Ehrendingen

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Ehrendingen
Wappen von Ehrendingen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Badenw
BFS-Nr.: 4049i1f3f4
Postleitzahl: 5420
Koordinaten: 668250 / 26142147.4999988.344445450Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 8° 20′ 40″ O; CH1903: 668250 / 261421
Höhe: 450 m ü. M.
Fläche: 7.31 km²
Einwohner: 4515 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 618 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 17,3 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.ehrendingen.ch
Ansicht von Südwesten

Ansicht von Südwesten

Karte
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Über dieses Bild
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Ehrendingen (schweizerdeutsch: Ääredinge, ˈæːrədiŋːə)[3][4] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Baden des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt drei Kilometer nordöstlich des Bezirkshauptorts und entstand am 1. Januar 2006 durch die Fusion der Gemeinden Oberehrendingen und Unterehrendingen, die sich 1825 getrennt hatten.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt am Nordfuss der Lägern in einem Seitental der Surb. Die Lägern ist der nordöstlichste Ausläufer des Faltenjuras. Ihr Grat erstreckt sich von Westen nach Osten, in einer Höhenlage von 757 m ü. M. bis 859 m ü. M.. An der östlichen Gemeindegrenze erhebt sich der Steinbuck (661 m ü. M.), welcher der Lägern vorgelagert ist. Am Höhtal, dem 500 Meter hohen Übergang vom Surbtal ins südwestlich gelegene Limmattal, beginnt ein in Süd-Nord-Richtung verlaufender Einschnitt. Dieser erstreckt sich über Ober- und Unterehrendingen bis zum Surbtal. Die Bebauung der beiden Ortsteile ist nahtlos zusammengewachsen und folgt dem Dorfbach, der an der Nordflanke der Lägern entspringt. In Richtung Westen erstrecken sich die Ausläufer des Siggenbergs, der Teil des Tafeljuras ist.[5]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 731 Hektaren, davon sind 200 Hektaren bewaldet und 112 Hektaren überbaut. Der tiefste Punkt des Gemeindegebiets liegt auf 425 Metern an der Surb, der höchste auf dem 859 Meter hohen Burghorn, das zur Lägernkette gehört.

Nachbargemeinden sind Schneisingen im Norden, Niederweningen im Osten, Wettingen im Süden, Ennetbaden im Südwesten, Freienwil im Westen und Lengnau im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Einzelne Funde beweisen, dass die Gegend nördlich der Lägern bereits während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit besiedelt gewesen war. Die erste urkundliche Erwähnung von Aradingin erfolgte im Jahr 1040. Der Name stammt vom althochdeutschen Arinratingun und bedeutet «bei den Leuten des Arinrat».[3][4] Im 11. Jahrhundert erwarb das Kloster Einsiedeln grossen Grundbesitz. Das Kloster Elchingen bei Ulm tauschte 1150 seine Besitztümer mit dem Kloster Sankt Blasien. Im Laufe der Zeit nahm das Kloster Wettingen eine dominierende Stellung ein. Mit der Bezeichnung in Eredingen villa inferiori wurde 1261 in einer Urkunde das kleinere Unterehrendingen erstmals vom grösseren Oberehrendingen unterschieden. Landesherren waren die Habsburger.

Ansicht von der Lägern
Vogthaus bei der Kirche

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Ehrendingen war fortan der Hauptort des gleichnamigen Amtsbezirks in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. Sowohl die niedere wie auch die hohe Gerichtsbarkeit übte der Landvogt in Baden aus. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Ehrendingen wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden und gelangte 1803 zum neu gegründeten Kanton Aargau.

1825 erfolgte die Trennung Ehrendingens in die selbständigen Gemeinden Ober- und Unterehrendingen. Beide Dörfer, die damals noch räumlich getrennt waren, wurden durch grosse Brände heimgesucht; 1821 in Ober- und 1832 in Unterehrendingen (wo darüber hinaus das Schulhaus eingeäschert wurde). Bis in die 1950er Jahre wuchs die Einwohnerzahl nur leicht, in Unterehrendingen ging sie zeitweise sogar zurück. Doch dann setzte, bedingt durch die Nähe zu Baden und Zürich, eine verstärkte Bautätigkeit ein. Die Einwohnerzahl stieg rasch an und die Bebauung wuchs zusammen. Die beiden Dörfer entwickelten allmählich eine gemeinsame Identität und beschlossen 2003 die Wiedervereinigung. Am 1. Januar 2006 entstand nach einer Unterbrechung von 181 Jahren die Gemeinde Ehrendingen wieder.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Gespalten von Blau mit aus der Teilungslinie schreitendem gelbem Hirsch und von Weiss mit ausgerissener grüner Tanne.» Das am 1. Januar 2006 eingeführte Wappen vereint Hirsch und Tanne, die Symbole der Wappen von Ober- und Unterehrendingen.[6] Der Hirsch steht für das Kloster St. Blasien, das dieses Tier ebenfalls im Wappen führte. Die Bedeutung der Tanne ist nicht überliefert.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung (Ober- und Unterehrendingen):[8]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 993 966 1135 1337 1653 2362 2476 2958 3299 4164

Am 31. Dezember 2013 lebten 4515 Menschen in Ehrendingen, der Ausländeranteil betrug 17,3 %. Bei der Volkszählung 2000 waren (umgerechnet auf beide Gemeinden) 52,3 % römisch-katholisch, 31,8 % reformiert und 2,2 % muslimisch; 1,4 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[9] 92,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,5 % Italienisch, 1,0 % Englisch, je 0,9 % Albanisch und Französisch.[10]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Ehrendingen gehört zum Friedensrichterkreis Baden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Ehrendingen gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 680 Arbeitsplätze, davon 12 % in der Landwirtschaft, 25 % in der Industrie und 63 % im Dienstleistungssektor.[11] Das Dorf ist eine typische Wohngemeinde am Rande einer Agglomeration. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den nahe gelegenen Städten Baden, Wettingen und Zürich.

Verkehr[Bearbeiten]

Ehrendingen liegt an der Hauptstrasse 17 zwischen Döttingen und Dielsdorf, Nebenstrassen führen nach Baden und Freienwil. Das Dorf wird durch zwei Postautolinien erschlossen, die vom Bahnhof Baden nach Döttingen bzw. nach Kaiserstuhl verkehren. Der Bahnhof im Nachbarort Niederweningen ist die Endstation der Linie S5 der S-Bahn Zürich. 1915 war eine Fortsetzung der in Niederweningen endenden Eisenbahntrasse durch das Surbtal bis nach Döttingen geplant worden, welche auch eine Haltestelle in Unterehrendingen gebabt hätte. Diese unter dem Arbeitstitel Surbtalbahn bekannte Strecke wurde jedoch nie gebaut.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt vier Kindergärten und drei Schulhäuser, in denen die Primarschule, die Realschule und die Sekundarschule unterrichtet werden. Die Bezirksschule kann in Baden oder Endingen besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ehrendingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 308–309.
  4. a b Beat Zehnder, Gemeindenamen des Kantons Aargau, S. 435–436
  5. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1070, Swisstopo
  6. Wappenregister Gemeinden Aargau. Hrsg.: Staatsarchiv Aargau, 2. Februar 2010, abgerufen am 3. August 2012 (PDF).
  7. Gemeindefusion im Kanton Aargau: Ehrendingen. Hrsg.: Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen, abgerufen am 31. Dezember 2009.
  8. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  11. Betriebszählung 2008. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.