Stetten AG

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AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Stettenf zu vermeiden.
Stetten
Wappen von Stetten
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Badenw
BFS-Nr.: 4041i1f3f4
Postleitzahl: 5608
UN/LOCODE: CH STT
Koordinaten: 665546 / 25042647.4013898.306947383Koordinaten: 47° 24′ 5″ N, 8° 18′ 25″ O; CH1903: 665546 / 250426
Höhe: 383 m ü. M.
Fläche: 4.41 km²
Einwohner: 1951 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 442 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 20,5 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.stetten-ag.ch
Ansicht des Dorfes

Ansicht des Dorfes

Karte
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Über dieses Bild
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Stetten (schweizerdeutsch: ˈʃtɛtːə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Baden im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Reusstal, etwa in der Mitte zwischen Baden und Bremgarten.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorfzentrum Stettens liegt etwa einen halben Kilometer nordöstlich der Reuss inmitten einer flachen, leicht geneigten Ebene. Die Reuss hat durch Erosion eine markante Furche in der Schotterebene geschaffen, im Klosterfeld mündet der Dorfbach in den Fluss. Am östlichen Rand der Siedlung befindet sich eine Kiesgrube; sie entstand durch vollständige Abtragung des Moränenhügels Honert, auf dem sich einst das erste Wasserreservoir der Gemeinde befand. Die Industrie- und Gewerbezone im Nordosten ist mit Busslingen zusammengewachsen.[4]

Die Fläche des Gemeindegebietes beträgt 441 Hektaren, davon sind 121 Hektaren mit Wald bedeckt und 80 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 420 Metern an der südöstlichen Gemeindegrenze, der tiefste auf 348 Metern an der Reuss.

Nachbargemeinden sind Niederrohrdorf im Norden, Remetschwil im Osten, Künten im Südosten, Niederwil im Süden, Tägerig im Westen und Mellingen im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Diverse Funde aus der Jungsteinzeit, der La-Tène-Zeit und der Römerzeit deuten auf eine frühe Besiedlung hin. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 998. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen (ze) stetin und bedeutet «bei den Wohnstätten».[3] Damals war das Dorf im Besitz des Klosters Einsiedeln. Als weitere Grundbesitzer kamen später die Klöster Engelberg, Hermetschwil, Königsfelden und Oetenbach hinzu. Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Kyburger, später der Habsburger.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Stetten war nun Bestandteil des Amtes Rohrdorf in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft. Im selben Jahr erwarb die Stadt Mellingen die niedere Gerichtsbarkeit, doch bereits 1494 konnten sich die Dorfbewohner von dieser Herrschaft freikaufen. 1529 schloss sich die Pfarrei Rohrdorf, zu der Stetten bis 1888 gehörte, der Reformation an. Nach dem Zweiten Kappelerkrieg im Jahr 1531 wurden die Einwohner Stettens jedoch rekatholisiert.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Stetten wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden, seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau. Bis weit ins 20. Jahrhundert war Stetten ein durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Dies änderte sich in den 1960er Jahren, als das Dorf nach der Eröffnung der nahe gelegenen Autobahn leichter erreichbar war und sich zu einer Wohngemeinde wandelte. Seit 1970 hat sich die Einwohnerzahl fast verdoppelt, vor allem die 1980er Jahre waren durch einen Bauboom geprägt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Katholische Kirche

Stetten besitzt einen weitgehend intakt gebliebenen Dorfkern mit sehenswerten Gebäuden aus dem späten 18. und dem frühen 19. Jahrhundert. Die Geschichte der Pfarrkirche St. Vinzenz reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Nachdem 1881 der Kirchturm erneuert worden war, wurde 1883/84 auch das übrige Gebäude abgebrochen und es entstand ein Neubau in Form einer Saalkirche mit eingezogenem, dreiseitig schliessendem Chor.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Rot getatztes weisses Doppelkreuz mit dreigespitztem Fuss, im Schildhaupt begleitet von zwei fünfstrahligen weissen Sternen.» Das im Jahr 1939 eingeführte Wappen zeigt das ungarische Doppelkreuz. Es ist ein Hinweis auf Königin Agnes von Ungarn, die 1352 den Hof Stetten dem Kloster Königsfelden geschenkt hatte.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 498 429 463 512 544 786 958 1408 1547 1649
Gemeindehaus

Am 31. Dezember 2013 lebten 1951 Menschen in Stetten, der Ausländeranteil betrug 20,5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 53.7 % römisch-katholisch, 25.5 % reformiert und 3,7 % moslemisch; 1,0 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 90,1 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,5 % Albanisch, 1,9 % Italienisch, 1,3 % Serbokroatisch, 1,0 % Portugiesisch, je 0,8 % Französisch und Englisch.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Stetten gehört zum Friedensrichterkreis Rohrdorf.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Stetten gibt es gemäss Betriebszählung 2008 fast 800 Arbeitsplätze, davon 11 % in der Landwirtschaft, 67 % in der Industrie und 22 % im Dienstleistungssektor.[10] Die meisten Betriebe haben sich in der Gewerbezone am nordöstlichen Dorfrand angesiedelt. Eine wichtige Stellung nehmen Unternehmen der Baubranche ein. Stetten hat etwa gleich viele Zu- wie Wegpendler. Zahlreiche Erwerbstätige arbeiten in der Agglomeration Baden.

Verkehr[Bearbeiten]

Dorfzentrum

Stetten liegt an der wichtigen Hauptstrasse zwischen Baden und Bremgarten, etwa sechs Kilometer südlich des Anschlusses Baden-West der Autobahn A1 bei Dättwil. Im Dorf zweigt eine weitere Hauptstrasse nach Wohlen ab. Zwei Postautolinien kreuzen sich in Stetten. Im Halbstundentakt verkehrt die Linie Baden–Stetten–Bremgarten. Stündlich verkehrt ein Bus auf der Linie Wohlen–Stetten–Mellingen. In Mellingen besteht Anschluss an die Linie S3 der S-Bahn Zürich.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule werden gemeinsam mit der Nachbargemeinde Künten geführt. Die Bezirksschule kann in Mellingen, Bremgarten oder Baden besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden, Wettingen und Wohlen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Urs Fischer: Unser Stetten. Baden, 1992 (ausführliche Dorfchronik).
  • Urs Fischer, Stetten. In: Die Aargauer Gemeinden 1991. Brugg 1990, S. 72f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 410.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1090, Swisstopo
  5.  Peter Hoegger, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. Band VI: Bezirk Baden I, Birkhäuser Verlag, Basel 1976, ISBN 3-7643-0782-X, S. 452–458.
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 283.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 25. August 2012.