Deutsches Milchkontor

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Deutsches Milchkontor GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Juli 2010
Sitz Zeven, DeutschlandDeutschland Deutschland[1]

Leitung

  • Josef Schwaiger (Sprecher der Geschäftsführung)
  • Volkmar Taucher
  • Dirk Gloy
  • Sönke Voss
  • Ingo Müller
  • Michael Feller
  • Ines Krummacker
Mitarbeiter 7.758, davon 259 Auszubildende[2]
Umsatz 4,6 Mrd. Euro
Branche Molkereien
Website www.dmk.de
Stand: 31. Dezember 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015
Standort Coesfeld (Luftbild, 2014)

Die Deutsches Milchkontor GmbH (DMK) ist eines der größten deutschen Molkereiunternehmen. Sie entstand durch Fusion der beiden genossenschaftlich organisierten norddeutschen Unternehmen Humana Milchunion und Nordmilch, die schon bisher die größten deutschen Milchverarbeiter waren. Hinter der heutigen DMK GROUP stehen rund 8.900 Milcherzeuger und 7.440 Mitarbeiter[1]. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich im niedersächsischen Zeven[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Februar 2011 stimmten die landwirtschaftlichen Vertreter der Nordmilch eG mit 98,5 % der Fusion der Nordmilch AG und der Humana Milchindustrie GmbH zur DMK Deutsches Milchkontor GmbH zu. Bereits zuvor hatten die Genossen der Humana eG und die Erzeugergenossenschaft Bad Bibra als Miteigentümer der Humana Milchindustrie GmbH die Verschmelzung ihrer betrieblichen Tochtergesellschaft zum größten deutschen Milchverarbeiter abgenickt[3]. Der Zusammenschluss erfolgte rechtlich rückwirkend zum 1. Juli 2010. Der gemeinsame Geschäftsbetrieb wurde zum 1. Mai 2011 aufgenommen. Nach Presseangaben wurden zum Zeitpunkt der Fusion in den unter DMK vereinten Betrieben rund 6,7 Mrd. Kilo Milch von über 11.000 Bauern verarbeitet[4]. Bereits im Jahre 2004 hatten die beiden Unternehmen eine Fusion geplant, die jedoch gescheitert war. Dennoch arbeitete man eng zusammen, unter anderem durch Bündelung des Vertriebs in der Nordkontor-Milch GmbH im Jahre 2009[5].

Am 10. März 2012 wurde bekannt, dass auch die genossenschaftlichen Gesellschafter von DMK mit ihren rund 11.000 Mitgliedern verschmolzen werden sollten.[6] Am 20. Juni 2012 stimmten die Vertreter der Nordmilch eG und Humana Milchunion eG mit 100 bzw. 98,2 % für die Fusion. Im Mai 2012 hatten sich bereits die Vertreter der Molkereigenossenschaft Bad Bibra eG mit rund 92 Prozent für ein Verschmelzen ausgesprochen.[7]

Im November 2012 erwarb DMK eine Mehrheitsbeteiligung am nordrhein-westfälischen Unternehmen Rosen Eiskrem, die mittelfristig mit der DMK Eis GmbH verschmolzen werden soll. DMK stieg damit zum größten Eisproduzenten Deutschlands auf. Das Bundeskartellamt stimmte der Übernahme der Rosen Eiskrem GmbH in Waldfeucht und der Rosen Eiskrem Süd GmbH mit Sitz in Nürnberg am 27. März 2013 zu.

2013 wurde DMK auf der Internationalen Grünen Woche Berlin von der DLG mit dem „European Dairy Award 2013“ für unternehmerische Leistung geehrt.

Im März 2016 erteilte die Europäische Kommission ohne Auflagen die Freigabe zur Übernahme des zweitgrößten niederländischen Käseerzeugers DOC Kaas im Wege einer Fusion. DOC Kaas wird ein vollständiges Tochterunternehmen, operiert aber eigenständig und behält seine genossenschaftliche Struktur.[8]

Als Reaktion auf verringerte Milchmengen teilt die DMK GROUP im Juni 2017 mit, dass die Werke in Rimbeck und Bad Bibra nicht mehr weitergeführt werden sollen. Auch soll am Standort Nordhackstedt in Schleswig-Holstein die Konfektionierung/ Käseaufschnitt eingestellt werden. Als Grund werden Kündigungen von Milcherzeugern bis zu 1,7 Milliarden Kilogramm Milch in den kommenden beiden Jahren genannt.[9]

Eigentümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaber der DMK Deutschen Milchkontor GmbH sind [10]:

  • Deutsches Milchkontor eG (92,22 %)
  • Milchwerke Thüringen GmbH (7,78 %)

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DMK Deutsches Milchkontor GmbH, Zeven (100 %)
    • DMK Versicherungskontor GmbH, Bremen (100 %)
    • DMK Baby GmbH, Bremen (100 %)
    • Milchhof Magdeburg GmbH (100 %)
    • DP Supply GmbH (100 %)
    • wheyco GmbH (100 %)
    • Humana GmbH (100 %)
    • sanotact GmbH (100 %)
    • sunval Nahrungsmittel GmbH (100 %)
  • DMK Eis GmbH, Everswinkel (100 %)

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsches Milchkontor GmbH verfügt über 26 Standorte in 10 Bundesländern:[11]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Milcherzeugern wird kritisiert, dass durch die neue Marktmacht des Unternehmens mit 11.000 Milcherzeugern mit 6,7 Mrd. kg Milch[12] für viele Milcherzeuger kaum noch Vermarktungsalternativen bestehen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutsches Milchkontor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c DMK GROUP auf einen Blick, abgerufen am 7. August 2015.
  2. Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 im eBundesanzeiger
  3. http://www.presseportal.de/pm/59769/1759871/weg-frei-fuer-fusion-humana-und-nordmilch-schliessen-sich-zu-deutschlands-groesstem
  4. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/fusion-nordmilch-humana-deutsches-milchkontor-startet-am-1-mai/4116840.html
  5. http://www.dmk.de/de/unternehmen/geschichte/
  6. DMK: Jetzt kommt die Vollfusion, topagrar.com, 10. März 2012, Zugriff am 10. März 2012.
  7. http://www.topagrar.com/news/Rind-News-DMK-Genossenschaften-fusionieren-865748.html
  8. http://www.faz.net/agenturmeldungen/unternehmensnachrichten/roundup-gruenes-licht-fuer-fusion-zwischen-molkerei-groessen-dmk-und-doc-kaas-14105443.html
  9. DMK GROUP will sich schlanker aufstellen In: PM der DMK Group vom 28.06.2017.
  10. Konzernstruktur Deutsches Milchkontor eG Konzern, abgerufen am 14. August 2015
  11. vgl. dmk.de: Alle Standorte in der Übersicht, abgerufen am 13. Juli 2015.
  12. Umsatz bei topagrar.com abgerufen 4. Juli 2011