Christian Pade

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Christian Pade (* 23. August 1962 in Kassel) ist ein deutscher Schauspiel- und Opernregisseur.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Pade wuchs in München auf und begann dort ein Regie- und Schauspielstudium an der Otto-Falckenberg-Schule. Nachdem er an den Münchner Kammerspielen Dieter Dorn, Hans Lietzau, Herbert Achternbusch, Günther Gerstner, Hans-Joachim Ruckhäberle und Volker Schlöndorff assistiert hatte, folgten erste eigene Regiearbeiten. Seine Inszenierungen sind mittlerweile an vielen deutschen Staatstheatern und Staatsopern zu sehen.[1][2] Die meisten davon entstehen in Zusammenarbeit mit dem Bühnen- und Kostümbildner Alexander Lintl.

Nach anfänglicher Konzentration auf das Sprechtheater begann 2000 mit einer Inszenierung der Operette Madame Pompadour von Leo Fall seine Karriere als Musiktheaterregisseur.[3] In Folge inszenierte der vor allem an gesellschaftlich relevanten Lesarten[4] interessierte Christian Pade meist Opern von politischer Brisanz, wie Fidelio[5] von Ludwig van Beethoven, Caligula von Detlev Glanert und Boris Godunow von Modest Mussorgski. Auch die Operette Die Fledermaus von Johann Strauss betrachtete er aus einem aktuellen Blickwinkel.[6]

Christian Pades besonderes Interesse gilt der Dramatisierung von Prosatexten. 2000 inszenierte er die Uraufführung von Michel Houellebecqs Roman Ausweitung der Kampfzone am Staatstheater Hannover. Dort folgten 2004 Schwarze Spiegel von Arno Schmidt und 2006 Holzfällen von Thomas Bernhard.

„Pade bleibt nahe am Werk, will dieses sich sorgfältig entfalten lassen, Subtexte dezent, aber deutlich sichtbar machen“: So charakterisiert der Kulturjournalist Manuel Brug den Stil des Regisseurs und zitiert ihn selbst mit den Worten: „Es geht nicht ums Dekor, sondern um den Kern, um Klarheit, Unerbittlichkeit, um Präzision und sinnliche Aufklärung“.[7]

Christian Pade lebt in Hamburg und ist mit der Schauspielerin Marion Breckwoldt verheiratet.

Inszenierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitungsfunktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das Theater der jungen Regisseure“. Symposion unter der Leitung von Eberhard Witt mit Christian Pade, Matthias Hartmann, Anselm Weber, Tirza Brunken, Matthias Fontheim und Uwe Eric Laufenberg am 19. und 20. Mai 1991 am Staatstheater Hannover. In: Junge Regisseure. Herausgegeben von Anke Roeder und Sven Ricklefs. Fischer: Frankfurt am Main, 1994.

Brug, Manuel. „Die Oper wird zum Drama – Theaterregisseure im Musiktheater“. Opernregisseure heute. Henschel: Berlin, 2006. [zu Pade: 188 – 190.]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biografie von Christian Pade bei International Artists Management
  2. Biografie von Christian Pade bei der Berliner Staatsoper Unter den Linden (Memento des Originals vom 1. September 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/staatsoper-berlin.org
  3. Brug, Manuel. (siehe Literatur)
  4. „Ich mag es lieber schwer“ Christian Pade im Gespräch mit Tim Gorbauch. Frankfurter Rundschau, 3. November 2005
  5. Christian Pade im Gespräch mit opernnetz über seine Fidelio-Inszenierung in Dortmund
  6. Wiener Zeitung, 24.11.2009 [1]
  7. Brug, Manuel. (siehe Literatur)