Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Das Ding aus einer anderen Welt
Originaltitel John Carpenter’s The Thing
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Norwegisch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie John Carpenter
Drehbuch Bill Lancaster
Produktion David Foster
Lawrence Turman
Musik Ennio Morricone
John Carpenter (ungenannt)
Kamera Dean Cundey
Schnitt Todd Ramsay
Besetzung

Das Ding aus einer anderen Welt (Originaltitel: John Carpenter’s The Thing) ist ein Science-Fiction- und Horrorfilm von John Carpenter aus dem Jahr 1982. Der Film ist eine Umsetzung der Erzählung Who Goes There? von John W. Campbell Jr., die im Jahr 1951 bereits als Das Ding aus einer anderen Welt von Christian Nyby in einer Produktion von Howard Hawks verfilmt worden war.

Der Film handelt von einem amerikanischen Forschungsteam in der Antarktis, das von einer außerirdischen Lebensform bedroht wird, die als sog. Formwandler in der Lage ist, jede Gestalt von Lebewesen anzunehmen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwölf Mitglieder einer amerikanischen Forschungsstation in der Antarktis erhalten überraschend Besuch von zwei Norwegern, die in einem Hubschrauber einem Schlittenhund nachjagen. Kurz nach der Landung sprengt sich der panische Pilot versehentlich selbst mitsamt dem Hubschrauber in die Luft. Der verbliebene Norweger versucht weiter, den Hund zu töten und schießt dabei einen der Amerikaner an. Da der schießwütige Norweger die gesamte Station gefährdet, erschießt der kommandierende Offizier Garry den Schützen aus dem Hinterhalt. Den Schlittenhund behalten die Forscher in der Station.

Um die Situation aufzuklären, fliegen der Pilot MacReady und der Forscher Copper zur norwegischen Station. Dort angekommen, liegt die Forschungsstation in Trümmern. Im Schnee entdecken sie einen deformierten Leichnam. Mit gefundenen Videoaufnahmen und der seltsamen Leiche kehren sie in die eigene Station zurück. Eine Autopsie ergibt, dass es sich um menschliche Organe handelt, aber es findet sich keine Erklärung für die Deformationen.

Als der Hundepfleger den Schlittenhund ins Gehege bringt, mutiert dieser zu einer monströsen Kreatur, welche die anderen Hunde angreift. Es gelingt den Forschern, das Monster mit einem Flammenwerfer zu töten.

Von den mitgebrachten Videoaufnahmen erfahren die Stationsmitglieder, dass die Norweger ein Raumschiff freigelegt haben, das seit vermutlich über 100.000 Jahren im Eis verborgen war. Mit diesem Raumschiff wurde auch das Alien befreit, das in der Lage ist, fremde Zellen zu assimilieren und so andere Lebewesen imitiert. Der Forscher Blair befürchtet, dass die gesamte Menschheit bedroht ist, falls es dem Alien gelingt, die Station zu verlassen. Da er nicht weiß, ob andere Mitglieder des Teams bereits infiziert sind, kann er niemandem trauen. Um das Alien an der Flucht zu hindern, zerstört er den Hubschrauber und die Funkstation. Es gelingt MacReady, den scheinbar verrückt gewordenen Blair unverletzt außer Gefecht zu setzen. Sie sperren Blair in das Werkzeuglager ein.

Aus Blairs Notizbüchern erfahren sie das Ausmaß der Gefahr, in der sie sich befinden. Als der Kommandant unter Verdacht gerät, gibt er die Verantwortung ab und MacReady übernimmt die Führung. Nach und nach dezimiert das Alien die Gruppe aus dem Hinterhalt und unter den Mitgliedern wächst das gegenseitige Misstrauen. Nachdem MacReady schließlich eine Idee für einen Test hat, um Freund und Feind zu erkennen, sind nur noch er, Garry, Nauls und Childs übrig. Sie suchen Blair auf, um ihn auch zu testen. Im Werkzeuglager ist dieser allerdings nicht zu finden. Stattdessen entdecken sie einen Tunnel im Eis, wo Blair ein kleines Raumschiff gebaut hat.

Während sie das Raumschiff zerstören, sabotiert der falsche Blair den Stromgenerator. Bald würde in der gesamten Station tödliche Kälte herrschen und das Alien könnte im Eis überdauern, bis die Rettungsmannschaft eintrifft. Sie beschließen, die gesamte Station mit dem Alien darin in die Luft zu jagen. In einem finalen Kampf gelingt es MacReady, das Monster mit Dynamit zu vernichten. Am Schluss trifft MacReady auf Childs, der während des Showdowns verschwunden war. Die letzten beiden Überlebenden haben sich bis zuletzt argwöhnisch im Auge, sehen aber ohnehin dem offensichtlich sicheren Tod im Eis entgegen und setzen sich abgekämpft nebeneinander in den Schnee. Die Frage, ob Childs vom Alien infiziert worden ist, bleibt für den Zuschauer offen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Regisseur John Carpenter zuvor mit Halloween und Die Klapperschlange zwei große Erfolge gefeiert hatte, erwies sich Das Ding an der Kinokasse als Flop. Der Grund dafür lag wohl vor allem an den harten Splatterelementen (Maskeneffekte von Rob Bottin), die zum Zeitpunkt des Kinostarts nicht mehr populär waren. Hinzu kam, dass der Film zwei Wochen nach dem Kinostart von E.T. – Der Außerirdische in den US-Kinos startete – dieser zeigte einen gänzlich friedlichen Außerirdischen, was dem damaligen Zeitgeist mehr entsprach. Zudem erhielt der Film negative Kritiken wegen der expliziten Gewaltdarstellungen.[2] Carpenter hingegen bezeichnete den Film in späteren Interviews als einen seiner Favoriten: „Das ist mein Lieblingsfilm, da habe ich Horror gezeigt.“

John Carpenter war mit der Musik von Ennio Morricone nicht ganz zufrieden und komponierte in Zusammenarbeit mit Alan Howarth noch vier Musikstücke hinzu, die dann auch im fertigen Film verwendet wurden. Ganz deutlich hört man dies in der Anfangstitelsequenz des Films, die nach der Filmmusik zu Halloween III klingt, der im selben Jahr produziert wurde. 2011 wurde ein teilweise neu arrangierter Soundtrack von Alan Howarth veröffentlicht, auf dem erstmals auch die zusätzliche Musik von John Carpenter zu hören ist.[3]

Der Film kommt (wie John Carpenters Dark Star) ganz ohne weibliche Darsteller aus. Die einzige „Frau“ in dem Film ist die Stimme eines Computers, gesprochen von Carpenters damaliger Ehefrau Adrienne Barbeau.

Bei seiner Kinoauswertung lief der Film mit einer Freigabe „ab 16“. Danach wurde die Freigabe auf „ab 18“ erhöht und die ungekürzte Fassung am 29. September 1984 indiziert. Im August 2009 hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien den Film von der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. Die FSK hat den Film nach der Listenstreichung am 23. September 2009 im Auftrag von Universal neu geprüft und ihn ungeschnitten mit einer Altersfreigabe „ab 16 (sechzehn) Jahren“ freigegeben.[1] Solange der Film auf dem Index stand, durften nur gekürzte Fassungen im freiempfangbaren Fernsehen gezeigt werden.

Laut Aussagen von Mitarbeitern der Amundsen-Scott-Südpolstation werden traditionell nach Abflug des letzten Flugzeugs zu Beginn des Winters am Südpol beide Versionen von The Thing gemeinschaftlich angesehen.[4][5]

Auf dem Computerbildschirm steht „27,000 hrs“ bis zur vollständigen Verseuchung der Erde. Dies wurde in der deutschen Synchronisation fälschlicherweise als „siebenundzwanzig Stunden“ übersetzt (tatsächlich siebenundzwanzigtausend Stunden = 1125 Tage oder etwas mehr als drei Jahre).

John Carpenter, ein erklärter Fan von Howard Hawks, verbeugt sich schon in Halloween – Die Nacht des Grauens (1978) vor dem klassischen Vorgänger, indem er ihn eingangs im Abendprogramm laufen lässt. Außerdem hat Carpenter im Film einen Gastauftritt als Norweger.

Der Film startete am 25. Juni 1982 in den US-amerikanischen Kinos, am 22. Oktober 1982 erfolgte der deutsche Kinostart.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der seine Science-Fiction- und Horroreffekte perfekt setzende Film hat nur noch wenig mit seinem berühmten Vorgänger (1951) zu tun: Er wurde in erster Linie ein Ausstellungsstück für die verblüffenden Möglichkeiten der Trick- und Spezialtechniken des modernen Hollywood-Kinos, doch angesichts der damit produzierten Ekelszenen, Blutorgien und Leichensezierereien mag man solche Trickkunst kaum würdigen. Carpenter begnügt sich mit der Sensation, innere Spannung und ironische Brechungen kommen zu kurz.“

„Die Trick- und Maskentechnik hat sich fast bis zur vollkommenen Perfektion weiterentwickelt. […] Hier liegt auch eine Gefahr – nämlich daß der Film lediglich aufgrund seiner Spezialeffekte funktioniert, die beim Zuschauer in aller Regel nur Ekel- und Abscheugefühle hervorrufen. Durch das geradezu inflationäre Auftreten ähnlich gelagerter Schockbilder in anderen Horrorfilmen wurde ein trauriger Konkurrenzkampf initiiert, in dem ein jeder die breit ausgemalten Abscheulichkeiten seiner Vorgänger zu übertreffen versucht. Halbwegs intelligent gemachter Horror sollte sich allerdings nicht in unappetitlichen Schaueffekten erschöpfen, sondern sich vielmehr tiefenpsychologischer Dimensionen befleißigen.“

„In der Hawks-Version war nicht der Kampf der Menschen gegen einen destruktiven, scheinbar unvermeidbaren Eindringling das zentrale Thema, sondern der Konflikt der Konzeptionen zweier gegensätzlicher Gruppen (Soldaten/Wissenschaftler), den das Monster als Katalysator zum Ausbruch brachte. […] Doch was ein Horror-SF-Film von nervenzerrendem Thrill um eskalierende Panik und Paranoia (Wer ist noch Mensch oder schon Monster?) hätte sein können, wurde nur ein reichlich lahmer mechanistischer Schocker. Denn Carpenter degradiert seine Darsteller (Kurt Russell als der Mann am Flammenwerfer) zu Stichwortgebern für Tricktechniker in einem Experiment in Terror. Die brillieren besonders bei den Transformationen des Monsters: wenn die Eingeweide explodieren. Aber sie demonstrieren auch, daß die neue Ästhetik des Schocks der Nach-„Alien“-Ära zwar drastischer denn je ist, doch daß derart potenzierte Ekeleffekte in einem emotionalen Vakuum einen eher grotesken als grausigen Eindruck hervorrufen.“

Helmut W. Banz: [8]

„Die Effekte, mit denen das geschieht, sind in der Tat unerhört. Die Maskenbildner, die inzwischen offenbar auf den Schlachthöfen in die Lehre gehen, leisten Unglaubliches. Doch irgendwie rächt sich das Sichtbarmachen des Unvorstellbaren. So sehr man das blutrünstige Schauspiel der verrückt spielenden blutigen Innereien bewundert – richtig zusammengezuckt bin ich nur, als sich die Männer zur Blutentnahme mit dem Messer den Daumen aufschnitten. Hier hatte der Schrecken meine bescheidenen Vorstellungsverhältnisse wieder eingeholt. […] Ein solch idealistischer Amoklauf im ewigen Eis hat alle Symptome des bedrohlichen Irrsinns. Der unheimliche Feind wird ausgebrannt, egal, einen wie engen Freund er befallen hat. So wirkt das "Ding" auch als hygienische Zwangsvorstellung, die in einen mörderischen Säuberungswahn umkippt. Dem „Ding“ geht man zu Leibe wie einst die frommen Christen den heidnischen Indios.“

Ableger und weitere Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 erschien mit dem Kinofilm The Thing ein Prequel (Vorgeschichte) zum Film, in dem die Ereignisse im Camp der Norweger erzählt werden.

Der Film erlebte 2002 eine interaktive Fortsetzung als Computerspiel und wurde unter dem Namen The Thing – Das Ding aus einer anderen Welt für den PC sowie für diverse Konsolen entwickelt. Das Videospiel zählt zum Survival-Horror-Genre.

Der Science-Fiction-Autor Alan Dean Foster schrieb den Roman zum Film, der von Heinz Nagel ins Deutsche übersetzt wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Freigabebescheinigung für Das Ding aus einer anderen Welt. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, September 2009 (PDF; Prüf­nummer: 53 288-c V).
  2. Anne Billson: The Thing set on survival - Slated by critics on its release 27 years ago, John Carpenter's The Thing has since established itself as a modern sci-fi masterpiece. In: theguardian.com. 27. August 2009, abgerufen am 3. Februar 2016.
  3. John Carpenter's The Thing (1982) Music By Ennio Morricone - Additional Music By John Carpenter In Association With Alan Howarth. In: examiner.com. 11. Oktober 2011, abgerufen am 3. Februar 2016 (englisch).
  4. Bild der Filmvorführung auf antarctic-adventures.de, vom 18. Februar 2007.
  5. Blog von „Iceman“ (englisch) auf antarctic-adventures.de, Eintrag vom 25. Februar 2007.
  6. Das Ding aus einer anderen Welt. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  7. Heyne Science Fiction Magazin. Ausgabe 6/1983.
  8. Im Kino: Mittelmäßig in Die Zeit. Ausgabe 45/1982 vom 5. November 1982.
  9. Von Fortsetzung verfolgt in Der Spiegel. Ausgabe 45/1982 vom 8. November 1982.