Donna Leon – Venezianisches Finale

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Folge der Reihe Donna Leon
OriginaltitelVenezianisches Finale
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
EinordnungFolge 5 (Liste)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
23. Oktober 2003 auf Das Erste
Stab
RegieSigi Rothemund
DrehbuchKathrin Richter
Ralf Hertwig
ProduktionMalte Grunert
MusikRobert Schulte Hemming
Jens Langbein
André Rieu
KameraDragan Rogulj
SchnittDarius Simaifar
Besetzung

Venezianisches Finale ist ein deutscher Fernsehfilm von Sigi Rothemund aus dem Jahr 2003, der auf dem gleichnamigen Roman von Donna Leon basiert. Es handelt sich um den 5. Filmbeitrag der Donna-Leon-Filmreihe.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commissario Brunetti ermittelt in seinem fünften Fall in dem Todesfall des Operndirigenten Helmut Wellauer, der vergiftet in der Garderobe aufgefunden wurde. Brunetti erfährt, dass der Stardirigent um sich herum sehr viele „Feinde“ hatte, denn seine Art, mit den Leuten umzugehen, brachte ihm wenig Zuneigung. Nach Angaben der Betroffenen hatte Wellauer Spaß daran Macht auszuüben, Karrieren zu fördern oder zu zerstören, je nach Lust und Laune. So hatte er einem berühmten Opernsänger versprochen, als Gegenleistung für dessen Zusage, bei einer von Wellauers Inszenierungen mitzuwirken, für eine Freundin ein Engagement bei den Händelfestspielen zu verschaffen. Diese Zusage hatte er nicht eingehalten, was zu einem Disput zwischen dem Tenor und dem Dirigenten führte.

Des Weiteren ahndete Wellauer jegliche Undiszipliniertheiten von Sängern oder Instrumentalisten mit verletzenden Bemerkungen. Ebenso hatte er sehr antiquierte Moralvorstellungen; die lesbische Beziehung der Sopranistin Flavia Petrelli war ihm ein Dorn im Auge. Petrelli macht keinen Hehl aus ihrer Verachtung gegenüber dem Dirigenten.

Brunettis Vorgesetzter Vice Questore Patta drängt den Commissario, den Fall mit äußerster Priorität, aber auch Diskretion zu behandeln. Er hält die wesentlich jüngere Ehefrau von Wellauer für durchaus verdächtig, doch auf Brunetti macht sie einen authentischen Eindruck. Ihre Bestürzung über den überraschenden Tod scheint ihm echt zu sein.

Im Gespräch mit dem ersten Geiger aus Wellauers Orchester erfährt der Commissario von beginnenden Selbstzweifeln des Dirigenten. Seiner Meinung nach machte ihm in letzter Zeit das Alter massive Probleme. Durch die Recherche in Wellauers Terminkalender wird Brunetti auf einen Arzttermin aufmerksam. Er befragt den behandelnden Arzt, der von einem deutlichen Hörverlust des Dirigenten berichtet. Aufgrund der Nebenwirkung eines Antibiotikums hatte sich Wellauers Hörvermögen derart verschlechtert, dass eine komplette Taubheit drohte. Brunetti befragt daraufhin Wellauers einzigen Freund, ob er ihm gegenüber von seinen gesundheitlichen Problemen berichtet hätte. So erfährt Brunetti, dass Wellauer einmal geäußert hätte, lieber dem Ganzen ein Ende zu machen, als alt und gebrechlich zu werden. Damit liegt nahe, dass der Dirigent möglicherweise Selbstmord begangen hatte.

Diese Theorie erhärtet sich, als Brunetti noch einmal mit der Witwe des Opfers spricht. Sie ist Ärztin und gibt nun zu, ihrem Mann bewusst das Antibiotikum gespritzt zu haben, wohlwissend, dass er dadurch sein Gehör verlieren werde. Er hatte sich an ihrer Tochter aus erster Ehe vergangen und aus Rache wollte sie ihm das nehmen, was ihm am meisten bedeutete – die Musik. Aus Verzweiflung darüber hatte sich Wellauer dann selbst vergiftet. Allerdings wollte er sich seinerseits auch an seiner Frau rächen und hatte versucht, die Spuren so zu legen, dass man sie für seine Mörderin halten würde.

In einem Nebenstrang ermittelt Brunetti, dass Wellauer schon vor Jahrzehnten durch Pädophilie auffällig war, und dass er das Leben von Sängerinnen zerstörte. Drei Schwestern, die erfolgreich sangen, wurden von Wellauer vernichtet, indem er sich an der jüngsten Schwester sexuell verging, sie schwängerte, sie dann in einem Hotel ohne eine angemessene medizinische Betreuung abtreiben ließ, und sie dabei am Blutverlust in tagelanger Qual zu Tode kam. Die eine Schwester wanderte aus, die andere blieb in Venedig, bekam aber aufgrund des Einflusses Wellauers niemals mehr noch an den Bühnen Engagements und war bitterster Armut preisgegeben.

In den Abschlussszenen duldet Brunetti, dass die Ehefrau, die ihrem Mann das Gehör nahm, mit dem Flugzeug Venedig verlassen kann, ohne noch wegen Körperverletzung belangt zu werden. Und er ist sich mit Patta "einig", dass Wellauers Tod Selbstmord war.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Venezianisches Finale wurde in Venedig gedreht und am 23. Oktober 2003 um 20:15 Uhr auf Das Erste erstausgestrahlt.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben eine mittlere Wertung (Daumen zur Seite) und merkten kritisch an: „Commissario Brunetti (Uwe Kockisch) findet Mordmotive bis zum Abwinken… Gähn.“[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Starttermine für Donna Leon – Venezianisches Finale. In: IMDb.de. Abgerufen am 10. Januar 2017.
  2. Donna Leon – Venezianisches Finale TV Spielfilm; 10. Januar 2017.