Gōshi Hosono

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Gōshi Hosono (2013)

Gōshi Hosono (jap. 細野 豪志, Hosono Gōshi; * 21. August 1971 in Ōmihachiman, Präfektur Shiga) ist ein japanischer Politiker, Abgeordneter im Shūgiin, dem Unterhaus des nationalen Parlaments, für den 5. Wahlkreis von Shizuoka. Seit 2017 gehört er der Kibō no Tō („Partei der Hoffnung“) an.

Hosono studierte an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Kyōto und arbeitete anschließend für das Sanwa sōgō kenkyūjo (三和総合研究所, das „allgemeine Sanwa-Forschungsinstitut“, engl. Sanwa Research Institute, den Think Tank der Sanwa-Bank, heute Teil der Mitsubishi UFJ Financial Group).

Bei der Shūgiin-Wahl 2000 kandidierte Hosono für die Demokratische Partei im 7. Wahlkreis Shizuoka (nach Neuordnung der Wahlkreise seit 2002: 5. Wahlkreis), konnte den Amtsinhaber, den ehemaligen Bauminister Yoshiaki Kibe (LDP), um rund 16.000 Stimmen besiegen. Den neuen Wahlkreis 5 gewann er danach dreimal gegen Ex-Verteidigungsminister Toshitsugu Saitō (LDP). In der Demokratischen Partei war er von 2003 bis 2005 Vorsitzender des Präfekturverbandes Shizuoka, in der Nationalpartei unter anderem ab 2009 stellvertretender Generalsekretär.

2011 wurde er unter Premierminister Naoto Kan nach einer Kabinettsumbildung im Januar zunächst Sonderberater des Premierministers, im Juni dann Staatsminister für Verbraucher und Lebensmittelsicherheit (Kabinett Kan (2. Umbildung)). Während der Nuklearkatastrophe von Fukushima setzte Kan ihn als Leiter des gemeinsamen Krisenstabes von Regierung und Kernkraftwerksbetreiber Tepco ein[1], so dass sein Aufgabenbereich um die Zuständigkeiten für „Aufklärung über das Stromsparen“ (setsuden keihatsu) und „Normalisierung und Rückfallprävention der Atomkraftunfälle“ (gempatsu jiko no shūsoku oyobi saihatsu bōshi) erweitert wurde. Nach der Ablösung Kans durch Yoshihiko Noda wurde er in dessen Kabinett vom 2. September 2011 zum Umweltminister sowie zum neu eingerichteten Posten des Staatsministers für die Organisation zur Unterstützung von Entschädigungen für Atomkraftschäden (genshiryoku songai baishō shien kikō) berufen. Bei der dritten Kabinettsumbildung am 1. Oktober 2012 verlor er diesen Posten. Danach führte er den politischen Ausschuss der Partei.

Bei der landesweiten demokratischen Wahlniederlage 2012 konnte Hosono den Wahlkreis Shizuoka 5 mit rund 59 % der Stimmen gegen Takeru Yoshikawa (LDP, 32 %) souverän verteidigen.[2] 2014 wurde er mit über 10.000 Stimmen weniger, aber bei gesunkener Wahlbeteiligung erneut rund 59 % sicher wiedergewählt.[3] Bei der Wahl 2017 erhielt er 54,8 % der Stimmen.[4]

Nach dem Regierungsverlust 2012 war Hosono unter Nodas Nachfolger Banri Kaieda bis 2013 Generalsekretär der Demokratischen Partei. Seit 2014 führte er mit der Jiseikai (自誓会) eine eigene Faktion. Bei der Wahl des Parteivorsitzenden 2015 kandidierte er für Kaiedas Nachfolge und führte im ersten Wahlgang, in den die Vorwahlergebnisse aus den Präfekturen und die Stimmen von Präfektur- und Kommunalabgeordneten einfließen, verpasste aber eine absolute Mehrheit und unterlag in der Stichwahl, in der nur die nationalen Abgeordneten stimmberechtigt sind, Katsuya Okada. Unter Okada war er von 2015 bis 2016 erneut Vorsitzender des politischen Ausschusses.

2016 ging die Demokratische Partei in der Demokratischen Fortschrittspartei auf. Von 2016 bis 2017 war Hosono dort einer der drei stellvertretenden Parteivorsitzenden. Im August 2017, als sich andeutete, dass sich um Tokios Gouverneurin Yuriko Koike ein neues politische Bündnis auf nationaler Ebene formieren könnte, kündigte er seinen Parteiaustritt an.[5] Für die bevorstehenden Wahlen wurde er im September 2017 Gründungsmitglied der Kibō no Tō,[6] in der bald darauf nach ursprünglichen Plänen der Parteiführung die ganze Demokratische Fortschrittspartei aufgehen sollte, die aber im Ergebnis nur einen Teil der Mitglieder aufnahm.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norimitsu Onishi und Martin Fackler: In Nuclear Crisis, Crippling Mistrust (Memento vom 24. Juni 2011 auf WebCite) New York Times, 12. Juni 2011 (englisch).
  2. Yomiuri Shimbun: Shūgiin-Wahlergebnisse 2012, Shizuoka
  3. Yomiuri Shimbun: Shūgiin-Wahlergebnisse 2014, Shizuoka
  4. Yomiuri Shimbun: Shūgiin-Wahlergebnisse 2017, Shizuoka
  5. Ex-minister Hosono to leave opposition Democratic Party. In: The Japan Times. 4. August 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017 (englisch).
  6. Yuriko Koike’s new party, Kibo no To, vows to alter Japan’s political landscape. In: The Japan Times. 27. September 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017 (englisch).