Christoph Strässer

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Christoph Strässer in der Reichstagskuppel

Christoph Strässer (* 12. Juni 1949 in Velbert) ist ein deutscher Politiker (SPD). Seit Januar 2014 ist er Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung.[1]

Er ist seit 2005 Sprecher der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1967 leistete Strässer zunächst den Wehrdienst ab und absolvierte anschließend ab 1969 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Münster, welches er 1974 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach der Ableistung des Referendariats bestand Strässer auch das zweite Staatsexamen. Seit 1980 ist er als Rechtsanwalt in Münster und seit 1993 auch mit einer zweiten Kanzlei in der Lutherstadt Wittenberg tätig. Strässer ist Fachanwalt für Steuer- und Verwaltungsrecht.

Christoph Strässer ist verheiratet.

Partei[Bearbeiten]

1969 trat Strässer den Jungdemokraten bei und gehörte ab Mai 1972 dem ersten Bundesvorstand des neu gegründeten Liberalen Hochschulverbandes (LHV) an. Von 1977 bis 1982 war er Bundesvorsitzender der Jungdemokraten und daneben Mitglied im Bundesvorstand der FDP. 1980 war Strässer einer der Erstunterzeichner des Krefelder Appells der Friedensbewegung. Nach dem Bruch der Sozialliberalen Koalition verließ Strässer 1982 die FDP und trat 1984 der SPD bei.

Von 1993 bis 2007 war er Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Münster. Bei der Kommunalwahl 2004 war Strässer der SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters von Münster, konnte sich aber in der Stichwahl mit 46,2 % der Stimmen nicht gegen Berthold Tillmann (CDU) durchsetzen.

Aufgrund von Recherchen von Franz Walter und Stephan Klecha zur Haltung von Parteien und Politikern in den 1970er und 1980er Jahren zum strafrechtlichen Schutz gegen Pädophilie wurde auch Strässers früheres Verhalten thematisiert.[2] Er bezeichnet die damaligen Aktivitäten heute als „groben Unfug.“[3]

Abgeordneter[Bearbeiten]

Von 1999 bis 2002 gehörte Strässer dem Rat der Stadt Münster an.

Seit 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Nachdem er von 2002 bis 2005 stellvertretender Sprecher war, ist er seit November 2005 Sprecher der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion. Christoph Strässer ist Mitglied des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und des Rechtsausschusses. Von Dezember 2002 bis Februar 2009 war er außerdem Beauftragter der SPD-Fraktion für Freie Berufe.

Christoph Strässer ist Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Westeuropäische Union (WEU). Er ist Beauftragter des Europarates für die Lage der politischen Gefangenen in Aserbaidschan. Seit Mai 2010 ist er nicht in der Lage, eine Einladung für einen Besuch in dieser Funktion zu bekommen. Die aserbaidschanische Opposition wirft ihm Untätigkeit vor.[4]

Christoph Strässer war 2002 und 2005 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Münster in den Bundestag eingezogen. Strässer ist der erste Sozialdemokrat, der bei einer Bundestagswahl diesen Wahlkreis gewinnen konnte. Dabei setzte er sich jeweils knapp gegen den CDU-Kandidaten Ruprecht Polenz durch. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er hier 41,7 % der Erststimmen.

Im Bundestagswahlkampf 2009 trat Strässer erneut als Direktkandidat für den Wahlkreis Münster an, verlor aber gegen Polenz. Er zog über die Landesliste jedoch wieder in den Bundestag ein.

Christoph Strässer ist Mitglied des Kuratoriums von Aktion Deutschland Hilft, dem Bündnis der Hilfsorganisationen, und des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Er unterstützt[5] die Ausstellung „ich krieg dich – children affected by war“ von World Vision[6], das diesem Bündnis angehört.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.auswaertiges-amt.de/sid_E7F99ADF2F06BA82EE8ABE768D05CA2F/DE/AAmt/Koordinatoren/MR-Koordinator/Uebersicht-MRBeauftragter_node.html
  2. Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  3. Westfälische Nachrichten. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  4. http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=council-of-europe-officials-face-resistance-in-azerbaijan-armenia-2011-01-20
  5. http://www.christoph-straesser.de/meldung.php?meldung=2587&page=0
  6. "ich krieg dich - children affected by war". Auswärtiges Amt, 10. Februar 2010, abgerufen am 22. März 2011.
  7. Für viele Kinder ist Krieg bitterer Ernst. In: Westfälische Nachrichten vom 26. August 2010.
  8. Was Krieg für Kinder bedeutet. In: Münstersche Zeitung vom 26. August 2010.