Flugplatz Rangsdorf

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Flugplatz Rangsdorf
Blick vom Rollfeld zum Tower (2012)
Kenndaten
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 25,8 km südlich von Berlin,
2,0 km südlich von Rangsdorf
Bahn Berlin-Zossen
Basisdaten
Eröffnung 30. Juli 1936
Schließung 21. Juli 1994
Fläche ≈90 ha

Der Flugplatz Rangsdorf ist ein ehemaliger Flugplatz in Brandenburg, der sowohl zivil als auch militärisch genutzt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde als Reichssportflughafen Rangsdorf am 30. Juli 1936 nach kurzer Bauzeit anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 für den allgemeinen Sportflugverkehr freigegeben.

Die Fertigung des Bücker Flugzeugbaus war bereits 1935 von Berlin nach Rangsdorf verlegt worden. Das Flugfeld diente der Erprobung und Entwicklung von vielen Bücker-Flugzeugen und im Zweiten Weltkrieg der Versorgung der Luftwaffe mit Waffentechnik aus dem Hause Bücker.

Der nahegelegene Rangsdorfer See war gleichzeitig ein Wasserflughafen und hatte eine Abfertigungsmöglichkeit. Viele große Flugpioniere und Sportflieger flogen in dieser Zeit in Rangsdorf. Dazu gehörten Elly Beinhorn und ihr Ehemann Bernd Rosemeyer. Heinz Rühmann startete seine Flüge zeitweise von hier und Beate Uhse lernte auf dem Flugplatz Rangsdorf das Fliegen. Sie war Einfliegerin in den Bücker-Flugzeugwerken und Überführungsfliegerin.

Im Winter 1939/40 übernahm Rangsdorf die Funktion des Verkehrsflughafens Berlin Tempelhof. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz zum Fliegerhorst umfunktioniert, auf dem Verbände der Luftwaffe stationiert waren. Am 20. Juli 1944 um 7 Uhr startete von hier Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seinem Adjutanten Werner von Haeften in einer He 111 zum Führerhauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen, wo er das Attentat vom 20. Juli 1944 beging. Gegen 15.45 Uhr kehrte er auf den Fliegerhorst Rangsdorf zurück. An das Ereignis erinnerte heute ein am ehemaligen Flugplatzgelände aufgestellter Gedenkstein.[1]

Am 22. April 1945 wurden Flugplatz und Bücker-Werke von der Roten Armee eingenommen und anschließend bis 1946 von verschiedenen Jagdfliegereinheiten der sowjetischen Luftstreitkräfte belegt. Nach Kriegsende wurde das Gelände bis zum Abzug der sowjetischen Truppen im Jahre 1994 weiterhin von Einheiten der 16. Luftarmee militärisch genutzt. Ab 1946 wurde in den Gebäuden eine Reparaturwerkstatt für Flugzeugmotoren und ein Flugzeug-Instandsetzungswerk (ARS) eingerichtet.[2] Im Zuge des sowjetischen Truppenabzugs aus Deutschland wurden von 1990 bis 1993 etwa 200 nicht mehr überführungsfähige Flugzeuge und Hubschrauber der 16. Luftarmee in Rangsdorf verschrottet.[3]

Heute wird ein kleiner Teil des ehemaligen Flugplatzes von der Modellbaugruppe des Bücker-Vereins als Modellflugzeugplatz genutzt. In den Gebäuden befindet sich heute die privat geführte See-Schule (Ganztagsgymnasium mit angeschlossenem Internat).[4] Die Geschichte des ehemaligen Flughafens wurde bis 2016 im Bücker-Luftfahrt- und Europäisches Eissegel-Museum dargestellt (mittlerweile geschlossen).[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934–1945 – und was davon übrig blieb. Band 1: Berlin & Brandenburg. VDM Heinz Nickel, Zweibrücken 2001, ISBN 3-925480-52-8.
  • Stefan Büttner: Rote Plätze. Russische Militärflugplätze Deutschland 1945–1994. Fliegerhorste–Aerodrome–Militärbrachen. AeroLit, Berlin 2007, ISBN 978-3-935525-11-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Rangsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claus Graf Schenk von Stauffenberg
  2. Stefan Büttner: Rote Plätze - Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945–1994. AeroLit, Berlin 2007. ISBN 978-3-935525-11-4. S. 120
  3. Lutz Freundt: Sowjetische Fliegerkräfte Deutschland 1945–1994. Band 2: Flugplätze (Teil 2) und Truppenteile. Eigenverlag, Diepholz 1998, ISBN 3-00-002665-7, S. 54/55
  4. www.seeschule.de (Memento des Originals vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.seeschule.de
  5. www.buecker-museum.de