Die Woche (1993–2002)

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Die Woche

Beschreibung Wochenzeitung
Verlag Jahreszeiten Verlag
Hauptsitz Hamburg
Erstausgabe 18. Februar 1993
Einstellung 8. März 2002
Gründer Manfred Bissinger
Erscheinungsweise wöchentlich/donnerstags
Weblink woche.de (Memento vom 4. März 2000 im Internet Archive)
ISSN (Print) 0945-2125
ZDB 1143379-6

Die Woche war eine 1993 von der Ganske-Verlagsgruppe gegründete Wochenzeitung, die eine linksliberale Ausrichtung hatte und ein „Gegenpol“ zur Wochenzeitung Die Zeit sein sollte.[1] Das Blatt erhielt mehrere Preise für seine innovative Gestaltung.

Publikationsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gründer und Herausgeber war der Journalist und Publizist Manfred Bissinger, bis Ende 2000 auch Chefredakteur, gefolgt von Hans-Ulrich Jörges (Januar bis Dezember 2001)[2] und Sabine Rosenbladt[3] (Dezember 2001 bis März 2002). Geschäftsführer von Die Woche war Klaus Teichmann.

Die Woche hatte in den letzten drei Jahren eine Auflage von rund 130.000 bis 135.000 Exemplaren[4] und 35.000 Abonnenten. Die Woche erschien donnerstags. Sie hatte einen Umfang von 38–42 Seiten und war mit einem Schwerpunkt auf moderner Optik sowie vom journalistischen Stil als jüngere Konkurrenz zur Wochenzeitung Die Zeit gedacht. „Gegenüber der ›Zeit‹ war das Erscheinungsbild der ›Woche‹ eine kleine Revolution.“[4] Die Wochenzeitung war das Prestigeobjekt von Verleger Thomas Ganske.[1]

Der Fernsehmoderator und Publizist Roger Willemsen schrieb von Beginn an bis zum Ende ihres Erscheinens eine wöchentliche Kolumne.[5] Willemsen erhielt dafür von Bissinger eine absolut freie Hand.[6] Weitere Autoren waren unter anderem Horst Stern, Sigrid Löffler, Tilman Spengler, Peter Glotz, Till Briegleb,[7] Mathias Bröckers, Henryk M. Broder,[8] Wolfgang Storz,[9] Frank Nordhausen, Marc Pitzke und Susanne Fischer.

Die Woche war die erste durchgängig farbig gestaltete Wochenzeitung in Deutschland und erhielt mehrere Preise für ihr „außergewöhnliches Design“.[10] Kontrastierende Schriftarten, ein farbiges Orientierungssystem aus Balken und Quadraten, farbige Symbole und reduzierte Zeichen erhöhten die Lesefreundlichkeit.[4] Für die Blattgestaltung waren die ›Art Directors‹ Lo Beier und ab 1997 Dirk Linke[11] federführend.

Neu war auch - „angesichts des Mangels an kontroversen öffentlichen Auseinandersetzungen zu Grundsatzfragen“ - gegensätzliche Meinungen austragen zu lassen, gelegentlich sogar auf der Titelseite. Damit wurde Die Woche „stilbildend für den Zeitungsmarkt“. Außerdem war Die Woche die erste Zeitung, die eine feste Seite über die Medienbranche etabliert hat.[12] Als erste Zeitung in Deutschland übernahm Die Woche auch die neuen Rechtschreibregeln. Später hielt Bissinger diese Entscheidung für einen „Irrtum“ und bezeichnete die Einführung als „voreilig“.[12]

Von Anfang an hatte Die Woche eine starke Konkurrenz mit der fast zeitgleichen Gründung von Focus durch den Burda-Verlag und der ehemals ostdeutschen Zeitung Die Wochenpost, die ab 1991 von Gruner + Jahr bundesweit verbreitet worden war.[2] Anfang 1997 übernahm Die Woche die Wochenpost, die bis Mai 1997 als Beilage erschien. Verkaufsverhandlungen der Woche im Februar 2002 mit der Essener WAZ-Gruppe scheiterten. Am 8. März 2002 musste die Zeitung aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Tragfähigkeit eingestellt werden.[10] Bissinger ist der Ansicht, dass „mit der Digitalisierung der Medienwelt [.] es unwahrscheinlich geworden [ist], dass noch jemals wieder eine Zeitschrift oder Zeitung mit einem umfassenden Themenanspruch außerhalb enger Marktnischen neu gegründet werde.“[13] Die Woche sei „nicht an zu wenig Lesern gescheitert; es fehlten einfach die Anzeigen.“[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ulrike Simon: „Die Woche“: Schattengewächs. In: Tagesspiegel, 19. Februar 2000.
  2. a b c Clemens von Frentz und Lutz Reiche: Nach neun Jahren kam das Aus. In: manager magazin, 6. März 2002.
  3. Ilse Lenz (Hrsg.): Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-14729-1, S. 1158 in Google Bücher.
  4. a b c Uwe Göbel: Zeitschriftengestaltung im Wandel. In: Publizistik. Viertelsjahreshefte für Kommunikationsforschung, 2002, Nr. 3.
  5. Manfred Bissinger: Liebe in der Wahrheit. In: hundertvierzehn.de – das literarische Online-Magazin des S. Fischer Verlags, 22. Februar 2016.
  6. Rosvita Krausz: Erinnerungen an Roger Willemsen. Freigeist und Menschenfreund. In: Deutschlandfunk, Radio-Feature, 12. Mai 2017, 50 Min., Manuskript als PDF; (24 S., 421 kB).
  7. Till Briegleb: Der Selbstgerechte. Mit beispielloser Rücksichtslosigkeit ramponiert Marcel Reich-Ranicki seinen legendären Ruf als Literatur-Papst. (Memento vom 3. Dezember 2000 im Internet Archive). In: Die Woche, 18. August 2000, Nr. 34.
  8. Dominik Betz und Gregor Haschnik: Der Polemiker. In: Telepolis, 14. Februar 2009, Interview.
  9. Wolfgang Storz. In: bild-studie.de, aufgerufen am 3. Mai 2017.
  10. a b Wochenzeitung: »Die Woche« wird eingestellt. In: stern.de, 6. März 2002.
  11. Dirk Linke berät Ganske Verlagsgruppe. In: horizont.net, 16. August 2000.
  12. a b c Statt eines Vorworts. Manfred Bissinger im Gespräch mit Roger Willemsen. In: Lauter Widerworte, ISBN 978-3-455-50206-0, S. 11–28.
  13. dpa: Manfred Bissinger – ein besonderer Medienmacher. (Memento vom 13. Mai 2017 im Webarchiv archive.is). In: Hamburger Abendblatt, 4. Oktober 2015.
  14. Was ist der Unterschied zwischen dem Oscar in Hollywood und den ADC-Medaillen in Berlin? In: kressreport, 13. März 1998.