Fachhochschule Kiel

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Fachhochschule Kiel
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Gründung 1969
Trägerschaft staatlich
Ort Kiel
Bundesland Schleswig-Holstein
Land Deutschland
Präsident Udo Beer
Studenten 7772 06.09.2016[1]
Mitarbeiter 466 15.01.2016[2]
davon Professoren 140 15.01.2016[2]
Website www.fh-kiel.de
Das Hochhaus der FH Kiel mit den Fachbereichen Wirtschaft und Soziale Arbeit und Gesundheit. Aufnahme von der Wasserseite des Kieler Hafens aus in östliche Richtung; im Hintergrund der Kirchturm der Paul-Gerhardt-Kirche im Stadtteil Kiel-Dietrichsdorf, Aufnahme 2009

Die Fachhochschule Kiel ist eine von drei Hochschulen in der Landeshauptstadt Kiel. Mit knapp 7800 Studenten (September 2016) ist sie die größte Fachhochschule und zweitgrößte Hochschule des Landes Schleswig-Holstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachhochschule Kiel gehört neben Flensburg und Lübeck zu den drei ersten Fachhochschulen in Deutschland.[3] Sie wurde am 1. August 1969 aus mehreren staatlichen Ingenieurschulen und höherer Fachschulen zusammengelegt.[4] 1974 wurde auch die Muthesius Fachschule für Gestaltung der Fachhochschule angeschlossen, bis sie 1994 selbstständig wurde.[5]

Nachdem die Fachbereiche der Fachhochschule jahrzehntelang über verschiedene Kieler Stadtteile verteilt waren, gibt es seit 1998 einen neuen gemeinsamen Campus im Kieler Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf auf dem alten Stammsitz der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW). Hier wurden alle Fachbereiche angesiedelt mit Ausnahme von Agrarwirtschaft mit Sitz in Osterrönfeld bei Rendsburg und Bauwesen, der seinen Sitz in Eckernförde hatte. Durch neue Wohnheime, leben mittlerweile immer mehr Studenten in unmittelbarer Nähe zum Campus.[6] Der Neubau einer Bibliothek ist für die nächsten Jahre geplant.[7] Der Fachbereich Bauwesen wurde zum Wintersemester 2007/08 aus der Fachhochschule Kiel ausgegliedert und in die Fachhochschule Lübeck integriert.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschulleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Präsidium besteht aus Präsident Udo Beer, den Vizepräsidenten Klaus Lebert und Wolfgang Huhn, Vizepräsidentin Marita Sperga und Kanzler Klaus-Michael Heinze (Stand Wintersemester 2016/17).[8] Der Hochschulrat hat Mitwirkungs- und Überwachungsaufgaben im Bereich des Hochschulmanagements und der Strukturentwicklung. Vorsitzender ist Armin Willingmann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Stellvertretende Vorsitzende ist Monika Boye, Schulleiterin des Berufsbildungszentrums am Nord-Ostsee-Kanal. Weitere Mitglieder des Hochschulrats sind Margit Haupt-Koopmann (Vorsitzende der Geschäftsführung, Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord), Glenny Holdhof (Geschäftsführerin EDUR-Pumpanfabrik) und Jörg Orlemann (Hauptgeschäftsführer IHK zu Kiel.)[9]

Fachbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachhochschule Kiel gliedert sich in folgende Fachbereiche:[10]

Zentrale Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Fachhochschule Kiel sind außerdem sieben zentrale Einrichtungen untergebracht, mit unterschiedlichen, meist interdisziplinären Aufgaben. Diese sind das Institut für interdisziplinäre Genderforschung und Diversity, das Institut für Weiterbildung, das Studienkolleg, die Zentralbibliothek, das Zentrum für IT-Dienste, das Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation sowie das Zentrum für Sprachen und interkulturelle Kompetenz.[11]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem 1998 errichteten Campus in Neumühlen-Dietrichsdorf sind alle Fachbereiche außer Agrarwirtschaft angesiedelt. Der Campus ist Teil eines Wohngebietes, die Gebäude der FH sind deshalb nicht alle direkt nebeneinander gelegen, sondern teilweise durch Wohnhäuser voneinander getrennt. Insgesamt hat die Fachhochschule hier 22 Gebäude, von denen die Mehrzahl Seminarräume, Labore und Werkstätten der einzelnen Fachbereiche beherbergt.[12] Außerdem befinden sich hier unter anderem eine Mensa, mehrere Cafeterien, eine Kindertagesstätte und drei Studentenwohnheime.

Der Fachbereich Agrarwirtschaft hat seinen Sitz in Osterrönfeld bei Rendsburg.[13] Hier befindet sich das Versuchsfeld Lindenhof, ein EDV-Labor, ein Agrikulturchemisches Labor, eine Bibliothek und eine Mensa.[14]

Studienangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den sechs Fachbereichen werden insgesamt 36 Studiengänge angeboten.[15] Diese unterteilen sich in 19 Bachelor- und 17 Master-Studiengänge. Zulassungsfrei sind 15 hiervon, die restlichen haben einen Numerus clausus, bei dem Notendurchschnitt im (Fach-)Abitur und Wartezeit ausschlaggebend sind.[16] In den Fachbereichen Maschinenwesen, Medien und Wirtschaft werden insgesamt acht Online-Studiengänge angeboten. Das Studienangebot der FH Kiel ist in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Wie an Fachhochschulen üblich hat es einen anwendungsbezogenen Charakter und meist einen direkten Berufsbezug.

Internationales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studiengänge sind durch starke internationale Orientierung geprägt, zum Beispiel durch eine studienfachintegrierte Sprachausbildung oder einen großen Studierendenaustausch. Im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik wird außerdem der englischsprachige Masterstudiengang Information Engineering angeboten.[17]

Die Fachhochschule Kiel unterhält Beziehungen zu Hochschulen in über 30 Ländern, in deren Rahmen der Studierendenaustausch und die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen vereinbart wurden. Das International Office koordiniert die etwa 80 Kooperationen im Rahmen des Erasmus/Sokrates-Programms und ist zentraler Ansprechpartner für ausländische und deutsche Studierende sowie Hochschulangehörige.[18] Im September 2016 waren an der Fachhochschule Kiel 477 internationale Studierende eingeschrieben.[19]

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur- und Kommunikationszentrum „Bunker-D“. Auf dem Dach das Kunstwerk KUBUS BALANCE von HD Schrader.

1994 wurde von Kulturministerin Marianne Tidick das Projekt Kunstlaboratorium ins Leben gerufen, mit dem Ziel, auf dem damals noch in Bau befindlichen FH-Campus Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren. Schließlich wurden drei Kunstwerke von Renate Anger, Ulrich Eller und Ludger Gerdes auf dem Campus installiert.[20] Die Fachhochschule baute diese Kunstsammlung immer weiter aus und präsentiert heute auf dem Campus unter dem Titel CampusKunst-D 450 Kunstwerke, von denen 300 im öffentlichen Raum zu finden sind.[21]

Unter dem Titel Kulturinsel Dietrichsdorf werden von der Fachhochschule auf dem Campus zudem einige kulturelle Einrichtungen unterhalten, die nicht nur an Studierende, sondern auch an Interessierte aus der Bevölkerung gerichtet sind. Hierzu gehören der Mediendom, das Computermuseum und die Sternwarte.[22] Im Jahr 2006 wurde außerdem begonnen, in einem alten Luftschutzbunker ein Kultur- und Kommunikationszentrum zu errichten, den Bunker-D.[23] Seit 2014 befindet sich in dem Gebäude ein Café, ein Kino und eine Galerie mit ständig wechselnden Ausstellungen.[24] Im September 2015 wurde auf dem Dach des Bunkers die 1990 entstandene Skulptur KUBUS BALANCE von HD Schrader installiert.[25]

Hochschulzeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 2010 erscheint das Campusmagazin viel.. Die einmal im Semester herausgebrachte Zeitschrift berichtet über Lehre, Forschung, Menschen und Projekte auf dem Campus der FH und darüber hinaus.[26] An der Redaktion sind sowohl Studierende als auch Mitarbeiter der Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beteiligt.[27]

Die Studierendenzeitschrift plietsch ist ein Projekt des Fachbereichs Medien. Teilnehmer des entsprechenden Wahlpflichtmoduls können bei der Mitarbeit an dem Magazin ihre Kenntnisse im Bereich Layout und Redaktion vertiefen. Im Gegensatz zur viel., die eine breite Leserschaft ansprechen möchte, ist die plietsch vor allem an Studierende gerichtet.[28] Die erste Ausgabe erschien am 23. April 2015.[29]

Studentenleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studierenden der Fachhochschule haben über die Zeit einige meist interdisziplinäre Projekte ins Leben gerufen.

Campus RadioAktiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Studierendenradio Campus RadioAktiv wurde im Oktober 2012 gegründet und sendet jeden Donnerstagmorgen auf dem Offenen Kanal Kiel.[30] Das Projekt stammt aus dem Fachbereich Medien, steht jedoch für alle Studierenden der gesamten Hochschule offen.[31][32]

Campus-TV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studierende der Studiengänge Multimedia Production sowie Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation aus dem Fachbereich Medien erstellen seit 2008 fernsehjournalistische Beiträge, die auf der Internetseite der FH abrufbar sind.[33] Seit 2010 werden die Videos auf Youtube veröffentlicht.[34]

NorthernStars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschulgruppe für Robotik NorthernStars wurde im Dezember 2011 im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik gegründet. Sie geht aus einem Projekt hervor, das Roboter für die Mixed Reality-Liga des RoboCup entwickelte. Die Gruppe betreut das Robotik-Labor des Fachbereichs, in dem Studierenden neben diversen Robotern auch ein Multi-Touch-Tisch zu Verfügung steht. [35]

Raceyard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raceyard-Logo

Seit 2006 nimmt die Fachhochschule mit dem Rennteam Raceyard am deutschen Wettbewerb der Formula Student Germany in Hockenheim und an internationalen Wettbewerben der Formula SAE z. B. in Silverstone teil. Das Rennteam wurde 2006 mit dem „Best Newcomer“- und 2007 mit dem „Acceleration“-Award der Formula Student Germany ausgezeichnet. 2009 war das Team ebenfalls erfolgreich und gewann den Beschleunigungspokal in Silverstone und in Hockenheim. Seit 2011 baut Raceyard ausschließlich Elektro-Rennwagen.[36]

Baltic Thunder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 nimmt das Team Baltic Thunder am Racing Aeolus im niederländischen Den Helder teil. Seit 2016 bestreitet Baltic Thunder das Rennen mit zwei Fahrzeugen[37], die von den Studierenden konstruiert und gebaut werden.

TomKyle AUV Team[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zusammenarbeit mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel entwickeln Studierende in dieser Gruppe Autonomous Underwater Vehicles, also unbemannte Unterwasserfahrzeuge, die selbstständig navigieren. Das Projekt des Fachbereichs Informatik und Elektrotechnik besteht seit Januar 2013.[38]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fachhochschule Kiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FH Kiel: Viele gute Köpfe bleiben im Land. In: Fachhochschule Kiel. 8. September 2016, abgerufen am 26. September 2016.
  2. a b Herzlich willkommen an der Fachhochschule Kiel. In: Lust auf ein Studium — Alles, was ich wissen muss 2016. Fachhochschule Kiel, Februar 2016, S. 3, abgerufen am 26. September 2016 (PDF; 2,89 MB).
  3. Joachim Mohr: „Alles top, einfach traumhaft“. In: Der Spiegel 32/2002. 1. August 2002, S. 56–59, abgerufen am 4. Oktober 2016 (PDF): „Im Rahmen der Bildungsexpansion starteten 1969 die ersten drei Fachhochschulen: in Flensburg, Kiel und Lübeck.“
  4. Fachhochschule. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  5. Geschichte der Muthesius Kunsthochschule. In: Muthesius Kunsthochschule. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  6. Studentenwohnheim an der FH in neuen Händen, kn-online.de, 28. Juli 2017, abgerufen am 28. Februar 2017.
  7. Ab 2019: Ein neues Haus für die Bibliothek, sozialwesen.fh-kiel.de, abgerufen am 28. Februar 2017.
  8. Präsidium. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  9. Hochschulrat. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  10. Fachbereiche. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  11. Zentrale Einrichtungen. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  12. Perspektivischer Campusplan. Fachhochschule Kiel, abgerufen am 19. Oktober 2016 (PDF (11 MB)).
  13. Kontakt. Agrarwirtschaft. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  14. Einrichtungen. Agrarwirtschaft. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  15. Studienangebot und Bewerbung. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  16. Numerus-clausus-Werte. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  17. Information Engineering (Master) (Information in English). In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016 (englisch).
  18. International Office. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  19. Internationaler Campus – FH Kiel begrüßt neue internationale Austauschstudierende. In: Fachhochschule Kiel. 14. September 2016, abgerufen am 19. Oktober 2016.
  20. Das Kunstlaboratorium. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  21. CampusKunst-D - Werkauswahl. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  22. Kulturinsel Dietrichsdorf - Kunst, Kultur und Wissenschaft - Museen und mehr. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  23. Umbauarbeiten 2006. Bunker-D. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  24. Bunker-D. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  25. 25 Jahre "KUBUS BALANCE" von HD Schrader - der Weg vom Plöner Schloss auf das Dach des Bunker-D am Kieler Ostuferhafen. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 20. Oktober 2016.
  26. Campusmagazin viel. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 20. Oktober 2016.
  27. "viel." Neues vom Campus. 28. September 2010, abgerufen am 20. Oktober 2016.
  28. plietsch - das Studierendenmagazin der FH Kiel. In: YouTube. CampusTV FH Kiel, 14. März 2016, abgerufen am 20. Oktober 2016 (Video).
  29. plietsch. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 20. Oktober 2016.
  30. Willkommen. In: Campus RadioAktiv. Fachhochschule Kiel, Fachbereich Medien, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  31. Markt der Möglichkeiten 09/2016. In: Facebook. Fachhochschule Kiel, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  32. http://www.campusradioaktiv.de
  33. Campus TV. In: Fachhochschule Kiel. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  34. CampusTV FH Kiel - Kanalinfo. In: YouTube. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  35. Northernstars. In: NorthernStars Wiki. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  36. Geschichte. In: Raceyard. Abgerufen am 18. Oktober 2016.
  37. Racing Aeolus 2016. Wind Energy Events, abgerufen am 08.01.2016 (englisch).
  38. Team. In: TomKyle AUV. Abgerufen am 18. Oktober 2016.

Koordinaten: 54° 19′ 58″ N, 10° 10′ 49″ O