Bundeswettbewerb Gesang Berlin
Der Bundeswettbewerb Gesang Berlin wurde 1966 als Wettbewerb für klassischen solistischen Gesang gegründet. Veranstalter ist der Bundeswettbewerb Gesang Berlin e. V.
Geschichte und Ziele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 1979 wird der Wettbewerb jährlich ausgeschrieben, nunmehr abwechselnd für die Sparten Musical/Chanson (in ungeraden Jahren) und Oper/Operette/Konzert (in geraden Jahren).
Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung und Vernetzung junger singender Künstlerinnen und Künstler. Kennzeichnend sind hohe Anforderungen an die Vielseitigkeit des Repertoires. Bühnenvertretern und Künstleragenturen beobachten regelmäßig den Wettbewerb und engagieren junge Künstler.
Schirmherr des Wettbewerbs ist traditionell der Regierende Bürgermeister von Berlin.
Teilnahmevoraussetzungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für den Wettbewerb können sich in allen Kategorien Sängerinnen und Sänger im Alter von 17 bis 30 Jahren anmelden. Maßgeblich ist, welches Lebensjahr im Wettbewerbsjahr vollendet wird. Alter und Ausbildungsstand werden von der Jury bei der Beurteilung berücksichtigt; es werden auch Förderpreise vergeben.
Für die Teilnahme muss darüber hinaus eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:
- die deutsche Staatsangehörigkeit oder
- ein in Deutschland erworbener deutscher Schulabschluss, mindestens 10. Klasse (Nachweis erfolgt durchEinsendung einer Kopie des Schulabschlusszeugnisses) oder
- die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Schweiz, Island, Liechtenstein, Norwegen, UK oder Ukraine; zusätzlich Nachweis der Immatrikulation in einem berufsqualifizierenden Ausbildungsgang mit dem Unterrichtsfach Gesang an einer deutschen Hochschule oder einer anderen Ausbildungsstätte in Deutschland mit staatlicher Anerkennung (Nachweis erfolgt durch Einsendung einer Immatrikulationsbescheinigung für das kommende dritte oder höhere Fachsemester) oder
- die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Schweiz, Island, Liechtenstein, Norwegen, UK oder Ukraine; zusätzlich Nachweis einer abgeschlossenen berufsqualifizierenden Ausbildung mit dem Unterrichtsfach Gesang an einer deutschen Hochschule oder einer anderen Ausbildungsstätte in Deutschland mit staatlicher Anerkennung (Nachweis erfolgt durch Einsendung einer Kopie des Abschlusszeugnisses).
Ablauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anmeldezeitraum ist vom 1. Juli bis 1. Oktober für die Wettbewerbsrunden im Herbst desselben Jahres. Die Vorauswahl erfolgt nach Videos. Die öffentlichen Finalrunden finden in Berlin statt, in aller Regel im Konzertsaal Hardenbergstraße der Universität der Künste Berlin.
Nach jeder Wettbewerbsrunde haben ausgeschiedene Kandidaten die Gelegenheit zu einem Gespräch mit der Jury, die sich aus Bühnenprofis zusammensetzt. Die abschließenden Preisträgerkonzerte werden in Theatern in Berlin veranstaltet.
Videos der Finalrundenauftritte und des Preisträgerkonzertes werden im Nachhinein als kostenloser Stream auf der Website des Veranstalters veröffentlicht und den Kandidaten für Bewerbungszwecke zur Verfügung gestellt.[1]
Finanzierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Wettbewerb wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin, des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert. Der Regierende Bürgermeister von Berlin stiftet die ersten Hauptpreise. Institutionen und Privatpersonen stellen weitere Preisgelder zur Verfügung. Insgesamt werden Preise in Höhe von rund 50.000 Euro vergeben.
Konzerte "BW Gesang on Tour" Open Air
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 2022 findet zusätzlich jeden Sommer ein genreübergreifendes Konzert mit Kandidaten aller Sparten der vergangenen beiden Wettbewerbe statt, an wechselnden Orten in Deutschland und Open Air. Die Konzertvideos werden auf der Website des Veranstalters veröffentlicht.
Preisträger (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Musical/Chanson
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- David Arnsperger (2005)
- Tom Beck (2001)
- Adrian Becker (1997)
- Katja Berg (2001)
- Sophie Berner (2005)
- Antonia Bill (2011)
- Winnie Böwe (2001)
- Vera Bolten (1995, 1997, 1999)
- Rasmus Borkowski (2003)
- Robin Brosch (1987)
- Erwin Bruhn (1981)
- Tatjana Clasing (1983)
- Krisha Dalke (2005)
- Olivia Delauré (2009, 2011)
- Kinga Dobay (1999)
- Corinna Ellwanger (2005)
- Gisa Flake (2009)
- Michael Frowin (1993)
- Julia Gámez Martin (2009)
- Andreas Gergen (1997)
- Holger Hauer (1987)
- Melanie Haupt (1999, 2001)
- Filipina Henoch (2001, 2005)
- Alen Hodzovic (1999)
- Kai Hüsgen (2003)
- Milica Jovanović (2007)
- Armin Kahl (2001, 2003)
- Karim Khawatmi (1993, 1995)
- Sebastian Krämer (2001, 2003)
- Claudio Maniscalco (1983)[2]
- Sophie Mefan (2019)
- Katharine Mehrling (1995)
- Maike Katrin Merkel (2001, 2003)
- Bettina Mönch (2001, 2007)
- Christian Alexander Müller (2001)
- Max Raabe (1987)
- Lars Redlich (2007)
- Christine Rothacker (1987)
- Uli Scherbel (1995)
- Moritz Schulze (2013)
- Christian Struppeck (1989)
- Wolfgang Türks (2005)
- Anna Veit (2007)
- Florian Wagner (2015/2017/2019)
- Bodo Wartke (1999, 2001)
- Christiane Weber (2001)
- Jana Werner (1991)
- Nicky Wuchinger (2009, 2011)
- Marysol Ximénez-Carrillo (2001)
- Benedikt Zeitner (2009)
Oper/Operette/Konzert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jana Baumeister (2016)
- Daniel Behle (2002)
- Tobias Berndt (2004)
- Martin Berner (2004)
- Lioba Braun (1986)
- Benjamin Bruns (2002)
- Björn Bürger (2012)
- Ingeborg Danz (1986)
- Stella Doufexis (1994)
- Mojca Erdmann (1992, 1994, 2002)
- Sarah Ferede (2002, 2004, 2010)
- Christof Fischesser (2000)
- Martin Gantner (1988)
- Klaus Häger (1990)
- Reinhard Hagen (1988)
- Christiane Hampe (1974)
- Silvia Hauer (2010)
- Dietrich Henschel (1988)
- Ursula Hesse von den Steinen (1994)
- Katharina Kammerloher (1992)
- Michaela Kaune (1996)
- Daniel Kirch (1996)
- Maria Kowollik (1990)
- Adréana Kraschewski (2002)
- Horst Laubenthal (1966)
- Nadine Lehner (1998, 2000)
- Josef Loibl (1966)
- Claudia Mahnke (1994)
- Eleonore Marguerre (2000)
- Ulrike Mayer (2004)
- Nadja Michael (1990, 1994)
- Anne-Theresa Møller (2008)
- Thomas Mohr (1984)
- Hanno Müller-Brachmann (1994, 1996)
- Anna Palimina (2006)
- Antigone Papoulkas (1996, 1998)
- Marlis Petersen (1990)
- Christoph Pohl (2002)
- Christoph Prégardien (1978)
- Thomas Quasthoff (1984, 1986)
- Maria Radner (2006)
- Gloria Rehm (2010)
- Annika Sophie Ritlewski (2008)
- Detlef Roth (1990)
- Valentin Ruckebier (2022)
- Christine Schäfer (1988)
- Andreas Schmidt (1982)
- Wolfgang Schöne (1968)
- Silke Schwarz (2004)
- Barbara Senator (2004)
- Doris Soffel (1972)
- Caroline Stein (1990)
- Lydia Teuscher (2002)
- Carolina Ullrich (2006)
- Sebastian Wartig (2014)
- Ania Vegry (2004)
- Iris Vermillion (1986)
- Michael Volle (1990)
- Bernd Weikl (1968)[3]
- Manuel Winckhler (2024)[4]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Seite des Wettbewerbs
- Deutsches Musikinformationszentrum
- Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bundeswettbewerb Gesang Berlin: Stream der Finalrunden 2020. Abgerufen am 20. April 2021.
- ↑ Bundeswettbewerb Gesang Berlin: Preise - Musical/Chanson, 1979-2019. Abgerufen am 18. April 2021.
- ↑ Bundeswettbewerb Gesang Berlin: Preise - Oper/Operette/Konzert, 1966-2020. Abgerufen am 18. April 2021.
- ↑ Wettbewerb 2024. Abgerufen am 8. Februar 2025 (deutsch).