Effolderbach

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Effolderbach
Stadt Ortenberg
Koordinaten: 50° 20′ 29″ N, 9° 0′ 34″ O
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 3,39 km²[1]
Einwohner: 535 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 63683
Vorwahl: 06041
Luftbild
Luftbild
Alte Schule
Die Kirche

Effolderbach ist ein Stadtteil von Ortenberg im Wetteraukreis, Hessen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Effolderbach liegt 3,5 km südwestlich des Ortskerns von Ortenberg und 7,5 km südlich von Nidda. Der Ort liegt auf 129 m ü. NHN am Rand des westlichen Vogelsberges auf der rechten Seite der Nidder, unterhalb des Höhenzuges der „Hale“. Sicher vor Hochwasser befindet sich der Ortskern in 5 bis 30 Metern über den Auwiesen. Teils mehrere Meter mächtige Lössböden machen die Landwirtschaft sehr ertragreich. Angeweht wurde der Löss von verwitternden Hängen des vulkanisch entstandenen Vogelsbergs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territoriale Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Effolderbach wird erstmals am 30. Januar 1034 als Affalterbahc urkundlich erwähnt.[3] Der Ort gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde. 1601 kam es zu einer Realteilung dieses Kondominats.

Das Dorf selbst war aber ebenfalls ein Kondominat: 1787 gehörte es zu 2/6 der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und war dort dem Fürstentum Oberhessen, Amt Lißberg zugeordnet. 1/6 gehörte der Grafschaft Isenburg-Büdingen, Amt Büdingen, Gericht Düdelsheim, 3/6 dem Fürstentum Stolberg-Gedern, wo es der Grafschaft Königstein und deren Amt Gedern zugeordnet war. 1806 fiel der stolbergische Anteil und 1816 auch der Isenburger Anteil, letzterer durch Beschluss des Wiener Kongresses, an Hessen-Darmstadt, das inzwischen zum Großherzogtum Hessen avanciert worden war. Hier gehörte Effolderbach zu 1/3 zum großherzoglichen Dominalamt Ortenberg, zu 1/3 zum standesherrlichen Amt Gedern und zu 1/3 zum Amt Mockstadt. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, in den auch alle Teile des ehemaligen Amtes Ortenberg verschmolzen und der ab 1832 Kreis Nidda hieß. Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kamen die Gebiete des ehemaligen Amtes Ortenberg zum Landkreis Büdingen, der mit der Gebietsreform in Hessen 1972 im Wetteraukreis aufging. Effolderbach wurde dabei am 31. Dezember 1971 in die Stadt Ortenberg eingemeindet.[4]

Kirchliche Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gehörte vor der Reformation zur Diözese Mainz und dort zum Kirchspiel des Klosters Konradsdorf. Kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat des Propstes des Klosters Ilbenstadt.

Im Zuge der Reformation schlossen sich alle Landesherren des Ortenberger Kondominats der Reformation an, die damit auch Effolderbach Einzug hielt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1939: 358 Einwohner
  • 1961: 480 Einwohner
  • 1970: 469 Einwohner
  • 2007: 549 Einwohner

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Effolderbach führt die Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen (Lahn-Kinzig-Bahn) und hat dort einen Haltepunkt.

Nördlich am Ortsrand führt die Bundesstraße 275 vorbei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Wolf (1875–1955), hessischer Landtagsabgeordneter (HBB)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Kleinfeldt, Hans Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum = Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16 (1937). ND 1984, S. 48.
  • Hans Philippi: Territorialgeschichte der Grafschaft Büdingen. 1954, S. 145–146.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 78.
  • Heinz Wionski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II. Stuttgart 1999, S. 396–400.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Effolderbach, Wetteraukreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 5. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Ortenberg, abgerufen im April 2016.
  3. Monumenta Germaniae Historica DD 4, S. 275, S. 204.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]