Usenborn

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Usenborn
Stadt Ortenberg
Koordinaten: 50° 21′ 47″ N, 9° 7′ 4″ O
Höhe: 268 (266–289) m ü. NHN
Fläche: 11,95 km²[1]
Einwohner: 599[2]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 63683
Vorwahl: 06046

Usenborn ist ein Stadtteil von Ortenberg im oberhessischen Wetteraukreis.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usenborn liegt im Übergangsbereich des Vogelsbergs in die Wetterau östlich auf einer Höhe von 283 m ü. NN, 4,5 km östlich des Ortszentrums von Ortenberg und ca. 9 km südöstlich von Nidda. Südlich des Ortes führt die Landesstraße 3184 vorbei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hügelgräber in der Gemarkung lassen auf eine urgeschichtliche Besiedlung schließen.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1000 wurde die St. Laurentius-Kirche erbaut, später mehrfach umgebaut und hat bis heute ihren Charakter als Wehrkirche erhalten.

Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung des Ortes stammt vom 14. April 1305 als Usenburne.[3] Das Dorf gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da alle drei Herren des Kondominats sich der Reformation zuwandten, wurde auch Usenborn lutherisch. 1601 kam es zu einer Realteilung des Kondominats, wobei Usenborn der Grafschaft Stolberg-Gedern und dem dortigen „Amt Ortenberg“ zugeschlagen wurde. 1601 erhielt das Dorf auch eine Schule.

Evangelische Kirche in Usenborn

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1806 fiel die Grafschaft Stolberg – und damit auch Usenborn – an das Großherzogtum Hessen. Hier gehörte Usenborn zum standesherrlichen Amt Gedern. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, dem auch Usenborn zugeordnet wurde, und der ab 1832 Kreis Nidda hieß. Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kam das Dorf zum Landkreis Büdingen, der mit der Gebietsreform in Hessen 1972 im Wetteraukreis aufging.

Die bis dahin eigenständige Gemeinde Usenborn wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen bereits am 1. Juli 1971 mit den Städten Ortenberg und Lißberg sowie vier weiterer kleinerer umliegender Gemeinden auf freiwilliger Basis zu neuen Stadt Ortenberg zusammengeschlossen.[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1818: 491 Einwohner
  • 1939: 522 Einwohner
  • 1961: 568 Einwohner
  • 1970: 600 Einwohner
  • 2007: 633 Einwohner

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Franz, Hrsg., 700 Jahre Usenborn, Festschrift 2005.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 204.
  • Carsten Schwöbel, Was bedeutet der Ortsname Usenborn? - Anmerkungen zur frühen Orts- und Kirchengeschichte des Ortenberger Stadtteils. in: Büdinger Geschichtsblätter Bd. XXII, 2011, S. 249–252.
  • Heinz Wionski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis I. Stuttgart 1999, S. 415–417.
  • Literatur über Usenborn in der Hessischen Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Usenborn, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. August 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Ortenberg, abgerufen im April 2016.
  3. Heinrich Eduard Scriba, Regesten der bis jetzt gedruckten Urkunden zur Landes- und Ortsgeschichte des Großherzogthums Hessen. Bd. 1: Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen. Supplement der Provinz Oberhessen. Darmstadt 1853, S. 74, Nr. 944.
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 12. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.