Galiziendeutsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Galiziendeutsche ist die Bezeichnung für die deutschen Einwanderer, die im 18. Jahrhundert nach Galizien eingewandert sind und 1940 infolge des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages umgesiedelt wurden.

Straßenzug der Josephinischen Kolonisation in Gołkowice Dolne (Deutsch Golkowitz)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Sprachinseln in der Mitte von Galizien, Karte von 1880
Ehem. Evangelischer Friedhof in Brusno (Brutzen)

Die Geschichte der Galiziendeutschen begann damit, dass Polen zwischen 1772 und 1795 dreimal geteilt wurde. Als der polnische König Stanislaw II. im Jahre 1768 Reformen in seinem Land durchführen wollte, um den Einfluss Russlands zurückzudrängen, kam es zum Bürgerkrieg in Polen. Die Reformgegner wurden von Russland und Preußen unterstützt und diese Hilfe zur Beilegung des Konfliktes ließen sich die Großmächte durch Abtretung von polnischem Staatsgebiet bezahlen.

In den Petersburger Verträgen von 1772 teilten Russland, Preußen und Österreich ein Drittel des polnischen Staatsgebietes unter sich auf. 1792 und 1795 gab es noch zwei Teilungen, in denen auch das restliche Polen aufgeteilt wurde.

Von 1772 bis 1918 gehörte das aus polnischen Gebieten neu gegründete Königreich Galizien und Lodomerien (Lodomerien entspricht Wolhynien) zur Habsburgermonarchie. Der westliche Teil von Galizien mit der Hauptstadt Krakau gehört heute zu Polen. Ostgalizien mit der Hauptstadt Lemberg liegt heute in der Westukraine. Lemberg heißt heute Lwiw (polnisch Lwów, russisch Lwow).

Maria Theresia hat gleich nach der ersten Teilung Polens – etwa um 1774 – in Lemberg die ersten Handwerker aus dem (alten) Deutschen Reich ansiedeln lassen. Nach dem Tode der Kaiserin im Jahre 1780 begann unter Kaiser Joseph II. die eigentliche, nach ihm benannte Kolonisation des Landes.

Mit dem Ansiedlungspatent von 1781 wurden die Bedingungen für die Ansiedlung von Bauern und Handwerkern aus dem Deutschen Reich festgelegt. Das betraf vor allem die Zuteilung des Bodens und die Gewährung einer mehrjährigen Steuerfreiheit.

Das Toleranzpatent Josephs II. von 1781 ermöglichte erstmals die Ansiedlung von Andersgläubigen im katholischen Österreich. Daraus erklärt sich der hohe Anteil der evangelischen Christen unter den Ansiedlern in Galizien. Somit sind auch viele von protestantischen Flüchtlingen abstammende Menschen nach Etablierung des Edikt von Fontainebleau aus dem Pfälzischen und Badischen Raum nach Galizien gezogen. Unter ihnen waren auch radikal-reformatorische Mennoniten, die in Galizien in mehreren Siedlungen bei Lemberg lebten und die Gemeinde Lemberg-Kiernica bildeten [1]

Die Werber des Kaisers konzentrierten ihre Bemühungen besonders auf die Pfalz und das Saarland, denn dies war eine Gegend im Deutschen Reich, die durch häufige Kriege mit dem Nachbarn Frankreich besonders verarmt war. Auf diese Weise ist zu erklären, dass die meisten der zwischen 1782 und 1785 in Galizien eingewanderten Bauern und Handwerker die pfälzische Mundart sprachen. Diejenigen Ansiedler, die aus anderen Teilen des Deutschen Reiches kamen, bildeten in der neuen Heimat eine Minderheit und sie konnten sich in den nachfolgenden Generationen mit ihrer Mundart nicht durchsetzen.

In der Auswanderungsbewegung des 18. Jahrhunderts spielte auch das als Enklave in der Pfalz gelegene, aber zu Vorderösterreich gehörende Oberamt Winnweiler eine ganz besondere Rolle. Viele Galiziendeutsche stammten entweder direkt aus den Dörfern des Oberamtes oder ließen sich – aus anderen Pfälzer Gebieten kommend – zumindest dort anwerben. In diesem Zusammenhang richtete man in Winnweiler um 1781 sogar eine spezielle Anwerbestelle für Galizienauswanderer ein.[2]

Die meisten Pfälzer zogen zunächst rheinaufwärts bis Speyer und dann zwischen Schwarzwald und Odenwald hindurch bis nach Ulm. Von Ulm aus fuhr man auf der Donau in den sogenannten Ulmer Schachteln bis nach Wien. Die Ulmer Schachteln waren ganz billig hergestellte Boote, die nur in einer Richtung donauabwärts fuhren, denn sie wurden am Ende ihrer Reise als Brennholz verkauft.

Von Wien aus ging die Reise auf dem Landwege weiter. Man zog mit Pferdewagen in größeren Gruppen über Brünn, Olmütz, Mährisch Neustadt, Bielitz bis nach Krakau und von dort weiter in die Bestimmungsorte.

Aus den Ansiedlungslisten der österreichischen Behörden geht hervor, dass in den Jahren 1782 bis 1785 3.216 Familien mit 14.669 Personen nach Galizien zogen. Die Einrichtung der Höfe für die Ansiedler konnte mit diesem Ansturm nicht Schritt halten, sodass ab 1785 die Zahl der Aussiedler beschränkt wurde, denn die in Lagern auf ihre Ansiedlung wartenden Menschen mussten erst auf die Höfe verteilt werden. Dieses dauerte bis 1789 und länger. Aber schon 1790 starb Kaiser Joseph II. und damit endete die sogenannte Josephinische Kolonisation. Eine zweite Einwanderungswelle unter Kaiser Franz führte weit weniger Menschen nach Galizien.

Ab 1790 begannen sich auch polnische Grundherren für die Aufnahme von Siedlern zu interessieren, denn sie erkannten inzwischen den Nutzen der deutschen und böhmischen Siedler für die Landwirtschaft. So entstand eine größere Zahl von Privatgründungen, die östlich der josephinischen Ansiedlungsgrenze lagen. Siedler wurden ins Land geholt, erhielten gegen eine bestimmte Abgabe Urwald zum Roden und durften das so gewonnene Land als ihr Eigentum landwirtschaftlich nutzen.

Nach 1810 gab es noch eine dritte Einwanderungswelle kleineren Ausmaßes aus dem katholischen Egerland, wodurch unter anderem die Orte Machliniec, Mariahilf entstanden. In der Zeit zwischen 1811 und 1848 siedelten private Grundherren vermehrt Bauern und Waldarbeiter aus Böhmen an. Nach einer Pest- oder Cholera-Epidemie in der Gegend um Smorze warb auch der Grundherr Karl von Seif 1835 für Siedler in Böhmen. Ihren Namen hatten diese neuen Dörfer von ihrem Gründer Karl von Seif, der die neuen Gemeinden Felizienthal (Sohn Felix), Annaberg (Ehefrau Anna), beide gegründet 1835 und Karlsdorf (Karl) gegründet 1838, nach seinen Familienangehörigen und sich selbst benannte.

In Galizien gab es bis 1939 mehrere Bevölkerungsgruppen. Das waren vor allem die Ukrainer und die Polen. Aber auch Juden, Deutsche und Armenier lebten dort, wobei jede Volksgruppe sich von der anderen abgrenzte und ihre eigene Kultur pflegte.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Galizien polnisches Staatsgebiet.

großzügigste Umsiedlungsaktion der Weltgeschichte, Propagandaplakat zur Kolonisierung des Warthegaues
Galiziendeutscher Umsiedler, rechts Heinrich Himmler, bei Przemyśl (1940), Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Im Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt vom 24. August 1939 wurde Galizien schon vor Beginn des 2. Weltkrieges zwischen Hitler und Stalin aufgeteilt und gehörte nach der polnischen Niederlage zur Sowjetunion. Im nachfolgenden Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag vom 28. September 1939 wurde die Umsiedlung der Deutschen aus den von der Sowjetunion beanspruchten Gebieten in einem geheimen Zusatzprotokoll geregelt. Am 3. November 1939 wurde der Vertrag zur Umsiedlung der Deutschen aus Galizien, Wolhynien und dem Narewgebiet geschlossen.

Das deutsche Ziel war es, alle Volksdeutschen in Gebieten im Großdeutschen Reich zu konzentrieren und die Germanisierung der in das Reich eingegliederten vormals polnischen Provinzen Westpreußen, Warthelandund der süd-ost-preußischen und oberschlesischen Gebiete voranzutreiben. Etwa 80 % der Umsiedler aus Galizien sowie Wolhynien wurden auf der sowjetischen Seite in Eisenbahnzügen bis zur Deutschen Grenze gebracht. Um die ganz unregelmäßig und ohne Voranmeldung ankommenden Umsiedler in das Deutsche Reich weiterzubefördern, wurden an den Grenzübergängen Lager errichtet. Um zu verhindern, dass die Lager an der Interessengrenze überbelegt wurden, wurden die Umsiedler nach der Ankunft in Auffanglagern in Łódź, Pabianice, Zgierz und Kalisch konzentriert und dann in vier (eigentlich fünf) Rassebewertungsgruppen unterschieden. Volksliste I: „Bekenntnisdeutsche“, die sich vor dem Krieg für das „deutsche Volkstum“ eingesetzt hatten (Volksdeutsche) Volksliste II: Deutschstämmige, deren Familien an deutscher Sprache und Kultur festgehalten hatten Volksliste III: im Sinne der NS-Politik auf Widerruf „zur Eindeutschung fähige Menschen“ (Eingedeutschte) Volksliste IV: gemäß „Rassegutachten“ nach Umerziehung im „Alt-Reich“ zur Eindeutschung fähige „Schutzangehörige“ (Rückgedeutschte) Volksliste V: Nicht Eindeutschungsfähige (Deportation in das "Generalgouvernement") Die Umsiedler wurden zu einem kleinen Teil in das Deutsche Reich umgesiedelt (Rassebewertungsgruppe IV) und zu einem großen Teil in das Gebiet um Łódź umgesiedelt.[3] Zuständig für die Neuansiedlung unter dem Propagandabegriff Heim ins Reich war die Volksdeutsche Mittelstelle, für die Vertreibung der ursprünglichen Einwohner meist Polen und Juden die Umwandererzentralstelle („Amt für Aussiedlung von Polen und Juden“) und für die Verwertung und Weitergabe des zurückgelassenen Vermögens der vertriebenen Polen und Juden die Haupttreuhandstelle Ost bzw. die Treuhandstelle für das Generalgouvernement. Unter dem Druck der Verhältnisse emigrierten insgesamt 54.095 Galiziendeutsche, die meisten siedelten sich im neuen Reichsgau Wartheland an.[4][5]

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überwiegend sprachen die Galiziendeutsche pfälzische und schwäbische Dialekte. Die galiziendeutschen Dialekte wurden erfasst und beschrieben im Pfälzischen Wörterbuch.

Galiziendeutsche Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Aufteilung Galiziens auf die heutigen Länder Polen und Ukraine werden die Orte hier nach heutiger Landeszugehörigkeit wiedergegeben.

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebiet Biala und Saybusch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit der Entstehung Galiziens existierte schon deutliche deutsche Bevölkerung am seinem Westrande in der Umgebung von Biała (Lipnik, Hałcnów, Komorowice, Wilamowice). Später entstanden auch einige deutsche Kolonien in den Saybuschen Beskiden, besonders Żabnica. Deutsche Minderheiten hatten auch Żywiec und seine heutige Stadtteile Zabłocie und Sporysz.

Gebiet Neu Sandez[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Kolonien um Neu Sandez (1797)

Die sandezen Kolonien wurden im Zuge Josephinischen Kolonisation auf Kammergüter der altsandezen Klarrisen gegründet. Sie waren üblicherweise klein und später zum größer Teil polonisiert. Die Protestanten hatten zwei Pfarrgemeinden in Stadła und Nowy Sącz.

  • Barcice Niemieckie (Deutsch Bartschitz), gegründet 1787, katholisch.
  • Biczyce Niemieckie (Deutsch Bischitz), gegründet 1788, lutherisch.
  • Biegonice (Laufendorf), jetzt ein Stadtteil von Nowy Sącz, gegründet 1783, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.
  • Chełmiec (Hundsdorf), gegründet 1783, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.
  • Dąbrówka Niemiecka (Deutsch Dąbrówka), jetzt ein Stadtteil von Nowy Sącz gegründet 1787, lutherisch.
  • Gaboń Niemiecki (Deutsch Gaben), gegründet 1783, gemischt katholisch-reformiert.
  • Gołkowice Niemieckie (Deutsch Golkowitz), gegründet 1783, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.
  • Gaj (Hutweide), ein Weiler von Świniarsko, gegründet 1784, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Juraszowa (Jörgenau).
  • Kadcza (Kadschau), gegründet 1785, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Łącko (Wiesendorf), gegründet 1783, katholisch.
  • Mokra Wieś (Nassendorf), gegründet 1788, lutherisch.
  • Morawina (Morau), ein Weiler von Moszczenica Niżna, gegründet 1784, gemischt katholisch-lutherisch.
  • Mystków (Müstkau), gegründet 1788, katholisch.
  • Naszacowice (Naschatowitz), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Olszanka (Ollschau), gegründet 1784, reformiert.
  • Piątkowa (Sonnenschein), gegründet 1788, lutherisch.
  • Podegrodzie (Zaundorf), gegründet 1784, lutherisch.
  • Podrzecze (Unterbach), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Rytro (Ritterburg, Ritter), gegründet 1788, lutherisch.
  • Stadła (Stadlau), gegründet 1788, lutherisch.
  • Podmajerz (Neudörfel oder Mayersdörfel) gegründet 1784, auf dem Grund des Vorwerks in Stary Sącz, gemischt katholisch-lutherisch.
  • Strzeszyce (Wachendorf), gegründet 1783, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.
  • Szczereż (Ernsdorf), gegründet 1784, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Świerkla (Tannendorf), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Świniarsko (Schweinsanger), gegründet 1788, lutherisch.
  • Zagorzyn (Hinterberg), gegründet 1788, katholisch.
  • Żbikowice (Bikowitz), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Stara Wieś (Weber).

Gebiet Salzberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die salzbergen Kolonien wurden im Zuge Josephinischen Kolonisation auf Kammergüter der Stadt Niepołomice gegründet. Die Protestanten hatten eine Pfarrgemeinde in Gawłów Nowy (Neu Gablau).

  • Bogucice (Boguschitz), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Bratucice (Bartutschitz), gegründet 1783, katholisch.
  • Chodenice (Trinitatis), jetz ein Stadtteil von Bochnia, gegründet 1785, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.
  • Gawłów Nowy (Neu Gablau), gegründet 1784, gemischt katholisch-lutherisch.
  • Kłaj (Klay), gegründet 1784, lutherisch.
  • Krzeczów (Kretschhof), gegründet 1783, lutherisch.
  • Książnice (Fürstenau), gegründet 1783, lutherisch.
  • Lednica Niemiecka (Deutsch Lednitz), gegründet 1784, lutherisch.
  • Majkowice Nowe (Neu Maykowitz), gegründet 1784, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.
  • Niepołomice (Niepolomitz, Heidenau), gegründet 1783, katholisch.
  • Kamionna (Steindorf), gegründet 1785, gemischt katholisch-lutherisch.
  • Wójtostwo (Vogtsdorf), jetz ein Stadtteil von Bochnia, gegründet 1785, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.

Gebiet Sandomierz und Leżajsk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Kolonien um Mielec (1797)
Ein Haus der deutschen Kolonisten in Raniżów/Ranischau

Die Kolonien zwischen Weichsel und San wurden im Zuge Josephinischen Kolonisation auf Kammergüter von Sandomierz und Leżajsk gegründet. Die Kolonien um Mielec schufen informelle Koloniegemeinde Padew. Die Protestanten hatten eine Pfarrgemeinde in Raniżów (Ranischau) mit Filialgemeinde in Nowy Kamień (Steinau), die Pfarrgemeinde in Sarnów (Reichsheim) wurde im Jahre 1867 nach Czermin (Hohenbach) umgezogen. Es gab auch eine helvetische Pfarrgemeinde in Königsberg.

Sandomierz:

  • Czermin (Hohenbach), gegründet 1783, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.
  • Goleszów (Golleschau), gegründet 1853.
  • Jata Kolonia (Jattau), gegründet 1783, gemischt katholisch-lutherisch.
  • Kameralne auf dem Grund von Jeżowe, gegründet 1783, katholisch.
  • Józefów (Josephsdorf), gegründet 1783, katholisch.
  • Kliszów (Klischau), gegründet 1784, katholisch.
  • Ostrowy Tuszowskie Kolonia (Sandlauter oder Deutsch Ostrau), gegründet 1783, katholisch.
  • Padew (Fallbrunn), gegründet 1783, katholisch-lutherisch.
  • Raniżów (Ranischau), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Kurzyna Wielka (Groß Rauchersdorf), gegründet 1783, katholisch.
  • Kurzyna Średnia (Rauchersdorf), auf dem Grund von Kurzyna Mała (Klein Rauchersdorf), gegründet 1783, katholisch-lutherisch.
  • Sarnów (Reichsheim), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Orłów (Schönanger), gegründet 1783, katholisch.
  • Nowy Kamień (Steinau), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Tuszów Kolonia (Tuszow), gegründet 1783, gemischt katholisch-lutherisch-reformiert.
  • Nowy Dzikowiec (Wildenthal), gegründet 1783, katholisch.
  • Wólka Tanewska (Tanefsau), gegründet 1783, katholisch.
  • Przebendów (Preppendorf).
  • Wola Pławska (Weizenbach/Weizenbring).

Leżajsk:

Gebiet Lubaczów[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kolonien wurden im Zuge Josephinischen Kolonisation auf Kammergüter von Lubaczów gegründet. Die Protestanten hatten eine Pfarrgemeinde in Podlesie (Reichau).

  • Karolówka (Burgau), gegründet 1783, katholisch.
  • Potok Jaworowski (Fehlbach), auf dem Grund von Kobylnica Ruska, gegründet 1783, katholisch.
  • Dąbków (Felsendorf), gegründet 1783, reformiert.
  • Kowalówka (Freifeld), gegründet 1783, katholisch.
  • Ostrowiec, heute ein Stadtteil von Lubaczów, gegründet 1783, gemischt katholisch-lutherisch.
  • Podlesie (Reichau), gegründet 1783, lutherisch.
  • Polanka Horyniecka (Deutschbach), gegründet 1785, gemischt katholisch-reformiert.

Im Gebiet Lubaczów, heute in Ukraine:

  • Dziewięcierz (Einsingen), gegründet 1783, lutherisch.
  • Lipowiec (Lindenau), gegründet 1783, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Smolin Kolonia, gegründet 1783, lutherisch.

Gebiet Dobromyl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kolonien auf Kammergüter von Dobromil neben Ustrzyki Dolne waren ziemlich Groß. Die Kolonisten stammten meistens aus Pfalz. Die Protestanten hatten eine Pfarrgemeinde in Bandrów Kolonia (Deutsch Bandrow Hochwald).

Im Gebiet Dobromyl, heute in Ukraine:

  • Engelsbrunn (heute Stadtteil von Dobromyl).
  • Prinzenthal, auf dem Grund von Smereczna, gegründet 1784, gemischt lutherisch-reformiert.
  • Roschewe (Rosenburg), auf dem Grund von Pietnice, gegründet 1783, katholisch.

Ukraine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammsiedlungen
  • Annaberg (ukrainisch Нагірне/Nahirne), gegründet 1835.
  • Beckersdorf (heute Ortsteil von Новосілка/Nowosilka) gegründet 1784.
  • Brigidau (ukrainisch Ланівка/Laniwka), gegründet 1783.
  • Bruckenthal (heute Ortsteil von Хлівчани/Chliwtschany) gegründet 1786.
  • Brundorf (heute Ortsteil von Керниця/Kernyzja) gegründet 1788.
  • Burgthal (heute Ortsteil von Галичани/Halytschany) gegründet 1788.
  • Deutsch-Smolin (ukrainisch Смолин/Smolin), gegründet 1783.
  • Dornfeld (ukrainisch Тернопілля/Ternopillja), gegründet 1786.
  • Ebenau (heute Ortsteil von Стоділки/Stodilky) gegründet 1786.
  • Einsiedel (ukrainisch Одиноке/Odynoke), Menonnitensiedlung - gegründet 1786.
  • Falkenstein (ukrainisch Соколівка/Sokoliwka), Menonnitensiedlung - gegründet 1784.
  • Gelsendorf (ukrainisch Загірне/Sahirne), gegründet 1784.
  • Gassendorf (heute Ortsteil von Уличне/Ulytschne), gegründet 1784.
  • Hartfeld (heute Ortsteil von Речичани/Retschytschany) gegründet 1783.
  • Josefow (ukrainisch Йосипівка/Jossypiwka), gegründet 1783.
  • Josefsberg (ukrainisch Коросниця/Korosnyzja), gegründet 1785.
  • Kaiserdorf (ukrainisch Калинів/Kalyniw), gegründet 1783.
  • Königsau (ukrainisch Рівне/Riwne), gegründet 1783.
  • Landestreu (ukrainisch Зелений Яр/Selenyj Jar), gegründet 1783.
  • Lindenfeld (ukrainisch Липівка/Lypiwka), gegründet 1784.
  • Machliniec (ukrainisch Махлинець/Machlynez), gegründet 1823.
  • Mariahilf (heute Ortsteil von Kolomyja), gegründet 1811.
  • Mierau (polnisch Mierów) gegründet 1785 und im Zweiten Weltkrieg zerstört; zwischen Wuslowe (Вузлове) und Dmytriw (Дмитрів) gelegen.
  • Moosberg (heute Ortsteil von Підлуби/Pidluby), gegründet 1785.
  • Münchenthal (ukrainisch Мужиловичі/Muschylowytschi), gegründet 1783.
  • Neudorf (ukrainisch Нове Село/Nowe Selo), gegründet 1783.
  • Neu-Chrusno (heute Ortsteil von Хоросно/Chorosno), gegründet 1789.
  • Neu-Oleksice (heute Ortsteil von Олексичі/Olexytschi), gegründet 1786.
  • Rehberg (polnisch Pyszówka, zerstört; südlich von Sarny/Сарни), gegründet 1788.
  • Reichenbach (heute Ortsteil von Красів/Krassiw), gegründet 1784.
  • Rosenberg (heute Ortsteil von Щирець/Schtschyrez), Menonnitensiedlung - gegründet 1786.
  • Rosenburg (ukrainisch Рожеве/Roschewe), gegründet 1783, katholisch.
  • Ottenhausen (ukrainisch Затока/Satoka), gegründet 1786.
  • Ugartsberg (polnisch Wypuczki, ukrainisch Випучки/Wyputschky) gegründet 1785 und im Zweiten Weltkrieg zerstört; westlich von Hirske/Гірське gelegen
  • Ugartsthal (heute Ortsteil von Сівка-Калуська/Siwka-Kaluska), gegründet 1785.
  • Weißenberg (heute Ortsteil von Добростани/Dobrostany), gegründet 1784.
  • Wiesenberg (heute Ortsteil von Мервичі/Merwytschi bei Kulykiw, 15 km nördlich von Lemberg), gegründet 1785.
Deutsche Einsiedlung in eine bestehende slawische Siedlung
Weitere Siedlungen mit Deutschen
  • Felizienthal (ukrainisch Долинівка/Dolyniwka), gegründet 1835.
  • Ehrental (ukrainisch Чистопілля/Tschystopillja)
  • Engelsbrunn (heute Stadtteil von Dobromyl)
  • Deutsch-Lany (ukrainisch Забужжя/Sabuschschja bei Kamjanka-Buska)
  • Jagonia (ukrainisch Ягідня/Jahidnja bei Kamjanka-Buska)
  • Sapieżanka (ukrainisch Сапіжанка/Sapischanka bei Kamjanka-Buska)
  • Rehdorf (ukrainisch Сарнівка/Sarniwka, nordöstlich von Schowkwa)
  • Sygniówka (heute Сигнівка/Syhniwka im westlichen Stadtgebiet von Lemberg)
  • Kornelówka (ukrainisch Корнелівка/Korneliwka)
  • Krzywolanka (heute Ortsteil im Süden von Kamjanka-Buska)
  • Karlsdorf (heute Ortsteil von Klymez), gegründet 1835.
  • Bredtheim (heute Ortsteil von Сідлище/Sidlyschtsche)
  • Mikulsdorf (heute Ortsteil von Otynija)
  • Rudolfsdorf (ukrainisch Стецівка/Steziwka)
  • Augustdorf (heute Ortsteil von Snjatyn)
  • Neutitschein (polnisch ab 1919 Nowy Tyczyn, nach 1945 zerstört, westlich von Pantalycha/Панталиха gelegen)
  • Mallmannsthal oder Malmanstal, gegründet etwa 1820, südlich von Majdan/Майдан

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isabel Röskau-Rydel: Deutsche Geschichte im Osten Europas - Galizien, ISBN 3-88680-206-X, Siedler Verlag, Berlin 1999.
  • Sepp Müller: Schrifttum über Galizien und sein Deutschtum. Marburg 1962.
  • Julius Krämer: Unser Sprachschatz. Wörterbuch der galizischen Pfälzer und Schwaben. Verl. d. Hilfskomitees der Galiziendeutschen, Stuttgart-Bad Cannstatt 1979
  • Fritz Seefeldt: Quellenbuch zur deutschen Ansiedlung in Galizien unter Kaiser Joseph II. Plauen 1935, Neuauflage Berlin 1990.
  • Maria Schuster: Königsau. Ein Dorf in Galizien im Wandel der Zeit. Würzburg 2012.
  • Artur Bachmann: Vom Warschauer Traktat 1768 zum Protestantenpatent 1861. Martin-Opitz-Bibliothek 2012.
  • Henryk Lepucki: Działalność kolonizacyjna Marii Teresy i Józefa II w Galicji 1772-1790 : z 9 tablicami i mapą. Kasa im. J. Mianowskiego, Lwów 1938 (polnisch, Online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. H. Pauls und Cornelius Krahn: Galicia (Poland & Ukraine). In: Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online (englisch)
  2. Zur Auswanderung aus dem Oberamt Winnweiler
  3. Erich Müller: 1939/41 - Umsiedlungen der zerstreuten ostdeutschen Volksgruppen in die neu gegründeten Reichsgaue, pdf, abgerufen 8. November 2015
  4. Dieter Schenk: Der Lemberger Professorenmord und der Holocaust in Ostgalizien. Dietz, Bonn 2007, ISBN 978-3-8012-5033-1, S. 56.
  5. Umsiedlung 1939/41, Prof. Dr. Müller pdf 232KB