Candyman (2021)

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Film
Deutscher TitelCandyman
OriginaltitelCandyman
Produktionsland Kanada, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2021
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Nia DaCosta
Drehbuch Jordan Peele,
Win Rosenfeld,
Nia DaCosta
Produktion Ian Cooper,
Jordan Peele,
Win Rosenfeld
Musik Robert A. A. Lowe
Kamera John Guleserian
Besetzung
Synchronisation

Candyman ist ein Horror-Thriller von Nia DaCosta. Wie der gleichnamige Film von Bernard Rose aus dem Jahr 1992 basiert er auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker. Der Film kam am 26. August 2021 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Künstler Anthony McCoy zieht mit seiner Freundin Brianna Cartwright in eine Luxuswohnung im neu gentrifizierten Stadtteil Cabrini-Green in Chicago. In der Nachbarschaft erzählt man sich die Geschichte des „Candyman“, einem Killer aus einer anderen Welt mit einem Haken in der Hand, der herbeigerufen wird, wenn man es wagt, seinen Namen fünfmal zu wiederholen und dabei in einen Spiegel schaut. Zunächst nutzt Anthony diese Legende als Inspiration in seinen Bildern.[2]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie der gleichnamige Film von Bernard Rose aus dem Jahr 1992 basiert der Film auf der Kurzgeschichte The Forbidden von Clive Barker.[3] Die Macher des Films wollen ihn als "eine spirituelle Fortsetzung" verstanden wissen.[4]

Regie führte Nia DaCosta, die gemeinsam mit Jordan Peele und Win Rosenfeld auch das Drehbuch schrieb. Rosenfeld und Peele produzierten den Film zudem gemeinsam mit Ian Cooper.[5][6] Ursprünglich war nicht ganz klar, ob Peele auch Regie führt.[7] Es handelt sich um DaCostas zweite Regiearbeit nach Little Woods.[8] Bereits Rose verlegte den Schauplatz der Kurzgeschichte The Forbidden von England in die Wohnsiedlung Cabrini-Green in Chicago.[9]

Die Legende vom Candyman wird über den gesamten Film verteilt in Rückblenden durch Schattentheatersequenzen erzählt.[8][10] Diese vom Chicagoer Kollektiv Manual Cinema kreierten kleinen Filme in Candyman stellen sehr konkret begangenen Gräueltaten dar, insbesondere die Gewalt und die Morde von Weißen an Schwarzen.[4][9]

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Yahya Abdul-Mateen II spielt in der Hauptrolle Anthony McCoy

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Colman Domingo spielt William Burke

Yahya Abdul-Mateen II übernahm die Hauptrolle von Anthony McCoys, Teyonah Parris spielt seine Freundin Brianna Cartwright. Colman Domingo spielt William Burke, der Anthony von der Candyman-Legende erzählt. Rebecca Spence spielt die Kunstkritikerin Finley Stephens, der britische Schauspieler Nathan Stewart-Jarrett Briannas schwulen Bruder Troy. Wie bereits in dem Film von 1992 spielt Tony Todd den Candyman alias Daniel Robitaille.[9] Brian King spielt den Galeriebesitzer Clive Privler.[11]

Gedreht wurde der Film im Sommer und Herbst 2019 in Chicago.[12] Als Kameramann fungierte John Guleserian.

Die Filmmusik komponierte Robert A. A. Lowe. Das erste Musikstück des Soundtrack-Albums, Rows and Towers, geschrieben von Lowe, wurde Mitte August 2021 von Waxwork Records veröffentlicht.[13] Das Soundtrack-Album mit insgesamt 34 Musikstücken wurde zum US-Kinostart von Waxwork Records als Download und auf Vinyl veröffentlicht.[14]

Auf dem Filmplakat wird Candyman von hinten mit dem Haken an der rechten Hand, gekleidet in seinem Mantel mit Lammfellbesatz gezeigt. Der Name der Titelfigur wird fünfmal untereinander aufgeführt.[15] Der erste Trailer wurde Ende Februar 2020 vorgestellt.[16] Der Film sollte ursprünglich am 12. Juni 2020 in den USA sowie im Vereinigten Königreich starten[17] und am 18. Juni 2020 in die deutschen Kinos kommen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der Starttermin mehrmals verschoben. Zuerst auf Oktober 2020 verlegt, wurde der Start in Deutschland auf den 26. August 2021 verschoben.[18] Der US-amerikanische Kinostart erfolgte am darauffolgenden Tag.[19]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[20] In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben.

Kritiken und Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte 84 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 7,3 von 10 möglichen Punkten.[21] Auf Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 71 von 100 möglichen Punkten.[22]

Die Filmkritikerin Antje Wessels schreibt, es sei dem Film anzumerken, dass der im Genre einfach schon deutlich mehr Erfahrung mitbringende Jordan Peele seiner Kollegin Nia DaCosta als kreativer Berater zur Seite stand, nicht nur der erzählerischen Vermengung eines klassischen Horrorfilmplots mit einer radikal-politischen und einer die Black Community auffangenden Botschaft wegen, sondern auch stilistisch. So habe man das Gefühl, dass in Candyman kein visuelles sowie erzählerisches Detail ohne Grund existiere: „Von den kreativen, im Stil eines Schattentheaters inszenierten Rückblenden, in denen sich das Thema „Schwarz und Weiß“ kaum besser auf den Punkt bringen ließe, über die allgegenwertige Spiegelsymbolik, die seit jeher ein gern genommenes Motiv ist, um die gegenteilige Seite in einem selbst darzustellen, bis hin zu der Infragestellung, ob Candyman nun eigentlich eine Fortsetzung oder ein Remake ist, fügt sich jedes von ihnen wie ein Puzzlestück in die Inszenierung.“ Vordergründig sei Candyman jedoch ein waschechter Horrorfilm, der sich seinem Ursprung als Slasher jederzeit bewusst ist, so Wessels. Anders als Killerikonenkino der 1980er Jahre funktioniere Candyman nicht nach einer Abzählreimdramaturgie, wodurch sich die Reihenfolge der Morde erahnen ließe, sondern entwerfe für jeden Mord ein eigenes Setting, etabliere neue Figuren und rechtfertige dieses breit gefächerte Feld möglicher Opfer vor allem über die mediale Ausbreitung der Legende. Dass die Hauptfigur Anthony ein aufstrebender Künstler ist, habe nicht nur Auswirkungen auf die Filmstilistik, da viele Kameraaufnahmen an kunstvolle Stillleben erinnerten, sondern rechtfertige auch die sukzessive Verbreitung des Candyman-Fluchs. Wessels resümiert: „In seiner stilistisch herausragenden Mischung aus abgebrühtem Killerfilm, Rassismusanklage und Psychodrama um einen von seiner Muse vereinnahmten Künstler ist Candyman einer der besten Filme des Jahres und mit Sicherheit der Startschuss für eine spannende Karriere der Regisseurin Nia DaCosta.“[23][24]

Patrick Heidmann von epd Film schreibt, den Machern des Films gelinge es vor allem, clever und stimmig die Konventionen des Horrorgenres nur gerade so weit zu bedienen, dass sowohl genug Raum für Überraschungen als auch für eine komplexe Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie Gentrifizierung, Polizeigewalt oder systemischem Rassismus bleibe. Obendrein sei DaCosta und ihrem Kameramann John Guleserian ein Film gelungen, der auch visuell ambitionierter daherkomme als andere Genrevertreter. Auch Abdul-Mateen II in seiner ersten Hauptrolle sei ein hervorragender Grund, sich den Film anzusehen, so Heidmann.[25]

Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf 76,3 Millionen US-Dollar.[26]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palm Springs International Film Festival 2021

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Hannes Maurer im Auftrag der Interopa Film GmbH, Berlin.[28]

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Yahya Abdul-Mateen II Jan-David Rönfeldt Anthony McCoy
Teyonah Parris Anne Helm Brianna Cartwright
Vanessa Williams Anke Reitzenstein Anne-Marie McCoy
Breanna Lind Christina Wöllner Annika
Rodney L Jones III Finn Posthumus Billy
Malic White Julia Bautz Boof
Brian King Tobias Nath Clive Privler
Tony Todd Frank Glaubrecht Daniel Robitaille / Candyman
Christiana Clark Heide Domanowski Danielle Harrington
Mark Montgomery Wolfgang Wagner Detective Lipez
Rebecca Spence Gundi Eberhard Finley Stephens
Torrey Hanson Michael Pan Jack Hyde
Carl Clemons-Hopkins Peter Sura Jameson
Nathan Stewart-Jarrett Julien Haggège Troy Cartwright
Colman Domingo Oliver Stritzel William Burke

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für 201211/K. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. 'Candyman': New Featurette Released for Nia DaCosta’s Horror Sequel. In: nerdsandbeyond.com, 18. August 2021.
  3. Chicago actors join cast of Jordan Peele’s 'Candyman'. In: reelchicago.com, 23. August 2019.
  4. a b Stephanie Zacharek: Candyman Teases Out New Relevance From a ‘90s Horror Classic.In: Time, 27. August 2021.
  5. Brad Miska: Jordan Peele in Talks to Remake Clive Barker’s 'Candyman'. In: bloody-disgusting.com, 10. September 2018.
  6. Anne Jerratsch: Candyman: Mögliches Remake des Horrorschockers mit Jordan Peele. In: robots-and-dragons.de, 11. September 2018.
  7. Dave Trumbore: Jordan Peele in Talks to Produce 'Candyman' Remake and Haunt Our Dreams Again. In: collider.com, 10. September 2018.
  8. a b Manohla Dargis: Candyman’ Review: Who Can Take a Sunrise, Sprinkle It With Blood? In: The New York Times, 26. August 2021.
  9. a b c David Rooney: Yahya Abdul-Mateen II in 'Candyman': Film Review. In: The Hollywood Reporter, 25. August 2021.
  10. https://www.programmkino.de/filmkritiken/candyman/
  11. Owen Gleiberman: 'Candyman' Review: A Slasher Movie with a Sharper Social Edge Than the Original. In: Variety, 25. August 2021.
  12. Patty Wetli: Jordan Peele’s 'Candyman' Trailer Has Dropped. Can You Spot the Chicago Locations? In: wttw.com, 27. Februar 2020.
  13. First Track from Robert Aiki Aubrey Lowe’s 'Candyman' Score Released. In: filmmusicreporter.com, 16. August 2021.
  14. 'Candyman' Soundtrack Album Details. In: filmmusicreporter.com, 25. August 2021.
  15. https://www.filmtoast.de/candyman/
  16. Mackenzie Nichols: Jordan Peele’s 'Candyman' Gets Gory First Trailer. In: Variety, 27. Februar 2020.
  17. 100 Most Anticipated Films Of 2020. In: theplaylist.net, 3. Dezember 2019.
  18. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 26. Mai 2021.
  19. Candyman. In: fandango.com. Abgerufen am 29. August 2021.
  20. Candyman. In: commonsensemedia.org. Abgerufen am 11. August 2021.
  21. Candyman. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 13. September 2021.
  22. Candyman. In: Metacritic. CBS, abgerufen am 27. August 2021 (englisch).
  23. Antje Wessels : Candyman. In: wessels-filmkritik.com, 25. August 2021.
  24. Antje Wessels: Candyman. In: programmkino.de. Abgerufen am 28. August 2021.
  25. https://www.epd-film.de/filmkritiken/candyman
  26. Candyman. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 12. Oktober 2021.
  27. Variety's 10 Directors to Watch & Creative Impact Awards. In: psfilmfest.org. Abgerufen am 23. Juli 2021.
  28. Candyman. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 31. August 2021.