Engelbert Lütke Daldrup

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Engelbert Lütke Daldrup (2014)

Engelbert Lütke Daldrup (* 31. Oktober 1956 in Kranenburg) ist ein deutscher Stadtplaner. Im Senat Müller II bekleidete er beim Regierenden Bürgermeister das Amt eines Staatssekretärs für Strategien für Berlin und Flughafenpolitik.[1] Er ist Nachfolger des Anfang März 2017 zurückgetretenen Karsten Mühlenfeld im Amt des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lütke Daldrup studierte von 1976 bis 1981 Raumplanung an der Universität Dortmund. Von 1982 bis 1985 war er zunächst Städtebaureferendar und anschließend Baurat in Frankfurt am Main. 1985 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die TU Berlin, Institut für Stadt- und Regionalplanung, wo er 1988 promoviert wurde mit einer Dissertation über bestandsorientierten Städtebau (Innenentwicklung).[3]

1989 wurde er technischer Hauptreferent der Berliner Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen; ab 1992 leitete er das Referat Hauptstadtgestaltung. Zu seinen Aufgaben gehörte die stadtverträgliche Integration der Hauptstadtfunktionen in den Berliner Stadtorganismus, die Nutzung der vorhandenen Altbausubstanz für Regierungszwecke und die organisatorische und finanzielle Absicherung des Hauptstadtumzuges im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme Hauptstadt.

1995 wurde Lütke Daldrup Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau in Leipzig. Dort arbeitete er bis Ende 2005 gut zehn Jahre als Stadtbaurat, u.a. im Rahmen der Ansiedlung von BMW im Leipziger Norden und der planerischen Vorbereitung der Leipziger Olympiabewerbung. Zu seinem Hauptarbeitsfeld gehörte die Stadterneuerung und die Auseinandersetzung mit den Folgen des demografischen Wandels. Ab dem Jahr 2002 war die Leipziger Olympiaplanung das Hauptarbeitsgebiet von Lütke Daldrup - seit 2003 als Olympiabeauftragter. Während seiner Amtszeit entstanden eine Reihe öffentlicher Gebäude, z. B.: Museum der Bildenden Künste, Zentralstadion, Leipzig Arena, Sanierung Grassi-Museum, Schwimmhalle in Grünau.

Als der Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung wurde, holte er Lütke Daldrup im Januar 2006 als Staatssekretär ins Ministerium. Lütke Daldrup war dort zunächst für den Aufbau Ost, für Raumentwicklung und Strukturpolitik, Städtebau/Stadtentwicklung, Wohnungswesen, Bauwesen und Bauwirtschaft zuständig, außerdem für Personal und Haushalt des größten Investitionsressorts des Bundes. Als im Oktober 2009 Peter Ramsauer (CSU) zum Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ernannt worden war, wurde Lütke Daldrup am 9. November 2009 als Staatssekretär entlassen.

Anschließend war Lütke Daldrup bis 2012 im Büro AfS Agentur für Stadtentwicklung GmbH in Berlin tätig. Nachdem er von April 2013 und April 2014 Geschäftsführer der zuvor neu gegründeten Internationalen Bauausstellung (IBA) in Thüringen war,[4] wurde er am 7. April 2014 Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung. In dieser Funktion war er bis Ende 2016 für Stadtentwicklung und Umweltschutz und u. a. für den Wohnungsbau zuständig.[5]

Seit Frühjahr 2015 saß er zusätzlich als Flughafenkoordinator des Landes Berlin im Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Seit 2017 hatte er beim Regierenden Bürgermeister das Amt eines Staatssekretärs für Strategien für Berlin und für Flughafenpolitik inne. Am 6. März 2017 ernannte der Aufsichtsrat des Flughafens Lütke Daldrup zum Flughafenleiter.

Weitere Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lütke Daldrup vertrat Berlin im Bau- und Verkehrsausschuss des Deutschen Städtetages, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und wurde 2002 in die Sächsische Akademie der Künste (Klasse Baukunst) berufen. Dort war er von 2011 bis 2014 Sekretär der Bauklasse. Von 2007 bis 2010 war Lütke Daldrup Vorsitzender des Stiftungsrates der Bundesstiftung Baukultur mit Sitz in Potsdam. Die TU Berlin ernannte Lütke Daldrup im April 2009 zum Honorarprofessor für das Fachgebiet „Stadtentwicklung“. Seit dem 1. August 2009 ist er zudem Honorarprofessor für Nationale und Europäische Raumentwicklung an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig.[6]

Lütke Daldrup ist Mitglied der SPD.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachhaltige Stadtentwicklung: Zur Zukunft der Städtebauförderung. In: DIFU (Hrsg.): Urbane Räume in Bewegung. Berlin 2013, ISBN 978-3-88118-522-6, S. 95ff
  • Internationale Bauausstellungen: Qualitätsdiskurs und neue Projekte. In: Bodenschatz, Lampugnani, Sonne (Hrsg.): 25 Jahre Internationale Bauausstellung Berlin 1987. Ein Wendepunkt des europäischen Städtebaus. Berlin 2012, S. 123ff
  • Bauen für den Verkehr. Strategien des Bundes für eine bessere Verkehrsbaukultur. In: M. Braum (Hrsg.): Baukultur des Öffentlichen. Basel 2011, ISBN 978-3-0346-0692-9, S. 70ff.
  • Large-Scale Projects in German Cities. Urban Development 1990–2010. Jovis, Berlin 2010, ISBN 978-3-86859-055-5.
  • Politik für nachhaltiges Bauen. In: Energieeffiziente Architektur in Deutschland. Krämer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7828-1535-2, S. 120–127.
  • Große Projekte in deutschen Städten. Stadtentwicklung 1990–2010. Berlin 2009, ISBN 978-3-86859-041-8.
  • Das baukulturelle Engagement des Bundes. In: Architektur der Demokratie. Hatje Cantz, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7757-2345-9, S. 14–22.
  • Schritte zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik: Ziele und Perspektiven. In: BMVBS: Auf dem Weg zu einer nationalen Stadtentwicklungspolitik. Berlin 2007, DNB 985085304.
  • Speckgürtel und Armutsinseln. Zum Aufgabenwandel der Stadtplanung. In: W. Durth (Hrsg.): Stadt Bauen. Jovis, Berlin 2007, ISBN 978-3-936314-88-5, S. 13–22.
  • Pläne, Projekte, Bauten. Architektur und Städtebau in Leipzig 2000 bis 2015. Braun, Berlin 2005, ISBN 3-935455-63-1.
  • Engelbert Lütke Daldrup, Marta Doehler-Behzadi: Leipzig – ein urbanes Projekt. In: PlusMinus Leipzig 2030. Stadt in Transformation. Müller + Busmann, Wuppertal 2004, ISBN 3-928766-58-9.
  • Last Exit. Die „perforierte Stadt“. In: Stadtbauwelt. Berlin 2001.
  • W. Süß (Hrsg.): Vier Jahre Hauptstadtplanung: eine kritische Zwischenbilanz. In: Hauptstadt Berlin. Band II: Berlin im vereinten Deutschland. Spitz, Berlin 1995, ISBN 3-87061-464-1, S. 419–440.
  • Bestandsorientierter Städtebau. Möglichkeiten, Auswirkungen und Grenzen der Innenentwicklung. Dortmund 1989, ISBN 3-924352-34-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Zeitung. Abgerufen am 31. Dezember 2016.
  2. Staatssekretär Daldrup wird neuer BER-Chef. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. März 2017.
  3. Lebenslauf auf den Webseiten der Berliner Senatsverwaltung, abgerufen am 6. März 2017
  4. Webseite der IBA Thüringen. Abgerufen am 15. September 2013.
  5. IBA Thüringen Webseite, Pressemitteilung vom 14. April 2014, abgerufen am 15. April 2015
  6. Eintrag der Sächsischen Akademie der Künste
  7. Gunnar Hinck: Sprecher wechselt die Seiten, taz vom 1. Dezember 2016, abgerufen am 6. Februar 2017
  8. urbanicom.de: urbanicom-Preise 2002-2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Engelbert Lütke Daldrup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien