Eifel-Camino

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eifel-Camino
Ziel des Eifel-Camino in Trier: Benediktinerabtei St. Matthias
Ziel des Eifel-Camino in Trier:
Benediktinerabtei St. Matthias
Daten
Länge 158 kmdep1
Lage Rheinland-Pfalz
Markierungszeichen
Muszla Jakuba.svg
Startpunkt Andernach-Namedy
50° 28′ 29″ N, 7° 20′ 33,6″ O
Zielpunkt Trier, Benediktinerabtei St. Matthias
49° 44′ 16,8″ N, 6° 37′ 53,1″ O
Typ Fernwanderweg
Höchster Punkt 512 m
Niedrigster Punkt 57 m
Schwierigkeitsgrad mittel
Jahreszeit Frühling bis Herbst

Der Eifel-Camino (camino: spanisch = Weg) ist ein Abschnitt im Netz der Wege der Jakobspilger in Deutschland. Er führt von Andernach-Namedy durch die romantische Eifel bis zur Benediktinerabtei St. Matthias in Trier. Von dort kann man über Schengen nach Vézelay, dem Startort der Via Lemovicensis, weiterpilgern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im späten Mittelalter pilgerten Christen zum Grab des Apostels Matthias nach Trier oder machten dort auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela Zwischenstation. Eine bedeutende Pilgerroute führte von Andernach am Rhein nach Trier an der Mosel über eine ehemalige Römerstraße.[1] Die St.-Matthias-Bruderschaft Mayen hat es sich zur Aufgabe gemacht, beginnend ab 2008 die Wege der Jakobspilger zunächst im Landkreis Mayen-Koblenz zu kennzeichnen. Später wurden weitere Landkreise einbezogen, sodass heute der vollständige Eifel-Camino bis nach Trier mit Wegweisern versehen ist.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptroute des Eifel-Camino beläuft sich auf rund 160 Kilometer. Der Weg beginnt an der Grenze des Kreises Mayen-Koblenz zum Kreis Ahrweiler in dem heute nicht mehr existierenden Fischerdörfchen Fornich und verläuft ausgeschildert vom Schützenplatz Namedy über die Eifelhöhen nach Trier.
Von Namedy bis Miesenheim gibt es einen gemeinsamen Verlauf mit dem Linksrheinischen Jakobsweg. In Klausen trifft der Eifel-Camino auf den Mosel-Camino und kurz vor Biewer stößt die Via Colonensis von Köln kommend dazu. Alle drei Jakobswege führen die Pilger zum gemeinsamen Ziel nach Trier.
Zudem gibt es von Nickenich, Lonnig und Münstermaifeld ausgehend drei Zubringerwege, die alle in Mayen in die Hauptroute einmünden. Weiterhin gibt es ab Kruft eine Wegvariante in Richtung Abtei Maria Laach, eine Querverbindung in Mendig sowie ab Plaidt eine Ortsschleife zur barocken Kirche St. Cäcilia nach Saffig.

Etappenvorschläge Etappenlänge Orte in der Reihenfolge des Erreichens
Hauptweg
Etappe 1 ca. 19 km Namedy – Andernach – Miesenheim – Plaidt – (Saffig) – Kretz – Kruft
Etappe 2 ca. 15 km Kruft – Fraukirch – Mayen
Etappe 3 ca. 19 km Mayen – Geisbüschhof – Monreal – Heunenhof – UrmersbachKaisersesch
Etappe 4 ca. 20 km Kaisersesch – Maria MartentalAlflenGillenbeuren – Driesch – Lutzerath
Etappe 5 ca. 29 km Lutzerath – Kenfus – Bad BertrichHontheimWispeltBausendorf – Neuerburg – Dorf – Wittlich
Etappe 6 ca. 20 km Wittlich – Pohlbach – KlausenKlüsserath
Etappe 7 ca. 19 km Klüsserath – Schweich
Etappe 8 ca. 22 km Schweich – Quint – Ehrang – Biewer – Trier
Zubringerweg von Nickenich nach Mayen
Zubringer 1 ca. 21 km Maria Laach – Mendig – Kottenheim – Mayen
Zubringerweg von Lonnig nach Mayen
Zubringer 2 ca. 21 km Lonnig – Minkelfeld – KerbenPolch – Hausen – Mayen
Zubringerweg von Münstermaifeld nach Mayen
Zubringer 3 ca. 17 km Münstermaifeld – Mertloch – Polch – Hausen – Mayen

Jakobusspuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlaufe des Eifel-Camino und seiner Nebenstrecken sind einige sowohl historische als auch neuzeitliche Jakobusspuren bzw. -darstellungen vorzufinden.

Ort Beschreibung
Hauptweg
Andernach, Hospitalkapelle St. Josef Fresko an der Ostwand
Klausen, Wallfahrtskirche St. Maria originale Jakobsmuschel aus Santiago de Compostela am Treppenaufgang
Jakobusrelief am Beichtstuhl
Klüsserath, Echternacher Hof Jakobusaltar (1935)
Klüsserath, Pfarrkirche Rosenkranzkönigin Jakobusfigur am Hochaltar (1622)
Biewer, Biewerer Straße St. Jakobs-Brunnen (1832)
Biewer, Pfarrkirche St. Jakobus Statuen und Fensterbilder
Trier Jakobusstatue an der Steipe
Jakobusbildnis an einer Säule in der Liebfrauenkirche
Entfernungshinweis nach Santiago de Compostela am Brunnen im Abteihof von St. Matthias
Jakobusskulptur bei den Vereinigten Hospitien und in der ehemaligen Stiftskirche
Zubringerwege
Niedermendig, Pfarrkirche St. Cyriakus Fresken Pilgerkrönung/Karl der Große
Lonnig, Pfarrkirche St. Jakobus Jakobusstatue
Lonnig, Jakobus-Grundschule Jakobusstatue

Besonderheiten am Weg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Unterstützung der regionalen Wirtschaft und zahlreicher privater Gönner wurden entlang des Weges zusätzlich zur regulären Markierung Pilgersteine und Informationsstelen aus Basaltlava platziert. Die Pilgersteine sind mit einer eingemeißelten Jakobsmuschel versehen und weisen Pilgern den rechten Weg. Die Stelen wurden an exponierten Stellen aufgestellt und halten Wissenswertes darüber bereit. Im September 2011 wurde als herausragende Besonderheit des Eifel-Camino am „Alten Monrealer Weg“ zwischen Mayen und Monreal eine fünf Meter hohe Jakobussäule mit angegliedertem Rastplatz feierlich eingeweiht. Im Jahr 2013 wurde begonnen, in einigen Gemeinden großflächige Informationstafeln aufzustellen.

Pilgerstempel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In fast jedem Etappenort besteht die Möglichkeit, sich einen Pilgerstempel für seinen Pilgerausweis (spanisch = Credencial) geben zu lassen. Die meisten Stempel wurden exklusiv für den Eifel-Camino entworfen und enthalten innerhalb eines einheitlichen Grundschemas die Darstellung einer Besonderheit des jeweiligen Ortes.[2]

Pilgerherbergen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang des Eifel-Camino gibt es derzeit drei Pilgerherbergen: das Refugio zur Pilgerschnecke in Thür, das Pilgerzimmer in Kaisersesch und die Eberhardsklause in Klausen.

Artenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artenschutz am Eifel-Camino: Vogelnistkasten als Wegweiser

Auf zahlreichen Abschnitten der europäischen Jakobswege wurde bereits begonnen, Wegmarkierungen mit dem Artenschutz zur Erhaltung einer breiten Biodiversität (Artenvielfalt) zu kombinieren. Auch auf dem Eifel-Camino sind bereits zahlreiche Nistkästen für Vögel und Fledermäuse sowie Insektenhotels mit gelben Pfeilen und Jakobsmuschelsymbolen aufgehängt und aufgestellt worden.[3]

Wanderkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den folgenden Wanderkarten ist der Eifel-Camino, mit der Jakobsmuschel versehen, eingezeichnet:

  • Traumpfade im Rhein-Mosel-Eifel-Land (1:50.000). 2. Auflage. LVermGeo Rheinland-Pfalz, Koblenz 2010, ISBN 978-3-89637-411-0.
  • Freizeitkarte Wandergebiet Mosel: Maifeld und Untermosel (1:25.000). 3. Auflage. LVermGeo Rheinland-Pfalz, Koblenz 2011, ISBN 978-3-89637-255-0.
  • Wanderkarte Nr. 21: Ferienland der Thermen und Maare (1:25.000). Eifelverein, 2010, ISBN 978-3-921805-69-5.
  • Wanderkarte Nr. 24: Wittlicher Land (1:25.000). 2. Auflage. Eifelverein, 2010, ISBN 978-3-921805-62-6.
  • Freizeitkarte Wandergebiet Mosel: Neumagen-Drohn – Schweich (1:25.000). 3. Auflage. LVermGeo Rheinland-Pfalz, Koblenz 2009, ISBN 978-3-89637-259-8.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Scholz, Franz Blaeser, Dieter Preß, Heinz Schäfer: Eifel-Camino von Andernach nach Trier. 1. Auflage. Conrad Stein Verlag, Welver 2016, ISBN 978-3-86686-489-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gertraud und Heinz-Egon Rösch: Römerstraßen zwischen Mosel und Rhein. 1. Auflage. Mainz 2010, ISBN 978-3-00-029335-1, S. 58–60.
  2. Pilgerstempel Eifel-Camino. Abgerufen am 13. Dezember 2013.
  3. Artenschutz und Wegemarkierung. Abgerufen am 13. Dezember 2013.