Eva Rieger

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Eva Rieger (2010)

Eva Rieger (geboren 21. November 1940 auf der Isle of Man) ist eine deutsche Musikwissenschaftlerin. Sie hat weltweit als Erste nach Sophie Drinker die Sozial- und Kulturgeschichte der Frau in der Musikkultur aufgearbeitet. Zusammen mit der deutsch-schweizerischen Mäzenin Mariann Steegmann entwickelte sie die Idee einer Stiftung zur Förderung von Frauen in Musik und Kunst (Mariann-Steegmann-Foundation). 2012 wurde sie zur Ehrensenatorin der Hochschule für Musik und Theater Hamburg ernannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Rieger lebte als Tochter des deutschen Pfarrers Julius Rieger und der Bibliothekarin Johanna Rieger, geb. Krüger, in London und zog 1953 nach Berlin. Sie studierte Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Anglistik und wurde 1976 an der Technischen Universität Berlin mit einer Arbeit über die Musikpädagogik in der DDR promoviert. 1978-1991 war sie Akademische Rätin an den Universitäten Göttingen und Hildesheim; ab 1991 Professorin für Historische Musikwissenschaft (Schwerpunkt Sozialgeschichte der Musik) an der Universität Bremen. 1988-1992 Beiratsmitglied der Zeitschrift „Feministische Studien“.

Rieger hielt Vorträge in den USA, Kanada, Japan und Europa, war 1996 Mitbegründerin der Sektion „Frauen- und Geschlechterforschung“ in der Deutschen Gesellschaft für Musikforschung und mehrfach bei den Tagungen „Feminist Theory and Music“ in den USA aktive Teilnehmerin bzw. Jurymitglied. 2000 wurde die Mariann Steegmann Foundation von Mariann Steegmann in Zusammenarbeit mit Eva Rieger gegründet. Diese Stiftung betreibt sowohl das „Mariann Steegmann Institut Kunst & Gender“ an der Universität Bremen sowie das „Forschungszentrum Musik und Gender“ an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. 2009 war sie Corresponding Member der American Musicological Society.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Rieger war die Erste, die im Zuge der Frauenbewegung eine musikwissenschaftliche Untersuchung über die Benachteiligung der Frau in der deutschen Musikkultur schrieb (Frau, Musik und Männerherrschaft). Ihr Arbeitsschwerpunkt ist neben der Filmmusik, der Musikpädagogik, dem Leben und Werk Richard Wagners vor allem die Genderforschung in der Musikkultur, wobei sie nicht nur für die Gleichstellung der Frau auf allen Ebenen der Musikkultur plädiert, sondern ihre Analysen auch auf die Musik selbst überträgt, was in der traditionellen Musikwissenschaft nicht unstrittig ist. Sie hat mehrere Bücher sowie zahlreiche Artikel veröffentlicht, u. a. in Die Musikforschung, Archiv für Musikwissenschaft, Feministische Studien. Ihre Bücher erschienen in Großbritannien, Schweden, Japan und Südkorea.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schulmusikerziehung in der DDR. Frankfurt am Main : Diesterweg, 1977 ISBN 978-3-425-03767-7. Dissertation Technische Universität Berlin 1976
  • (Hrsg.): Frau und Musik. Frankfurt/M. 1980, 2. Aufl. Kassel 1989
  • Frau, Musik und Männerherrschaft. Zum Ausschluß der Frau aus der deutschen Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Musikausübung. Berlin : Ullstein, 1981, 2. Aufl. Kassel 1988. Japanische Übersetzung 1985, koreanische Übersetzung 1988
  • Friedenserziehung im Musikunterricht. Regensburg 1987 (Hg.) Ein stürmischer Winter. Erinnerungen einer streitbaren Komponistin (Ethel Smyth). Kassel 1988
  • Nannerl Mozart. Leben einer Künstlerin im 18. Jahrhundert. Frankfurt 1990. Überarb. Ausgabe 2005. Schwed. Übersetzung 1992
  • Alfred Hitchcock und die Musik. Eine Untersuchung zum Verhältnis von Film, Musik und Geschlecht, Bielefeld 1996
  • (Hg.) (zus. mit Monica Steegmann): Frauen mit Flügel. Lebensberichte berühmter Pianistinnen. Frankfurt/M. 1996
  • (Hg.) (zus. mit Gabriele Busch-Salmen): Frauenstimmen, Frauenrollen in der Oper und Frauen-Selbstzeugnisse. Herbolzheim 2000
  • (Hg.) „Mit tausend Küssen Deine Fillu“. Briefe der Sängerin Marie Fillunger an Eugenie Schumann 1875–93. Köln 2002
  • (Hg.) (zusammen mit Monica Steegmann): Göttliche Stimmen. Lebensberichte berühmter Sängerinnen von Elisabeth Mara bis Maria Callas, Frankfurt/M. 2002
  • Minna und Richard Wagner. Stationen einer Liebe. Düsseldorf 2003
  • Leuchtende Liebe, lachender Tod. Richard Wagners Bild der Frau im Spiegel seiner Musik. Düsseldorf 2009
  • Zus. mit Hiltrud Schroeder: Ein Platz für Götter. Richard Wagners Wanderungen in der Schweiz. Köln 2009
  • Friedelind Wagner. Die rebellische Enkelin Richard Wagners. München/Zürich 2012
  • Frida Leider - Sängerin im Zwiespalt ihrer Zeit. Unter Mitarbeit von Peter Sommeregger. Vorwort Stephan Mösch. Hildesheim : Olms, 2016, ISBN 978-3-487-08579-1

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]