Eschenbach (Pommelsbrunn)

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Eschenbach
Gemeinde Pommelsbrunn
Koordinaten: 49° 31′ 48″ N, 11° 29′ 27″ O
Höhe: 358 m ü. NHN
Einwohner: 570 (1. Jul. 2009)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Eingemeindet nach: Pommelsbrunn
Postleitzahl: 91224
Vorwahl: 09154
Eschenbach
Eschenbach

Das Pfarrdorf Eschenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Pommelsbrunn im Landkreis Nürnberger Land. Der Ort liegt ca. 35 km östlich von Nürnberg und gehört zur Metropolregion Nürnberg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschenbach liegt im mittleren Pegnitztal an der Mündung des Hirschbaches in die Pegnitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Hinweise auf eine Besiedlung des Gebiets von Eschenbach reichen bis in die Bronzezeit zurück. Etwa aus dem Jahr 1200 v. Chr. stammen Grabbeigaben aus zwei Hügelgräbern, die 1890 beim Roden eines Grundstücks gefunden wurden. Weitere Funde bis zur ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1059 fehlen allerdings. Man kann jedoch annehmen, dass Eschenbach um 700 von Baiern gegründet wurde. [2]

Mit der Weihe der Kirche St. Paulus im Jahr 1059 wurde „Eschinebach“ in einer Aufzeichnung des Bischofs Gundekar II. von Eichstätt erstmals erwähnt. Bald kam Eschenbach unter die Obhut des Bischofs von Bamberg. Erst 1458 kam Eschenbach zum Bistum Eichstätt zurück. Weltliche Herren waren zuerst die Grafen von Sulzbach und ihre Untervögte, die Herren von Neidstein. Diese wiederum hatten abhängige Dienstmannen beauftragt, die auf dem Herrensitz, der Eschenbacher Wasserburg, saßen. [3] Auch hatten die Eschenbacher Güter in dieser Zeit wechselnde Burgmannen, nach heutigem Verständnis Ritter.

1403 verkauften die damaligen Besitzer Eschenbach dem Nürnberger Patrizier Heinrich Harsdörfer. 1504 kam Eschenbach unter die Landeshoheit der freien Reichsstadt Nürnberg und 1508 durch Heirat an die traditionsreiche Patrizierfamilie Ebner, die sich seitdem Ebner von Eschenbach nennt. Der Herrensitz befindet sich noch in ihrem Besitz. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurde 1552 der gesamte Ort samt Wasserburg niedergebrannt. Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1634 die meisten Wohngebäude des Orts erneut niedergebrannt, die Wasserburg blieb jedoch unbeschädigt. 1806 gelangte Nürnberg und damit auch Eschenbach zu Bayern, den Ebnern von Eschenbach blieb nur ein Patrimonialgericht.

Am 1. Januar 1972 wurde das bis dahin selbständige Eschenbach in die Gemeinde Pommelsbrunn eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Eschenbach

  • Ca. 1939: 0450 Einwohner[2]
  • Ca. 1944: 1225 Einwohner[2]
  • 1961: 564 Einwohner[5]
  • 1970: 473 Einwohner[5]

Ortsteil Eschenbach

  • 1985: 468 Einwohner[6]
  • 1. Januar 2003: 555 Einwohner
  • 1. Januar 2007: 583 Einwohner
  • 1. Juli 2009: 593 Einwohner[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Eschenbach ist identisch mit dem Wappen der Patrizierfamilie Ebner der Freien Reichsstadt Nürnberg. Von Blau und Gold neunmal von oben nach unten gespitzt, von jeder Farbe viereinhalb Spitzen sichtbar.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Pfarrkirche (Pauluskirche)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pauluskirche mit Pfarrhaus

Die Kirche wurde 1059 dem heiligen Paulus geweiht. Der frühgotische Chorturm entstand vermutlich um 1300. Das Langhaus wurde 1760 völlig umgestaltet; damals wurden Doppelemporen mit bemerkenswertem Rokoko-Stuckdekor eingezogen. 1864 wurde die Sakristei neu gebaut. Besondere Beachtung verdient ein kleines Glasgemälde (Christus am Kreuz) im Südfenster des Chores aus dem frühen 14. Jahrhundert. [8] Der Kirchhof ist mit einer noch zwei bis vier Meter hohen und einen Meter starken Ringmauer befestigt. Bis 1776 trug der Turm vier Scharwachttürmchen. [9]

Wasserschloss/Wasserburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss

Das Schloss wurde 1230 als Wasserburg erbaut. Im 2. Märkgräflerkrieg wurde es zerstört und 1553/54 als Schloss wieder errichtet. Nach der Herrschaft der Neidsteiner, Reichenecker und Wolfsteiner fiel die Wasserburg 1403 an die freie Reichsstadt Nürnberg, unter dem Einfluss der Patrizierfamilie Harsdörfer. Im Jahr 1508 gelang es in den Besitz der Familie Ebner, die bis heute Eigentümer des Schlosses ist.[10]

Bei dem Schloss handelt es sich um eine für die Gegend typische Wasserburg mit dreistöckigem Palas und Vorburg (Wirtschaftshof). Der nach der Zerstörung von 1552 errichtete Neubau von 1554 ist fast vollkommen erhalten. Lediglich die äußere Umwallung und der Wassergraben wurden um 1830 bis auf einen der vier Rundtürme beseitigt. Der Ahnensaal (um 1730) enthält eine Sammlung mit Ölbildnissen von ebnerschen Familienangehörigen. Das Gebäude wird an der Südostseite vom Hirschbach und an der Südwestseite von der Pegnitz begrenzt. [8] [9]

Wengleinpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heroldsturm – markiert Eingang zum Wengleinspark

Der 6 Hektar große Wengleinpark ist ein überregional bekannter Naturschutzpark. Der Park ist Bayerns ältestes, noch aktiv für die Umweltbildung genutztes Naturschutzgelände. Das Gelände ist Landschaftsschutzgebiet und liegt mitten im FFH-Gebiet „Traufhänge der Hersbrucker Alb“. Seit 1994 ist es eine offizielle Umweltstation des Bundes Naturschutz in Bayern.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchweih ist am St. Maria-Magdalenentag (22. Juli).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1966 besteht der SC Eschenbach mit seinem Areal in den Pegnitzwiesen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Zeltner (1805–1882), Nürnberger Industrieller, geboren in Eschenbach
  • Johannes Zahn (1817–1895), deutscher Theologe, geboren in Eschenbach
  • Die Eschenbacher Johannes Raum (1875–1936), Fritz Wärthl (1884–1965) und seine Schwester Elisabeth Wärthl (1886–1975) haben für die Leipziger Mission (heute: Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig e. V.) in Ostafrika gearbeitet.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Wenglein (1882–1935), Schwabacher Nadelfabrikant, der als Begründer des "Weltbundes für Natur und Vogelschutz" bekannt wurde. Er bewohnte lange Jahre eine Villa in Eschenbach und gründete am Ort 1930 den Wengleinpark.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eschenbach (Pommelsbrunn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Pommelsbrunn Ortsteil Eschenbach, abgerufen am 9. März 2016
  2. a b c Eduard Kolb: Volkstümliche Geschichte von Eschenbach Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei. Hersbruck 1968.
  3. Robert Giersch u. a.: Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft Selbstverlag der Altnürnberger Landschaft e. V., Lauf an der Pegnitz 2006, S. 107.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 481.
  5. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 716.
  6. 110 Jahre Freiwillige Feuerwehr Eschenbach (Festschrift) 1985.
  7. Website der Gemeinde Pommelsbrunn: Eschenbach
  8. a b Dr. Wilhelm Schwemmer: Kunst in Stadt und Land Hersbruck Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1967, S. 24 ff.
  9. a b Eduard Rühl: Kulturkunde des Pegnitztales Frankenverlag Lorenz Spindler, Nürnberg 1961.
  10. Informationstafel am Schloss