Garrelt Duin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Garrelt Duin, 2014

Garrelt Duin [ɡaʁəlt dyːn] (* 2. April 1968 in Leer) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 2005 bis 2010 Landesvorsitzender der SPD Niedersachsen und von 2012 bis 2017 Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1987 am Johannes-Althusius-Gymnasium in Emden begann Duin ein Studium der Rechtswissenschaft und der Evangelischen Theologie in Bielefeld und Göttingen, welches er 1995 mit dem ersten und 1998 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1998 wurde er als Rechtsanwalt zugelassen. Garrelt Duin ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Essen-Werden.

Seit dem 1. März 2018 arbeitet er für Thyssenkrupp als Personalchef der Anlagenbausparte Industrial Solutions.[1] Am 28. September 2018 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Köln.[2]

Er ist mit dem ehemaligen bayerischen FDP-Landesvorsitzenden Albert Duin nicht verwandt.[3]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garrelt Duin trat während seiner Schulzeit in die SPD ein. Ab 1993 gehörte er dem Vorstand des SPD-Bezirks Weser-Ems an und war von 2002 bis 2010 dessen Vorsitzender. Von 2001 bis 2011 war er Mitglied des SPD-Parteivorstands und von November 2005 bis Mai 2010 Vorsitzender der SPD Niedersachsen.

Als der SPD-Parteivorstand im Februar 2008 über die Öffnung gegenüber der Linken abstimmte, kam von Duin die einzige Gegenstimme. Duin kündigte am 29. Januar 2010 an, ab Mai nicht mehr für die Posten als Landesvorsitzender und Bezirksvorsitzender zur Verfügung zu stehen, da er sich mehr auf seine Arbeit im Bundestag konzentrieren wolle.[4]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garrelt Duin bei der Aufstellung der SPD-Landesliste Niedersachsen zur Bundestagswahl 2009.

Von 1996 bis 2006 gehörte Duin dem Rat der Gemeinde Hinte an. Im Oktober 2000 rückte Duin für den verstorbenen Abgeordneten Günter Lüttge in das Europäische Parlament nach. Bei der Europawahl 2004 wurde er wiederum ins Europaparlament gewählt. Er legte das Mandat nieder, nachdem er 2005 in den Bundestag gewählt worden war. Für ihn rückte Matthias Groote ins EU-Parlament nach.

Von 2005 bis 2012 war Duin als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Aurich – Emden Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er dort 58,3 % der Erststimmen, bei der Bundestagswahl 2009 44,4 %. Damit erzielte Duin das beste Erststimmenergebnis der niedersächsischen SPD. In der 17. Wahlperiode, d. h. ab 2009, war er wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und einer von drei Sprechern des konservativen Seeheimer Kreises.[5]

Am 21. Juni 2012 legte Duin sein Bundestagsmandat nieder, um Minister in Nordrhein-Westfalen zu werden. Sein Mandat übernahm die Nachrückerin Gabriele Groneberg.[6]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Duin wurde am 21. Juni 2012 von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zum Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt (Kabinett Kraft II).

Von 2014 bis 2016 war er als Mitglied der Landesregierung auch Ordentliches Kommissionsmitglied in der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission) gemäß § 3 Standortauswahlgesetz.[7]

Am 22. Juli 2019 wurde Garrelt Duin einstimmig als Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln von deren Vollversammlung gewählt[8].

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2012 forderte das Land Nordrhein-Westfalen bzw. Duin als neuer Wirtschaftsminister einen bundesweiten Ausgleich für die Kosten der Energiewende. Kurz zuvor hatte das Land Bayern eine Klage gegen den Länderfinanzausgleich angekündigt (Gesamtvolumen in 2011: 7,3 Milliarden Euro).

Bundesländer wie Bayern profitierten damals außergewöhnlich stark von den Subventionen für Solar- und Windkraftanlagen. Duin sagte: „Es kann nicht sein, dass die Haushalte in NRW die Flut der Solaranlagen auf den bayerischen Dächern fast alleine bezahlen müssen“. Über das EEG-Umlageverfahren wurden 2011 nach BDEW-Angaben rund 17 Milliarden Euro bewegt; nach Bayern flossen 2011 netto 1,1 Milliarden Euro aus dem EEG-System.[9]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Garrelt Duin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ex-NRW-Wirtschaftsminister wechselt zu Thyssen-Krupp handelsblatt.com, 15. Februar 2018
  2. Große Mehrheit für Garrelt Duin ksta.de, 29. September 2018
  3. Marion Luppen: Der neue Chef der bayerischen FDP heißt Duin. In: Ostfriesen-Zeitung, 27. November 2013.
  4. SPD: Niedersachsens Landeschef Garrelt Duin hört auf. In: Focus Online, 29. Januar 2010.
  5. Ehemalige Sprecher. (Memento vom 18. Januar 2012 im Internet Archive) In: Seeheimer-Kreis.de.
  6. Ausgeschiedene Abgeordnete und deren Nachfolger. In: Bundestag.de. Archivierte Version vom 12. Dezember 2013 für den 17. Bundestag.
  7. https://www.bundestag.de/blob/434430/35fc29d72bc9a98ee71162337b94c909/drs_268-data.pdf, Seite 550
  8. Situation, Handlungsperspektiven, strategische Entscheidungsmöglichkeiten der Universität zu Köln aus Sicht ausgewählter Stakeholder. In: Ausländische Studierende an der Universität zu Köln. Nomos, 2014, ISBN 978-3-8452-5673-3, S. 20–45, doi:10.5771/9783845256733_20.
  9. Thomas Reisener: Minister empört: NRW zahlt die Energiewende. In: Rheinische Post, 23. Juli 2012.