Bremen-Marathon

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Zielbereich des Bremen-Marathons
Zieleinlauf von Oliver Sebrantke, Sieger des Bremen-Marathons 2009, 2011, 2013, 2014, 2015 und 2016.

Der Bremen-Marathon (vollständige Bezeichnung swb-Marathon Bremen nach dem Hauptsponsor swb AG) ist ein Marathon in Bremen, der jährlich Ende September oder Anfang Oktober ausgetragen wird und zeitgleich als niedersächsische und bremische Meisterschaft in dieser Disziplin fungiert. Veranstalter ist der Marathon Club Bremen e. V. und Ausrichter das in der Hansestadt ansässige Sportgeschäft Sport Ziel.

Zum Rahmenprogramm des Wettbewerbes gehören neben einem 10.000-Meter-Lauf seit 2006 auch ein Halbmarathon. Am Vortag finden ein Frühstückslauf ohne Zeitnahme und ein Kinderlauf statt. Schirmherr der Veranstaltung ist Willi Lemke, ehemaliger Manager von Werder Bremen und ehemaliger Senator der Freien Hansestadt Bremen, der selbst 2005 den Marathon und 2008 sowie 2010 den Halbmarathon absolvierte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Historie wettkampforientierter Marathonläufe reicht in Bremen bis in die frühe Nachkriegszeit zurück. Im August 1949 wurde in der Hansestadt die deutsche Meisterschaft in dieser Disziplin ausgetragen. Es dominierten die Läufer des Reichsbahn SV Stuttgart und Willi Bürklein errang in 2:53:11 h den Einzeltitel. Siebzehn Jahre später nahmen 1965 in Bremen über 3800 Sportlerinnen und Sportler am ersten Norddeutschen Volkslauf teil.

Schließlich kam es Anfang der 1980er-Jahre – unter maßgeblichem Engagement von Heinz Spies (Post SV), der auch als Renndirektor fungierte – zur Etablierung des Bremen-Marathons, der zunächst noch unter der Bezeichnung Bremen-Marathon durch Stadt und Land firmierte. Die Organisation der ersten Austragung 1983 kostete 150.000 D-Mark und 1984 konnten 2745 Finisher verzeichnet werden.[1] Der Lauf fand in diesen Jahren stets im Frühjahr statt und lockte mit teilweise stattlichen Preisgeldern namhafte internationale Läufer an. So erhielt beispielsweise 1991 der Sieger 10.000 D-Mark. Dieser Lauf sollte jedoch für knapp eineinhalb Dekaden die letzte Marathonveranstaltung in Bremen bleiben.

2005 wurde der Marathon wiederbelebt und findet seitdem jährlich im Herbst statt. Im Gegensatz zur ersten Periode der Austragung werden keine Preisgelder mehr verteilt.

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er und frühen 1990er Jahren führte die Strecke – wie der Name Bremen-Marathon durch Stadt und Land bereits andeutete – nicht nur durch bebautes Stadtgebiet, sondern über viele Kilometer auch durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Der Lauf begann in der Regel im Stadtzentrum und führte westlich des Bürgerparks entlang des Torfkanals und der Kleinen Wümme ins Blockland. Dort folgte die Strecke ab Dammsiel dem bremischen Wümmedeich flussaufwärts gen Osten, ehe sie unweit Lilienthals auf den Jan-Reiners-Weg in südlicher Richtung einbog. Durch das Hollerland, um den Stadtparksee und durch den Bürgerpark führte sie zurück ins Zentrum, wo sich das Ziel auf der Bürgerweide vor der Stadthalle befand.

Ab der Neuauflage 2005 bis 2009 war der Start aller Strecken auf der Theodor-Heuss-Allee an der Bürgerweide. Am Hauptbahnhof vorbei führte die Marathonstrecke dann in die Stadtmitte. Nachdem Dom, Rathaus und Roland passiert wurden, lief man durch die Fußgängerzone zur Bürgermeister-Smidt-Brücke, über die man in die Neustadt auf das linke Ufer der Weser gelangte. Nun verlief die Strecke parallel zur Kleinen Weser und dem Werdersee bis nach Habenhausen. Über das Weserwehr ging es zurück auf das rechte Weserufer. Durch Hastedt, die Vahr und Horn-Lehe erreichte man beim Campus der Universität Bremen den nördlichsten Punkt der Strecke. Quer durch den Bürgerpark ging es nun über Findorff und Walle zur Überseestadt. Entlang der Weser gelangte man nun zunächst zur Schlachte und dann über die Werderpromenade zum Weserstadion. Das letzte Stück der Strecke führte über den Osterdeich und Am Wall in die Bahnhofsvorstadt und von dort über die Bürgerwiese zum Ziel bei der Stadthalle Bremen.

Der Halbmarathon und der 10-Kilometer-Lauf gingen kurz nach dem Start nach Norden in Richtung Bürgerpark ab, an dessen Ostseite sie auf die Marathonstrecke stießen. Der Halbmarathon folgte deren Verlauf bis zum Ende, der 10-Kilometer-Lauf bog in Findorff nach links ab zum Ziel Stadthalle Bremen.

Neuer Verlauf seit 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 liegen Start und Ziel direkt vor dem Rathaus. Von dort wird über die Obernstraße, Martinistraße und Am Wall um die Stadtmitte herum gelaufen. Ab der Bürgermeister-Smidt-Brücke gleicht der Streckenverlauf dem früheren bis zum Osterdeich. Das letzte Stück der Strecke führt seit der Überarbeitung nun über Martini- und Obernstraße wieder zurück zum Marktplatz.

Der Halbmarathon wird am Hauptbahnhof vorbei auf die Parkallee geführt, wo er sich mit der Marathonstrecke vereint. Die 10-Kilometer-Strecke verläuft entlang der Weser zunächst in Richtung der Stephanibrücke, nach welcher es über Schlachte und Osterdeich zum Weserstadion geht, wo der zweite Wendepunkt liegt. Erneut durch die City geht es über die Martinistraße, von der die Läufer schließlich auf die Zielgerade in der Obernstraße geleitet werden.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegerlisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marathon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fette Hervorhebungen bezeichnen die Streckenrekorde.

Datum Männer Zeit (Std.) Frauen Zeit (Std.)
02. Okt. 2016 Oliver Sebrantke (GER) -6- 2:32:14 Martina Günther (GER) 3:06:48
04. Okt. 2015 Oliver Sebrantke (GER) -5- 2:35:26 Anita Ehrhardt (GER) 3:11:49
05. Okt. 2014 Oliver Sebrantke (GER) -4- 2:33:01 Sabine Andres (GER) 3:14:16
06. Okt. 2013 Oliver Sebrantke (GER) -3- 2:31:37 Anna Izabela Böge (GER) 3:01:19
07. Okt. 2012 René Jäger (GER) 2:28:38 Gaby Andres (GER) 2:55:33
04. Okt. 2011 Oliver Sebrantke (GER) -2- 2:35:56 Frauke Fichtner (GER) 3:07:39
19. Sep. 2010 Martin Skalsky (GER) 2:31:42 Marlies Meyer (GER) 2:59:31
04. Okt. 2009 Oliver Sebrantke (GER) 2:38:11 Eva Brinkmann (GER) 2:59:29
28. Sep. 2008 José Manuel Perino (SUI) 2:32:45 Tanja Hooß (GER) 3:04:17
30. Sep. 2007 Rolf Schwabe (GER) 2:34:05 Inga Ruhl (GER) 2:48:03
24. Sep. 2006 Jarosław Cichocki (POL) 2:22:56 Angela Welp (GER) 3:14:32
25. Sep. 2005 Marek Dryja (POL) 2:25:37 Fakja Hofmann (GER) 2:58:34
1992–2004 keine Austragung
28. Apr. 1991 Boay Gurgo (TAN) 2:15:39 Petra Liebertz (GER) 2:38:39
29. Apr. 1990 Andreas Wüstefeld (GER) 2:25:06 Dagmar Knudsen (GER) 2:46:39
09. Apr. 1989 Heinz-Bernhardt Bürger (GER) 2:16:42 Ewa Wrzosek (POL) 2:48:46
11. Sep. 1988 Agapius Masong (TAN) 2:17:18 Angelika Dunke (GER) 2:39:48
03. Mai 1987 Udo Grimm (GER) 2:21:59 Angelika Böttcher (GER) 2:59:48
27. Apr. 1986 Jozef Machálek (SWE) 2:15:58 Elke Kramer (GER) 2:48:38
28. Apr. 1985 Jürgen Schulze (GER) 2:19:49 Gudrun Salomon (GER) 2:51:30
06. Mai 1984 Kjell-Erik Ståhl (SWE) -2- 2:13:47 Ursula Koether (GER) 2:47:32
24. Apr. 1983 Kjell-Erik Ståhl (SWE) 2:12:38 Brigitte Lillpopp (GER) 2:54:54

Halbmarathon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fette Hervorhebungen bezeichnen die Streckenrekorde.

Jahr Männer Zeit (Std.) Frauen Zeit (Std.)
2016 Haftom Weldaj 1:11:46 Annika Krull -2- 1:20:21
2015 Maik Willbrandt 1:08:56 Annika Krull 1:24:52
2014 Christian Wiese 1:11:46 Nicole Krinke -3- 1:22:04
2013 Jan Oliver Hämmerling -2- 1:10:50 Nicole Krinke -2- 1:20:55
2012 Jan Oliver Hämmerling 1:09:48 Katrin Kreil 1:23:08
2011 Thomas Bartholome 1:09:18 Nicole Krinke 1:20:16
2010 Volker Goineau 1:09:55 Marina Hilschenz 1:18:19
2009 Markus Pingpank -2- 1:12:57 Sandra Kusserow 1:28:42
2008 Wilhelm Hofmann 1:16:20 Julia Luck 1:27:07
2007 Markus Pingpank 1:10:21 Carolin Schiff 1:28:16
2006 Roland Soltész (HUN) 1:12:24 Manuela Sporleder 1:25:19

10 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fette Hervorhebungen bezeichnen die Streckenrekorde.

Jahr Männer Zeit (min) Frauen Zeit (min)
2016 Jarkko Järvenpää -3- 29:48 Sara Szymanska 39:28
2015 Christoph Deppe 32:53 Nicole Krinke -3- 37:29
2014 Klaus Eickel 32:59 Mareike Bechtloff 36:42
2013 Jarkko Järvenpää -2- 29:10 Ulla Gatzweiler 37:18
2012 Jarkko Järvenpää 28:58 Katrin Friedrich 37:52
2011 Stefan Bölke 34:50 Sandra Sahlmann 37:29
2010 Jan Oude-Aost 33:51 Nicole Krinke -2- 38:36
2009 Volker Goineau 33:04 Christine Grammer 39:55
2008 Daniel Tobry 33:17 Nicole Krinke 39:22
2007 Stephan Immega 31:56 Rebecka Weise-Jung 39:17
2006 Ingo Müller 33:29 Ilona Pfeiffer 38:01
2005 Maik Wollherr 33:00 Daniela Hungermann 37:36

Entwicklung der Finisherzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angegeben ist die Anzahl der Läufer, die das Ziel erreichten. Fette Hervorhebungen bezeichnen die Rekordzahlen.

Jahr Marathon davon
Frauen
Halbmarathon davon
Frauen
10 km davon
Frauen
2016 1131 226 3434 1165 2062 943
2015 1015 182 3313 1070 2095 905
2014 1194 205 3119 1011 2187 917
2013 0819 151 2888 837 1664 640
2012 1118 183 2789 816 1719 703
2011 0933 139 2622 781 1371 577
2010 0893 138 1990 575 1108 436
2009 1026 152 2196 636 1298 579
2008 0973 122 1747 465 1060 407
2007 1238 167 1672 420 1045 391
2006 1585 234 1270 362 0911 371
2005 2317 330 --- --- 0953 314

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.planet-marathon.de: Die „Ewige“ Deutsche Marathon-Hitparade