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Grün - Weiß - Grün gestreift mit dem aufgelegten Wappen auf dem breiteren weißen Mittelstreifen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sektion Fußball des ansässigen Sportvereins SG Eintracht Mechau e. V. trägt im Sportpark SG Eintracht Mechau seine Spiele aus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche in Mechau ist ein Backsteinneubau aus den Jahren 1897 und 1898 welcher an den Feldsteinturm der alten Kirche aus dem 13. Jahrhundert angebaut wurde. Die Dächer sind mit Schiefer gedeckt.[11]
Findling mit der Aufschrift „Seid der Väter wert.“
  • Auf dem zentralen Platz des Ortes mit als Naturdenkmalen geschützten Eichen wird mit einem großen Findling mit der Aufschrift „Seid der Väter wert.“ an die Kriegsopfer von 1813 gedacht.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 79.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 377–378 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA377~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. In: Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs. 2. Auflage. Band 550. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik, Paul Schmidt, 1941, ZDB-ID 223601-1, S. 99.
  • Regierung der Deutschen Demokratischen Republik, Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Systematisches und alphabetisches Verzeichnis der Gemeinden der Deutschen Demokratischen Republik (Gebietsstand 1. Januar 1952). Berlin 1952, S. 29.
  • Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 2. September 2014, § 1 (4), S. 1 (stadt-arendsee.eu [PDF; 45 kB; abgerufen am 3. Februar 2017]).
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 14. Berlin 1857, S. 11 (Digitalisat).
  4. Ernst Fidicin: Kaiser Karl's IV. Landbuch der Mark Brandenburg (1375). nach den handschriftlichen Quellen. Hrsg.: Berlin. Guttentag, 1855, S. 186 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000810_00202~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Johann Ernst Fabri: Beyträge zur Geographie, Geschichte und Staatenkunde. Hrsg.: Nürnberg. Schneider und Weigel, 1796, S. 500 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10429204_00536~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 240: Wittenberge. Preußisches Statistisches Landesamt, 1906, abgerufen am 12. Januar 2018.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359–363.
  8. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
  9. Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze. Abgerufen am 12. Januar 2018.
  10. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 27 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 6. Januar 2018]).
  11. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 315 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12. Mechau, Stadt Arendsee, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt, Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, abgerufen am 21. Mai 2016