The Hateful Eight

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Filmdaten
Deutscher Titel The Hateful 8 (Deutschland & Österreich)
The Hateful Eight (Schweiz)
Originaltitel The Hateful Eight
The Hateful Eight film logo.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 168[Anm. 1] Minuten
187[Anm. 2][1] Minuten
Altersfreigabe FSK 16[2]
JMK 16[3]
Stab
Regie Quentin Tarantino
Drehbuch Quentin Tarantino
Produktion Richard N. Gladstein,
Shannon McIntosh,
Stacey Sher
Musik Ennio Morricone
Kamera Robert Richardson
Schnitt Fred Raskin
Besetzung

The Hateful Eight (in Deutschland und Österreich The Hateful 8; alternative Schreibweise The H8ful Eight) ist ein US-amerikanischer Western aus dem Jahr 2015. Es ist der achte Spielfilm von Regisseur Quentin Tarantino, der auch das Drehbuch schrieb.[4] Zu den Hauptdarstellern zählen Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins, Demián Bichir, Tim Roth, Michael Madsen und Bruce Dern.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt einige Jahre nach dem Sezessionskrieg[5] in Wyoming und erzählt in Form eines Kammerspiels von acht Personen, deren Wege sich während eines Schneesturms in einer Herberge an einem Gebirgspass kreuzen. Er ist, wie bei Tarantino üblich, in Kapitel aufgeteilt. Die Erzählreihenfolge ist jedoch nicht immer chronologisch.

Kapitel 1: Die letzte Kutsche nach Red Rock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während eines Schneesturms transportiert der schwarze Kopfgeldjäger Marquis Warren die Leichen von drei zur Fahndung Ausgeschriebenen in die Stadt Red Rock, als sein Pferd verendet. Er hält eine vorbeikommende Kutsche an, die von einem Mann namens O.B. gelenkt wird. Seine Passagiere sind „Der Henker“ John Ruth, ebenfalls Kopfgeldjäger, und seine Gefangene Daisy Domergue. Widerwillig lässt Ruth Warren mitfahren. Warren zeigt Ruth einen Brief, den ihm Präsident Abraham Lincoln persönlich geschrieben haben soll.

Kapitel 2: Schweinehund in der Pfanne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Domergue auf den Brief spuckt, schlägt Warren sie, so dass sie aus der Kutsche fällt. Da sie an Ruth gefesselt ist, zieht sie auch ihn aus der Kutsche. Mitten im Schneesturm kommt Chris Mannix auf sie zu, der Ruth überreden kann, ihn mitzunehmen. Mannix behauptet, in Red Rock die Stelle des Sheriffs anzutreten. Ruth traut ihm nicht, daher schließen er und Warren eine Allianz, um gegenseitig ihre Kopfgelder zu beschützen. Mannix provoziert Warren durch die kontroverse Darstellung der Schlacht von Baton Rouge, in der Warren auf Seiten der Union und Mannix’ Vater auf Seiten der Konföderierten gekämpft hatte.

Kapitel 3: Minnies Miederwarenladen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der Schneefall immer dichter wird, nimmt die Gruppe Zuflucht in Minnies Hütte. Dort treffen sie auf Bob, den Mexikaner, der vorgibt, in Abwesenheit der Eigentümerin Minnie Mink und von Sweet Dave die Herberge zu bewirtschaften. Weitere Anwesende sind Oswaldo Mobray, der Henker der Stadt Red Rock, der Cowboy Joe Gage und der ehemalige Konföderierten-General Sanford „Sandy“ Smithers. Ruth entwaffnet mit Warrens Hilfe Mobray und Gage, da er befürchtet, diese stünden mit Domergue im Bunde und wollten sie befreien.

Während des Essens beschuldigt Mannix Warren, den Lincoln-Brief gefälscht zu haben. Warren gibt die Fälschung zu und erzählt, dadurch habe er etwas mehr Spielraum bei weißen Rassisten. Ruth empört sich über den vermeintlichen Betrug, da er durch die Lüge seine Allianz gefährdet sieht.

Warren demütigt den General, indem er behauptet, seinen Sohn umgebracht zu haben. Er überlässt Smithers einen seiner Revolver und provoziert ihn weiter, indem er erzählt, wie er den Sohn gefoltert und sexuell missbraucht habe. Als Smithers nach dem Revolver greift, erschießt Warren ihn.

Kapitel 4: Domergue hat ein Geheimnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Gruppe durch die Konfrontation abgelenkt ist, beobachtet Domergue, wie jemand den Kaffee vergiftet. O.B. und Ruth trinken davon, erbrechen Blut und kollabieren. Mannix ist kurz davor, ebenfalls vom Kaffee zu trinken, unterlässt dies jedoch, als Ruth ihn warnt. Benebelt schlägt Ruth auf Domergue ein. Sie greift nach seinem Revolver und erschießt ihn. Warren entwaffnet sie und lässt sie gefesselt bei Ruths Leiche zurück.

Warren befiehlt der Gruppe, sich an der Wand aufzustellen, da er herausfinden will, wer den Kaffee vergiftet hat. Er vertraut Mannix, da er auch beinahe vom Kaffee getrunken hätte. Auch Bob kann es nicht gewesen sein, da dieser in der fraglichen Zeit zwischen dem Essen und dem Tod von Ruth und O.B. auf dem Klavier gespielt hat. Allerdings leitet Warren her, dass Bob die Lodge-Besitzerin Minnie und Sweet Dave umgebracht haben muss, und erschießt ihn. Als Warren damit droht, auch Domergue mit dem Kaffee umzubringen, gibt Joe Gage zu, dass er den Kaffee vergiftet hat.

Jody, ein weiterer Mann, der sich im Keller versteckt hält, schießt Warren durch den Fußboden in die Hoden. Mobray zieht eine verborgene Waffe und schießt auf Mannix, der schwer verletzt noch zurückschießen kann und Mobray ebenfalls schwer verletzt.

Kapitel 5: Die vier Passagiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kapitel erzählt in einer Rückblende den Verlauf des Vormittags. Bob, Gage, Jody und Mobray kommen mit einer Kutsche zu „Minnies Kurzwarenladen“ und töten alle außer Smithers. Sie haben vor, Ruth in einen Hinterhalt zu locken, um Jodys Schwester Daisy Domergue zu befreien. Da eine weitere Person die Situation authentischer macht, lassen sie Smithers am Leben, wenn er verspricht, den Plan nicht zu verraten. Sie werfen die Leichen in den Brunnen, vernichten alle Beweise ihrer Tat und verstecken Waffen. Als die Kutsche eintrifft, versteckt sich Jody im Keller.

Letztes Kapitel: Schwarzer Mann, weiße Hölle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mannix und Warren, beide schwer verletzt, halten Domergue, Gage und den sterbenden Mobray mit vorgehaltener Waffe in Schach. Mannix droht, Domergue zu erschießen, sollte Jody den Keller nicht verlassen. Nachdem Jody hinaufgestiegen ist, schießt Warren ihm in den Kopf. Domergue droht Mannix und Warren damit, dass weitere 15 Männer von Jodys Bande darauf warten, die Stadt Red Rock zu plündern und sie aus den Händen von Warren zu befreien, falls Mannix Warren nicht erschießen sollte. Sie versucht ihn mit den Kopfgeldern zu locken, die auf sie und ihre Bandenmitglieder ausgesetzt sind. Mannix jedoch traut ihr nicht. Gage zieht einen versteckten Revolver unter einem Tisch hervor, wird aber von Mannix und Warren erschossen. Warren versucht, auch Domergue zu erschießen, er hat jedoch keine Munition mehr. Mannix sieht in Domergues Drohungen einen Bluff, wird aber wegen des Blutverlusts ohnmächtig. Domergue befreit sich, indem sie Ruths Arm mit der Handschelle mit einer Machete abhackt. Als sie Mannix’ Waffe erreicht, kommt er wieder zu Bewusstsein und verwundet Domergue. Warren überredet Mannix, Domergue zu Ehren von Ruth am Dachbalken zu erhängen. Als sie tot ist und Warren und Mannix im Sterben liegen, liest Mannix den gefälschten Lincoln-Brief vor und bewundert Warren für dessen „schönen Einfall“.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Hateful Eight: Live-Lesung des Drehbuchs im United Artists Theatre in Los Angeles am 19. April 2014

Die Produktionsvorbereitungen begannen im Mai 2014.[6] Im Januar 2014 war das Drehbuch illegal im Internet verbreitet worden, weshalb Tarantino in Betracht gezogen hatte, das Filmprojekt abzubrechen.[7] Am 19. April 2014 organisierte das Los Angeles County Museum of Art eine öffentliche Lesung des noch unvollständigen Drehbuchs im United Artists Theatre in Los Angeles, bei der Tarantino gemeinsam mit Mitgliedern des Casts, darunter Jackson, Russell, Roth, Madsen, Goggins und Dern, vorlas.[8][9]

Dreharbeiten und Nachproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten dauerten vom 23. Januar bis zum 12. März 2015.[10] Gedreht wurde in Telluride, Colorado.[11][12] Fred Raskin war nach seiner ersten Zusammenarbeit mit Tarantino für Django Unchained erneut für den Schnitt verantwortlich.

Kameraarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarantino arbeitete wie schon bei Kill Bill – Volume 1, Kill Bill – Volume 2, Inglourious Basterds und Django Unchained mit dem Kameramann Robert Richardson zusammen. Gedreht wurde auf 65-mm-Film im Format Ultra Panavision 70. Bei Panavision wurden für den Film anamorphe Objektive aus dem Archiv geholt, die seit 1966 nicht mehr zum Einsatz gekommen waren.[13] Diese Objektive ergeben Bilder mit einem Seitenverhältnis von 2,76:1, ein ultraweites Bildformat, das in den 1950ern und 1960ern bei Filmen wie Ben Hur (1959), Meuterei auf der Bounty (1962), Eine total, total verrückte Welt (1963) und Die letzte Schlacht (1965) eingesetzt wurde.[14] Auch in der Postproduktion wurde jeglicher digitale Zwischenschritt vermieden.[15]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarantino ließ für diesen Film erstmals fast die gesamte Filmmusik komponieren. Er konnte dafür Ennio Morricone gewinnen, der das erste Mal seit Eine Faust geht nach Westen (1981) wieder Filmmusik für einen Western komponierte und diese in Prag einspielte.[16] Zudem wurden weitere Kompositionen für die Filme Exorzist II – Der Ketzer sowie Das Ding aus einer anderen Welt[17] verwendet, die ebenfalls von Ennio Morricone komponiert, aber damals nicht verwendet wurden.[18]

Als Trailermusik wurde außerdem der Song Hold On, I’m Coming von Welshly Arms verwendet.

Synchronisation [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronisation übernahm die Scalamedia GmbH in Berlin/München. Die Dialogregie stammte von Christoph Cierpka. Er schrieb auch zusammen mit Michael Schlimgen das Dialogbuch.

Rolle[19] Darsteller[19] Synchronsprecher[20]
Major Marquis Warren Samuel L. Jackson Engelbert von Nordhausen
John „The Hangman“ Ruth Kurt Russell Manfred Lehmann
Daisy Domergue Jennifer Jason Leigh Vera Teltz
Sheriff Chris Mannix Walton Goggins Matthias Deutelmoser
Bob „The Mexican“ Demián Bichir Carlos Lobo
Oswaldo Mobray Tim Roth Stefan Kurt
Joe Gage Michael Madsen Ekkehardt Belle
General Sandy Smithers Bruce Dern Reinhard Glemnitz
O.B. Jackson James Parks Martin Kautz
Six-Horse Judy Zoë Bell Isabelle Höpfner
Jordan „Jody“ Domergue Channing Tatum Daniel Fehlow
Erzähler Quentin Tarantino Tim Knauer

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem im Mai 2015 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes ein Teaser gezeigt worden war,[21] erschien am 12. August 2015 der erste offizielle Filmtrailer.[22]

Die Premiere fand am 7. Dezember 2015 im Arclight Hollywood Cinerama Dome in Los Angeles statt. Deutschlandpremiere war am 26. Januar 2016 im Zoo Palast in Berlin,[23] der deutsche Kinostart am 28. Januar 2016.

In einigen Kinos wird der Film in einer sogenannten „Roadshow“-Fassung von 70-mm-Filmmaterial projiziert. Diese Fassung ist mit 187 Minuten rund 20 Minuten länger als die digitale „Multiplex“-Fassung, wobei sich der Unterschied hauptsächlich aus einer Ouvertüre (3:48 Minuten) und einer zur Spieldauer gerechneten Pause von ungefähr 12 Minuten ergibt. Aber auch der eigentliche Film ist in der „Roadshow“-Fassung um einige Minuten länger.[24] Diese „Roadshow“-Fassung lief im deutschsprachigen Raum nur in fünf Kinos in Deutschland und Österreich. Allein für diese Vorführungen wurden 80.000 Kinokarten verkauft. Die Länge der deutschen Digitalfassung beträgt nach FSK 168 Minuten.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das dritte Kapitel wird in der deutschen Fassung mit „Kurzwarenladen“ betitelt, im Film wird dagegen nur vom „Miederwarenladen“ gesprochen.
  • Alle auftretenden Figuren sind am Ende der Handlung entweder tot oder so schwer verwundet, dass sie davon ausgehen, dies nicht zu überleben.
  • Wie in so vielen Filmen von Quentin Tarantino kommt auch in diesem die fiktive Zigarettenmarke Red Apple vor. In diesem Film allerdings zum ersten Mal als Tabak für selbstgedrehte Zigaretten.
  • Die Gitarre, die Kurt Russell in einer Szene zerschlägt, war ein 145 Jahre altes Leihstück aus dem Werksmuseum des Gitarrenbauers Martin. Man hatte nicht daran gedacht, das wertvolle Original rechtzeitig gegen eine Attrappe auszutauschen. Das Museum wird deshalb zukünftig keine Gitarren mehr an Filmproduktionen ausleihen.[25][26]
  • Auch in diesem Film tritt Quentin Tarantino selbst auf, allerdings ist er nur in der englischen Version zu hören, da er die Rolle des Erzählers übernahm.
  • Im Laufe des Films sind einige Parallelen zu früheren Filmen Tarantinos zu erkennen. So erinnert die grundsätzliche Situation einer Gruppe, die sich an einem abgeschiedenen Ort trifft und mindestens einen getarnten Widersacher unter sich hat, an Reservoir Dogs. Die Hinrichtung Domergues durch Warren und Mannix ähnelt dem Ende von Inglourious Basterds, als der SS-Mann Hans Landa von den amerikanischen Soldaten Raine und Utivich ein Hakenkreuz in die Stirn geritzt bekommt; die von Morricone komponierte Musik erinnert ebenfalls daran. Zudem werden erneut Kopfgeldjäger und die Rache eines Afroamerikaners gegen hochgestellte Südstaatler dargestellt, wie bereits im vorangegangenen Film Django Unchained.
  • Die von Six-Horse Judy (Zoë Bell) getragene Kleidung erinnert an das Kostüm Lex Barkers, das er als Old Shatterhand in den Karl-May-Verfilmungen trug. Tarantino bekennt sich dazu, ein großer Fan dieser Filme zu sein. Des Weiteren sind in der Spielweise Parallelen zu Zoe aus Death Proof zu erkennen und die Tatsache, dass sie genauso aus Neuseeland kommt.
  • Bis auf wenige Ausnahmen (etwa Jennifer Jason Leigh, Demián Bichir oder Channing Tatum) traten nahezu alle mitwirkenden Schauspieler bereits vorher in wenigstens einem Film Tarantinos auf. Besonders erwähnenswert sind hierbei Roth und Madsen, die schon in Tarantinos Erstlingswerk Reservoir Dogs mitspielten und es hiernach noch weitere Male taten, und Jackson, der in den meisten Werken des Regisseurs dabei war.
  • Die nicht-chronologische Erzählweise, bei der die Darstellung vorangegangener Ereignisse erst im Verlauf des Films gezeigt wird, ist ein wiederholtes Merkmal der Filme Tarantinos.
  • Warren hatte im US-Bürgerkrieg den Rang eines Majors inne. Zu dieser Zeit war Schwarzen jedoch die Offizierslaufbahn verwehrt.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Mühen haben sich gelohnt: 'The Hateful 8' ist ein typischer, ebenso wortgewandter wie bildgewaltiger Tarantino, zugleich ist er aber vielleicht auch der bisher sperrigste und exzessivste Film im Schaffen des Regisseurs.“

Björn Becher: Filmstarts.de[27]

„Dies ist sein, das darf verraten werden, in Bild und Ton geschwätzigster Film.“

Verena Lueken: Frankfurter Allgemeine Zeitung[28]

„Ein kompletter Totalausfall ist der Schneewestern auch dank seiner Schauspieler nicht geworden, ein neuerliches Meisterwerk ist dem König des gepflegten Zitierens großer Filme diesmal allerdings nicht gelungen. Es scheint fast so, als wäre der Regisseur schlichtweg zu optimistisch an die Idee herangegangen, einen kleinen Film schon irgendwie zu einem Großereignis dehnen zu können.“

Marek Bang: giga.de[29]

„Eine Art Eiswestern-Variante eines Agatha-Christie-Krimis, mit Major Marquis Warren in der Rolle des Hercule Poirot, der mit messerscharfer Beobachtungsgabe die Anzeichen der Bedrohung im Innern wahrnimmt, noch bevor er sie deuten kann. Es ist meisterlich geschrieben, meisterlich gefilmt, es liegt ein Ennio-Morricone-Score darunter, und Tarantino erzählt mit ungebrochenem Spieltrieb. Verwebt Hommage und Originalität, legt lustvoll Spuren, treibt die Gefangenen des Schnees langsam zur Explosion. Und, ja – es gehört dann wohl dazu, dass alles in einen surrealen Gewaltexzess mündet.“

Susan Vahabzadeh: Süddeutsche Zeitung[30]

„Erstmals stellt Tarantino das Theaterhafte, das seine Filme immer schon hatten, in den Vordergrund. […] Mit den oft langatmig mäandernden Wortgefechten in Minnies guter Stube, die alsbald in einen Süd- und einen Nordstaatensektor unterteilt ist, tastet sich Tarantino in die Abgründe von Rassismus, Hass und Willkür hinein, aus denen sich die heutige US-Gesellschaft mit ihren Brüchen und Härten geformt hat.“

Andreas Borcholte: Spiegel Online Kultur[31]

„"The Hateful 8" besteht im Grunde aus zwei Filmen, die in sechs Kapitel aufgeteilt sind. Die erste Hälfte ist ein dialogintensives Kammerspiel im Stil von ‚Reservoir Dogs‘. […] Dann beginnt ein Tarantino-typisches Gemetzel, das von einer längeren ‚Vorblende‘ unterbrochen wird, in der teils völlig neue Personen auftreten. Die Darsteller bieten ausnahmslos Spitzenleistungen. […] Quentin Tarantino zelebriert das Kino. Im nostalgischen 70-mm-Look und mit viel Blut, Schweiß und bitterbösem Humor. […] Fazit: Knallharter Schneewestern, der als wortreiches Kammerspiel beginnt und als exzessives Blutbad endet.“

Cinema.de[32]

„Was als (Schnee-)Western beginnt, erinnert in der kunstvollen Mischung aus Klaustrophobie, Paranoia und gegenseitigen Verdächtigungen immer mehr an eine Agatha-Christie-Verfilmung. Die Inszenierung betont durch ihr extremes Breitwandformat die bedrängende Enge, die detailreichen Bilder zeigen jede Pore, die Darsteller haben sichtlich Freude an ihren überzeichneten Rollen. Trotz solch formaler Originalität haftet dem Film aber ein ernüchternder Beigeschmack an: Noch bombastischer lässt sich ein Kammerspiel kaum noch aufblasen.“

Filmdienst[33]

Boykottaufruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2015 nahm Tarantino an einer von Black Lives Matter organisierten Demonstration teil. Diese Organisation protestiert mit teilweise kontroversen Aktionen gegen die ihrer Ansicht nach überproportionale Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten. Bei dieser Veranstaltung sagte Tarantino:

“When I see murders, I do not stand by … I have to call a murder a murder, and I have to call the murderers the murderers.”

„Wenn ich Morde sehe, kann ich nicht nur danebenstehen … Ich muss diese Morde Morde nennen und die Mörder Mörder nennen.“

Daraufhin äußerten sich mehrere Polizeigewerkschaften und -verbände und drohten an, den Film The Hateful Eight und andere Tarantinofilme zu boykottieren.[34] Die Verbände riefen ihre Mitglieder auf, Events um den Film herum nicht mehr zu schützen.[35][36] In einem Interview mit der Los Angeles Times sagte Tarantino, dass er weder Polizisten hasse noch sich einschüchtern lasse.[37][38]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscarverleihung 2016[39]

Golden Globe Awards 2016[40]

British Academy Film Awards 2016[41]

Saturn Awards 2016[42]

Critics’ Choice Movie Awards Jan. 2016[43]

Weitere Ehrungen:

  • National Board of Review Awards 2015: Beste Nebendarstellerin (Jennifer Jason Leigh) und Bestes Originaldrehbuch
  • Chicago Film Critics Association Awards 2016: Beste Filmmusik (zudem nominiert in den Kategorien Beste Nebendarstellerin, Bestes Original-Drehbuch und Beste Kamera)
  • Austin Film Critics Association Awards 2015: Beste Filmmusik (zudem nominiert in den Kategorien Beste Regie, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch und Beste Kamera)
  • Denver Film Critics Society Awards 2016: Beste Filmmusik (zudem nominiert in den Kategorien Beste Nebendarstellerin und Bestes Originaldrehbuch)
  • Hollywood Film Award 2015: Bestes Schauspielensemble

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Länge der deutschen Digitalfassung nach FSK.
  2. 70-mm-Roadshow (Originalfassung)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Hateful Eight – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Hateful Eight, 70 mm version (18). British Board of Film Classification. 14. Dezember 2015. Abgerufen am 29. Januar 2016.
  2. Freigabebescheinigung für The Hateful Eight. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  3. Alterskennzeichnung für The Hateful Eight. Jugendmedien­kommission.
  4. John Wenzel: „The Hateful Eight“ movie review: Quentin Tarantino’s new film a stark, brutal Western. In: The Denver Post. 18. Dezember 2015.
  5. Filming Starts for Quentin Tarantino’s The Hateful Eight. Abgerufen am 16. August 2015.
  6. Exclusive: Tarantino Movie “Hateful Eight” Has November Start Date. Abgerufen am 16. August 2015.
  7. Quentin Tarantino Shelves ‘The Hateful Eight’ After Betrayal Results In Script Leak. Abgerufen am 16. August 2015.
  8. World Premiere of a Staged Reading by Quentin Tarantino: The Hateful Eight. Archiviert vom Original am 27. April 2014, abgerufen am 16. August 2015.
  9. Tarantino’s 'Hateful Eight’ Live-Read Reveals Script Still Developing. Abgerufen am 16. August 2015.
  10. Box office / business for The Hateful Eight. Abgerufen am 16. August 2015.
  11. Filming Starts for Quentin Tarantino’s The Hateful Eight. Abgerufen am 16. August 2015.
  12. Quentin Tarantino set to shoot „Hateful Eight“ in Colorado. Abgerufen am 16. August 2015.
  13. The Hateful Eight Featurette – Ultra Panavision, ab 4:30min. 24. November 2015. Abgerufen am 2. Dezember 2015.
  14. More Pictures from Quentin Tarantino’s ‘Hateful Eight’ as First Trailer Screens for Cannes Crowd. 14. Mai 2015. Abgerufen am 2. Dezember 2015.
  15. How Quentin Tarantino Resurrected Ultra Panavision 70 for 'The Hateful Eight’ Roadshow. 28. August 2015. Abgerufen am 20. Dezember 2015.
  16. Tarantino and Morricone settle the score in Prague. Abgerufen am 16. August 2015.
  17. Kory Grow: Ennio Morricone Goes Inside 'Hateful Eight’ Soundtrack. In: rollingstone.com. 11. Januar 2016, abgerufen am 3. Februar 2016.
  18. IMDb: The Hateful 8 (2015) – Soundtracks. In: imdb.com. Abgerufen am 2. Februar 2016.
  19. a b Besetzung und Crew für „The Hateful 8“. Internet Movie Database, abgerufen am 24. Februar 2016.
  20. The Hateful Eight. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 24. Februar 2016.
  21. More Pictures from Quentin Tarantino’s 'Hateful Eight’ as First Trailer Screens for Cannes Crowd. Abgerufen am 16. August 2015.
  22. The new Quentin Tarantino Trailer: 'The Hateful Eight'. Abgerufen am 16. August 2015.
  23. THE HATEFUL 8: Quentin Tarantino + Cast präsentieren Deutschlandpremiere in Berlin. In: Digitaleinwand.de. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  24. Sebastian H.: Which Version of The Hateful Eight to Watch and How (Englisch) In: The Quentin Tarantino Archives. 25. Dezember 2015. Abgerufen am 30. Januar 2016.
  25. Michelle Raaf: Historische Martin-Gitarre bei The Hateful Eight zerschmettert. In: Gitarrebass.de. 11. Februar 2016.
  26. Kurt Russell zerstörte im Wutanfall 140 Jahre alte Gitarre. In: kino.de
  27. Björn Becher: Rezension zu The Hateful Eight. In: Filmstarts.de
  28. Verena Luecken: Rezension zu The Hateful Eight. In: Faz.net. 27. Januar 2016.
  29. Rezension zu The Hateful Eight von Marek Bang für giga.de
  30. Rezension zu The Hateful Eight von Susan Vahabzadeh für sueddeutsch.de
  31. Rezension des Tarantino-Western „The Hateful 8“ von Spiegel Online Kultur
  32. Rezension zu The Hateful Eight. In: Cinema.de
  33. Rezension zu The Hateful Eight. In: Filmdienst.de
  34. 'Hateful Eight’ boycott: Backlash intensifies over Quentin Tarantino’s anti-cop hate campaign. In: Breitbart News Network. 27. Oktober 2015. Abgerufen am 31. Oktober 2015.
  35. Tarantino Says Police Groups Vilifying Critics of Brutality. New York Times. 4. November 2015. Abgerufen am 7. November 2015.
  36. Police Backlash Puts Pressure on Tarantino’s 'Hateful Eight’. New York Times. 2. November 2015. Abgerufen am 7. November 2015.
  37. Whipp, Glenn: Quentin Tarantino responds to police boycott calls: The complete conversation. Los Angeles Times. 4. November 2015. Abgerufen am 7. November 2015.
  38. Tarantino Says Won't Be Intimidated Over Movie Boycott Calls. New York Times. 3. November 2015. Abgerufen am 7. November 2015.
  39. Das sind alle Oscar-Nominierungen 2016. In: Welt Online. 16. Januar 2016, abgerufen am 28. Februar 2016..
  40. Golden Globe Awards 2016. Hollywood Foreign Press Association (HFPA), 10. Januar 2016, abgerufen am 28. Februar 2016.
  41. Nominations Announced for the EE British Academy Film Awards in 2016. In: bafta.org. Abgerufen am 28. Februar 2016.
  42. Saturn Awards 2016. In: Saturn Award. 24. Februar 2016, abgerufen am 28. Februar 2016.
  43. Critics’ Choice Awards 2016. In: Critics’ Choice Award. 17. Januar 2016, abgerufen am 28. Februar 2016.