Eva Glawischnig

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Eva Glawischnig (2016)

Eva Glawischnig (voller Name Eva Glawischnig-Piesczek; * 28. Februar 1969 in Villach) ist eine ehemalige österreichische Politikerin. Von 1999 bis 2017 war sie Abgeordnete zum Nationalrat für die Grünen. Von Oktober 2006 bis Oktober 2008 war sie Dritte Nationalratspräsidentin und von 2008 bis 2017 Bundessprecherin und Klubobfrau der Grünen. Am 18. Mai 2017 trat sie aus gesundheitlichen Gründen von allen Ämtern zurück. Seit 2018 arbeitet sie für Novomatic.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie besuchte das Bundesgymnasium Porcia in Spittal an der Drau; einer ihrer Schulkollegen war der FPÖ-Politiker Herbert Kickl.[1], Nach der Matura studierte sie Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz und beendete das Studium 1993 als Magistra. 1999 erlangte sie das Doktorat. Ihre Dissertation an der Karl-Franzens-Universität in Graz widmete sie dem Problem der grenznahen Atomkraftwerke[2] und setzte diese Kenntnisse bei einer Klage gegen das umstrittene Atomkraftwerk Mochovce auf Unterlassung der Gefährdung durch radioaktive Immissionen auch gleich in die Tat um. Ihre Klage gegen die Slovenské Elektrárne a.s. (Slowakische Kraftwerke AG) wurde in zweiter Instanz vor dem Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien im Juli 2005 abgewiesen.

Von 1992 bis zu ihrem Einstieg in die Wiener Gemeindepolitik 1996 arbeitete sie als juristische Beraterin für die Umweltschutzorganisation Global 2000, später wechselte sie in die Bundespartei der Grünen.

Von Oktober 1999 bis zum Mai 2017 war sie Abgeordnete zum Nationalrat; vom 30. Oktober 2006 bis zum 27. Oktober 2008 war sie Dritte Präsidentin des Nationalrats.

Ab 2002 war Glawischnig stellvertretende Bundessprecherin der Grünen unter dem Parteichef Alexander Van der Bellen und gleichzeitig Klubobmann-Stellvertreterin der Grünen im Nationalrat.

Am 3. Oktober 2008 gab Alexander Van der Bellen bekannt, dass er als Parteiobmann der Grünen zurücktreten werde und Glawischnig die designierte neue Parteichefin sei.[3] Am 24. Oktober wurde sie einstimmig zur neuen geschäftsführenden Parteichefin gewählt und später am Parteitag bestätigt.

Am 18. Mai 2017 erklärte sie aus gesundheitlichen Gründen[4] ihren Rücktritt von allen politischen Ämtern,[5] wobei sie ihr Amt als Bundessprecherin und Klubobfrau der Grünen mit sofortiger Wirkung und ihr Nationalratsmandat erst mit der nächsten Sitzung des Nationalrates am 7. Juni 2017 zurücklegte.[6][7][8][9]

Am 2. März 2018 wurde unter regem Medieninteresse bekanntgegeben, dass sie beim Glücksspielkonzern Novomatic angestellt wurde, einem Unternehmen, das in der Vergangenheit immer wieder das Ziel von Kritik seitens der Grünen und auch Glawischnigs selbst war. Dort wird sie die Stabstelle für Nachhaltigkeitsmanagement und verantwortungsvolles Spiel führen.[10][11] Nach der Bekanntgabe des Jobwechsels legte sie ihre Parteimitgliedschaft bei den Grünen zurück.[12]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Glawischnig mit Ehemann Volker Piesczek (Life Ball 2010)

Glawischnig wuchs in Unterhaus (Gemeinde Seeboden am Millstätter See) auf. Ihre Eltern führten ein Wirtshaus, das heute nicht mehr existiert. Die Politikerin wollte ursprünglich Musikerin werden und spielte als Schülerin in der „Gerald Gaugeler Band“ Keyboard. Deren Lied „Gelati“ schaffte es Ende der 1980er-Jahre sogar in die österreichische Hitparade. Glawischnig trat zur Aufnahmeprüfung für das Fach „Jazz“ an der Kunstuniversität Graz an, nachdem sie für den einzigen freien Platz nicht genommen wurde, begann sie ein Studium der Rechtswissenschaften.

Seit 2. Juni 2005 ist Glawischnig mit dem österreichischen Fernsehmoderator und ATV-Sportjournalisten Volker Piesczek verheiratet. Am 4. Juni folgte die kirchliche Trauung in Seeboden, am 15. Mai 2006 kam der erste Sohn des Paares zur Welt. Ihre Schwangerschaft hatte sie im Oktober 2005 in einer Society-Talkshow des Radiosenders Ö3 bekannt gemacht; dieser Auftritt als Mitglied der „Seitenblickegesellschaft“ trug ihr (auch innerparteiliche) Kritik ein. Am 1. Juli 2009 bekam Glawischnig ihren zweiten Sohn.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eva Glawischnig – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Böhmdorfer: Der blaue Maschinist. Datum, 1. September 2008, archiviert vom Original am 22. Februar 2012; abgerufen am 15. Dezember 2017.
  2. Österreichischer Bibliothekenverbund: Eintrag zu: Eva Glawischnig „Grenznahe Atomkraftwerke : Rechtsschutzmöglichkeiten des Zivilrechts“
  3. Grüne: Van der Bellen geht, Glawischnig kommt. In: Die Presse. 3. Oktober 2008
  4. https://derstandard.at/jetzt/livebericht/2000057831563/parteien-eva-glawischnig-steht-vor-ruecktritt-als-gruene-parteichefin
  5. Zeitpunkt, die Führung abzugeben In: Der Standard. 18. Mai 2017
  6. NÖ-Grüne: Größte Anerkennung für Glawischnig noe.orf.at, 18. Mai 2017, abgerufen 18. Mai 2017.
  7. ZIB Spezial: Erklärung von Eva Glawischnig (Die Grünen) (Memento des Originals vom 22. Mai 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/tvthek.orf.at tvthek.orf.at, 18. Mai 2017, abgerufen 18. Mai 2017. – Pressekonferenz im Parlament 10 Uhr. Video 11:52 min. (mit Qualitätsstörungen, weil per Mobilfunk aus dem Raum im Keller übertragen) + Link zu Analysen durch ORF-Journalisten.
  8. Grünen Chefin Glawischnig erklärt Ruecktritt (Memento des Originals vom 22. Mai 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/tvthek.orf.at tvthek.orf.at, 18. Mai 2017 10:00 Uhr, abgerufen 18. Mai 2017. – Video 11:49 min. Geringfügig editiert, In besserer Qualität. 7 Tage abrufbar.
  9. Grünen-Chefin Glawischnig tritt zurück orf.at, Breaking News, 18. Mai 2017, abgerufen 18. Mai 2017.
  10. Eva Glawischnig geht zu Novomatic. In: Die Presse. 2. März 2018 (diepresse.com [abgerufen am 2. März 2018]).
  11. Ex-Grünen-Chefin Glawischnig geht zu Novomatic - noe.ORF.at. Abgerufen am 2. März 2018.
  12. Glawischnig tritt bei Grünen aus. In: news.ORF.at. 2. März 2018 (orf.at [abgerufen am 2. März 2018]).
  13. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,6 MB)