Burg Haneck (Geroldstein)

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Burg Haneck
Burg Haneck hoch über der Wisper südöstlich von Geroldstein

Burg Haneck hoch über der Wisper südöstlich von Geroldstein

Alternativname(n): Hahneck
Entstehungszeit: 1386
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Adlige
Ort: Gemarkung Hallgarten nahe Geroldstein
Geographische Lage 50° 6′ 23,4″ N, 7° 56′ 28″ OKoordinaten: 50° 6′ 23,4″ N, 7° 56′ 28″ O
Höhe: 330 m ü. NHN
Burg Haneck (Geroldstein) (Hessen)
Burg Haneck (Geroldstein)

Die Burg Haneck ist die Ruine einer Höhenburg bei Geroldstein, einem Ortsteil von Heidenrod, im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Haneck erhebt sich südlich der mittleren Wisper auf dem Bergsporn am „Hanenberg“ 330 m ü. NHN bei dem Dorf Geroldstein.[1] Durch zwei tiefe Halsgräben wird sie zu einer Gipfelburg.[2] Sie liegt allerdings knapp auf der Gemarkung des weit entfernt liegenden Hallgarten, Gemeinde Oestrich-Winkel, da die Gemeindegrenze entlang des Geroldsteiner Ortsrandes verläuft. Man erreicht sie vom Ort Geroldstein in einem kurzen Fußweg (ca. 15 Min.). In westlicher Richtung, tiefer gelegen, befindet sich die Burg Geroldstein. Beide Burgen wurden in neuerer Zeit verwechselt, worauf bereits 1884 Schweinsberg hinwies.[3] In Kartenwerken erfolgte die Korrektur aber erst seit 2010.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg mit der imposanten Schildmauer wurde 1386 über Gerhartstein (heute Geroldstein) durch Philipp von Gerhartstein auf dem Mainzer Territorium des Rheingaus erbaut. Das Erzbistum Mainz förderte den Bau, um das Gebiet gegen die Grafen von Katzenelnbogen abzusichern, deren Gebiet sich bis zu Dorf und Burg Geroldstein erstreckte.

Das Geschlecht derer von Geroldstein erlosch 1569 mit Hedderich von Gerolstein. Seit Hedderichs Tod war die Burg Haneck nicht mehr bewohnt und verfiel schrittweise im Laufe der nächsten Jahrhunderte. Die Burg fiel an das Erzbistum Mainz und wurde im Auftrag des Erzbischofs bis 1804 durch den Rheingau mit verwaltet.[5] Zwischen 1599 und 1600 bemühte sich Adam von Cramberg erfolglos um eine Belehnung mit der Burg.

Die Burgruine ist heute im Privatbesitz.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erhalten sind der achteckige Bergfried[6] mit einer 2,5 Meter starken Schildmauer und integriertem Treppenturm. Hieran schließt sich der Palas-Bereich mit spitzbogigem Portal, Schlitzfernster, maulartiger Schießscharte und rundbogigem Portal an.[7] Im Innenhofbereich der Burg befindet sich ein in den Felsen gehauener Brunnenschacht von 2,5 Metern Durchmesser.[8] Die Burg wurde nach Süden durch einen tiefen Halsgraben gegen den höher liegenden Hang gesichert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Gensicke: Die von Geroldstein – Zur Geschichte des Nassauischen Adels. In: Nassauische Annalen. Band 101, 1990
  • Grf. Schweinsberg: Mittheilungen aus der Geschichte der Wisperthalburgen. Aus: Quartalsblätter des historischen Vereins für das Grossherzogthum Hessen, 1884
  • H. Thomä: Die Burgen Geroldstein und Haneck im Wispertal In: Rheingauer Heimatbriefe. Nr. 130, 1984
  • Ch. Herrmann: Burg Haneck im Wispertal In: Nassauische Annalen. Band 106, 1995
  • W. Pollmann: Burgen, Bürger und Behörden. Mittelalter und Gegenwart am Beispiel der Geroldsteiner Burgen. 1997
  • W. L. Roser: Die Burgen der Rheingrafen und ihrer Lehnsleute zur Zeit der Salier im Rheingau In: Nassauische Annalen. Band 103, 1992
  • M. Backes: Burgen und Schlösser an der Lahn, im Taunus und im südlichen Westerwald. 1970
  • Rolf Müller (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 169.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 490.
  • Ruinen und die Aura der Geschichte. Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen (Hrsg.). 2001

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gensicke S. 217ff.; Herrmann S. 81ff.
  2. Herrmann S. 97
  3. Schweinsberg S. 17ff
  4. Knappe S. 489f. Auskunft des Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation.
  5. Herrmann S. 93
  6. Herrmann S. 102
  7. Herrmann S. 104
  8. Pollmann S. 109