Canal de la Meuse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Canal de la Meuse
Flusskreuzung bei Stenay

Flusskreuzung bei Stenay

Gewässerkennzahl FRB---0072, FRB---0000
Lage Frankreich, Region Grand Est
Länge 272 km
Erbaut 1874–1882
Klasse I (Freycinet-Klasse)
Beginn Abzweig vom Canal de la Marne au Rhin bei Troussey
Ende Übergang in die "Belgische Maas" bei Givet, an der Staatsgrenze nach Belgien
Abstiegsbauwerke 59
Häfen Verdun, Sedan, Charleville-Mézières, Givet
Abzweigungen, Kreuzungen Canal des Ardennes
Historische Vorläufer Canal de l’Est, branche Nord
Genutzter Fluss Maas
Herausragende Bauwerke 4 Tunnels, bei Kœr-la-Petite, Verdun, Revin und Ham-sur-Meuse.
Kilometrierung von der belgischen Grenze, gegen die Fließrichtung der Maas
Talfahrt in Fließrichtung der Maas
Revin - Canal de l'Est branche Nord - Halte nautique - Ecluse de Revin.jpg
In den Ardennen bei Revin
Die kanalisierte Maas durchfließt die Stadt Verdun
Der Maas-Kanal umschließt die Stadt Mouzon rechts, die Maas links

Der Canal de la Meuse (deutsch: Maas-Kanal) ist ein französischer Schifffahrtskanal, der in der Region Grand Est verläuft. Bis zum Jahr 2003 wurden der Canal de la Meuse und der Canal des Vosges zusammen als Canal de l’Est bezeichnet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Canal de la Meuse ist Teil eines Binnenwasserweges, der Belgien und das Gebiet der Ardennen unter Einbeziehung weiterer Schifffahrtswege mit bedeutenden Handelszentren verbindet, und zwar

Verlauf und technische Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Canal de la Meuse beginnt bei Troussey, wo er vom Canal de la Marne au Rhin abzweigt. Er verläuft generell in nördlicher Richtung und folgt dem Lauf des Flusses Maas. Im oberen Abschnitt entspricht er weitgehend einem Kanal vom Typus Seitenkanal, im unteren Abschnitt handelt es sich um den kanalisierten Fluss Maas, von dem eine Vielzahl von Flussschleifen für die Schifffahrt durch Abkürzungskanäle begradigt wurden. Im Ort Pont-à-Bar, nahe von Sedan, zweigt der Canal des Ardennes ab, der Richtung Paris weiterführt. Talwärts von Charleville-Mézières schneidet der Canal de la Meuse tief in das Hügelgebiet der Ardennen ein, an der französisch-belgischen Grenze bei Givet endet der Kanal, in Belgien führt die Belgische Maas den Schifffahrtsweg Richtung Norden weiter.

Der Kanal ist 272[1] Kilometer lang und verfügt über 59 Schleusen, die einen Höhenunterschied von fast 150 Meter bewältigen (siehe auch Anhang Schleusenfolge). Oberhalb von Verdun beträgt die Abmessung der Schleusen 38,50 m Länge und 5,20 m Breite, unterhalb davon haben sie 48,30 m Länge und 5,70 m Breite. Daher kann die gesamte Strecke nur von Pénichen im Freycinet-Maß oder Sportbooten benutzt werden. Auf dem Kanal sind vier Kanaltunnel zu durchqueren, und zwar bei Kœr-la-Petite, Verdun, Revin und Ham-sur-Meuse.

Koordinaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchquerte Départements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orte am Kanal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im 17. Jahrhundert stellte der berühmte Festungsbauer Vauban ein Projekt vor, welches die Flüsse Ostfrankreichs mit dem Süden verbinden sollte. Der Canal de la Meuse verdankt seine Entstehung der Niederlage der Franzosen im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871. Er wurde in den Jahren 1874 bis 1882 erbaut, um im Westen der besetzten Gebiete eine Nord-Süd-Verbindung auf dem Wasser für die Industriegebiete um Nancy und Toul zu schaffen. 1884 wurde der Kanal für die Schifffahrt freigegeben.

Bis zum Jahre 2003 wurde der Kanal mit dem Namen Canal de l’Est (branche Nord) bezeichnet, danach wurde er in Canal de la Meuse umbenannt.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frachtschifffahrt hat nach und nach ihre Bedeutung verloren. Der Wassertourismus mit Sport- und Hausbooten ist jedoch im Ansteigen begriffen.

Schleusenfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden wird der Verlauf des Kanals über seine Schleusen dargestellt, beginnend an seinem nördlichen Ende. Dabei wird der Name der Schleuse angegeben, gefolgt von der Anzahl der Staustufen bei dieser Schleuse und der zu überwindenden Höhe (positiv=aufwärts, negativ=abwärts). Es folgt die Lage der Schleuse in Bezug auf den Kilometerpunkt des Wasserweges. Andere Besonderheiten sind farblich gekennzeichnet und mit einer Anmerkung versehen.

Kanal bei Chooz nahe Givet
Schleuse 31 bei Stenay
Schleuse Anzahl
Staustufen
Schleusen-
hub
Lage bei
Kilometerpunkt
Anmerkungen
- - 272,5 Einmündung in den Canal de la Marne au Rhin
Troussey 1 3,15 m 272,4
Sorcy 3 9,00 m 271,0
Euville 1 3,00 m 266,3
Commercy 1 3,00 m 260,8
Vadonville 1 2,50 m 254,9
- - 249,6 Tunnel von Kœr, Länge: 50 m
Han 1 3,70 m 248,0
Kœr-la-Petite 1 3,25 m 247,0
Saint-Mihiel 1 3,90 m 241,6
Rouvrois 1 2,00 m 234,1
Lacroix 1 1,60 m 231,2
Troyon 1 2,50 m 225,8
Ambly 1 2,70 m 222,9
Dieue 1 2,50 m 216,5
Dieue-aval 1 3,00 m 214,8
Haudainville 1 2,51 m 210,4
Belleray 1 3,01 m 207,4
- - 204,4 Tunnel von Verdun, Länge: 45 m
Verdun 1 3,00 m 204,4
Bras 1 3,00 m 196,2
Champ 1 3,76 m 188,4
Samogneux 1 2,20 m 184,4
Brabant 1 3,10 m 181,3
Consenvoye 1 1,34 m 179,0
Planchette 1 2,50 m 172,7
Liny 1 1,80 m 165,7
Warinvaux 1 2,70 m 164,0
Dun 1 2,30 m 162,3
Sep 1 2,60 m 155,5
Mouzay 1 2,60 m 152,1
Stenay 1 1,80 m 148,8
Inor 1 3,00 m 142,2
Pouilly 1 1,60 m 137,9
Alma 1 2,60 m 130,8
Mouzon 1 2,95 m 122,5
Remilly-Aillicourt 1 3,58 m 112,8
Sedan 1 1,89 m 107,0
Villette 1 1,01 m 103,3
Donchery 1 1,68 m 99,6
- - 96,3 Abzweigung Canal des Ardennes
Dom-le-Mesnil 1 1,07 m 94,8
Romery 1 2,09 m 84,3
Mézières 1 3,40 m 81,3
Montcy 1 1,76 m 79,1
Joigny 1 1,72 m 70,1
Levrézy 1 2,40 m 63,8
Monthermé 1 3,30 m 54,2
Commune 1 2,07 m 50,0
Dames de Meuse 1 3,08 m 45,4
Orzy 1 1,68 m 40,7
- - 39,2 Tunnel von Revin, Länge: 224 m
Revin 1 4,16 m 39,1
Saint-Joseph 1 2,62 m 33,0
Roche d’Uf 1 2,25 m 30,4
Vanne-Alcorps 1 2,14 m 25,7
Fépin 1 2,12 m 22,4
Montigny 1 2,55 m 17,1
Mouyon 1 1,60 m 13,1
Ham 1 3,20 m 8,4
- - 8,0 Tunnel von Ham, Länge: 565 m
Les 3 Fontaines 1 3,28 m 7,1
Les 4 Cheminées 1 2,73 m 0,5
- - 0,0 Einmündung in die Belgische Maas

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Canal de la Meuse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Edwards-May: Binnengewässer Frankreichs, 5. Auflage, Verlag Edition Maritim, Hamburg 1997, ISBN 3-922117-61-9
  • La Meuse et le canal de l'Est de Liège à Corre, la Sambre belge. Carte-guide de navigation fluviale (= Navicarte. No. 9). Edition Grafocarte, Issy-les-Moulineaux 1997, ISBN 2-7416-0050-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Angaben zur Kanallänge über den Canal de la Meuse auf sandre.eaufrance.fr (französisch), abgerufen am 9. Dezember 2011, konnten nicht übernommen werden, da hier offensichtlich nur die künstlichen Kanalabschnitte ohne Berücksichtigung der kanalisierten Flussabschnitte aufsummiert wurden. Die Länge entstammt daher den nautischen Unterlagen (siehe Quellen).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]