Wippenbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wippenbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wippenbach
Stadt Ortenberg
Koordinaten: 50° 21′ 24″ N, 9° 2′ 33″ O
Höhe: 195 (138–220) m ü. NN
Fläche: 2,12 km²[1]
Einwohner: 334 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 63683
Vorwahl: 06046

Wippenbach ist der kleinste Stadtteil von Ortenberg im Wetteraukreis, Hessen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wippenbach liegt westlich direkt anschließend an den Ortskern von Ortenberg auf einer Höhe von 195 m ü. NN, westlich von Ortenberg an der Nidder, 6,5 km südöstlich von Nidda. Durch den Ort führt die Landesstraße 3184.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung von Wippenbach stammt vom 29. Juni 1212.[3]

Wippenbach gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da alle drei Herren des Kondominats sich der Reformation zuwandten, wurde auch Wippenbach zunächst lutherisch. 1601 kam es zu einer Realteilung des Kondominats, wobei das Dorf Wippenbach an die Grafschaft Hanau-Münzenberg, ab 1642: Grafschaft Hanau, fiel. Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg verfolgte aber ab 1597 eine entschieden reformierte Kirchenpolitik. Er machte vom Jus reformandi, seinem Recht als Landesherr Gebrauch, die Konfession seiner Untertanen zu bestimmen, und setzte dies für die Grafschaft Hanau-Münzenberg weitgehend als verbindlich durch. Die Grafschaft Hanau wiederum fiel 1736 beim Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., aufgrund eines Erbvertrages an die Landgrafschaft Hessen-Kassel und damit auch Wippenbach.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hanauer, später hessische „Amt Ortenberg“ gehörte ab 1810 zum Großherzogtum Hessen und war hier dem Dominialamt Ortenberg zugeordnet. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, in den auch alle Teile des ehemaligen Amtes Ortenberg verschmolzen und der ab 1832 Kreis Nidda hieß. Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kamen die Gebiete des ehemaligen Amtes Ortenberg zum Landkreis Büdingen, der mit der Gebietsreform in Hessen 1972 im Wetteraukreis aufging. Wippenbach wurde im Zuge der Gebietsreform am 1. Juli 1971 in die Stadt Ortenberg eingemeindet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1939: 113 Einwohner
  • 1961: 185 Einwohner
  • 1970: 183 Einwohner
  • 2007: 262 Einwohner

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 216.
  • Heinz Wionski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis I. Stuttgart 1999, S. 418–419.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Wippenbach, Wetteraukreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 27. Januar 2014)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Ortenberg, abgerufen im April 2016.
  3. Waltraud Friedrich, Das ehemalige Prämonstratenserinnenkloster Konradsdorf: 1000 Jahre Geschichte und Baugeschichte. = Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte, Bd. 118. Hrsg. Hessische Historische Kommission und Historische Kommission für Hessen. Darmstadt/Marburg 1999, S. 181, Nr. 2, ISBN 3-88443-070-X, ISBN 978-3-88443-070-5.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]