Amt Hüttenberg

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Das Amt Hüttenberg war ein hessischer und nassauischer Verwaltungsbezirk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Amt Hüttenberg war Teil des Erbes der im 12. Jahrhundert ausgestorbenen Grafen von Gleiberg. Seit dem 14. Jahrhundert war das Erbe Kondominium zwischen Hessen und Nassau. Im 16. Jahrhundert bestand es aus:

  1. dem Hüttenberg mit den Orten Allendorf/Lahn, Annerod, Dornholzhausen, Dutenhofen, Ebersgöns, Hausen, Hochelheim, Hörnsheim, Kirch-Göns, Lang-Göns, Leihgestern, Lützellinden, Pohl-Göns, Rechtenbach, Volpertshausen, Reiskirchen und Niederwetz;
  2. dem gemeinen Land an der Lahn, bestehend aus
    1. dem Gericht Wißmar,
    2. dem Gericht Krofdorf, Launsbach, Fellingshausen, Rodheim an der Bieber (gemeinschaftlich), Krofdorf (nassauisch), Wieseck (hessisch),
    3. dem Gericht Heuchelheim und Kinzenbach.
  3. dem Gericht Lollar, bestehend aus Lollar, Daubringen, Mainzlar, Kirchberg und Ruttershausen;
  4. Staufenberg (hessisch);
  5. Großen-Linden;
  6. Niederkleen.

Mit der Einführung der Reformation erwies sich die Zweiherrigkeit als Problem, da Nassau reformiert und Hessen lutherisch geworden war. 1585 entschied man sich daher für eine Realteilung. Nassau erhielt Wißmar, Launsbach, Kinzenbach, Weidenhausen, Volpertshausen, Reiskirchen und der Hüttenberger Anteil an Nieder-Wetz, Wüstungen, Werzhausen und Gehringshausen. Hessen erhielt das Gericht Lollar mit Lollar, Daubringen, Mainzlar, Kirchberg, Ruttershausen, sowie Heuchelheim, Rodheim an der Bieber, Fellingshausen und Großen-Linden. Der Rest des Gebietes blieb zweiherrisch. Am 16. Juni 1703 wurde diese Gemeinschaft aufgelöst. Nassau erhielt nun Dutenhofen, Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Niederkleen, Dornholzhausen, Groß-Rechtenbach und die bisher hessischen Orte Vollnkirchen und Klein-Rechtenbach. Hessen erhielt Allendorf an der Lahn, Annerod, Hausen, Leihgestern, Langgöns, Kirchgöns, Pohlgöns, Schloss Schiffenberg und den Neuhof.[1]

Am Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 bestanden daher ein hessisches Amt Hüttenberg und das nassauische Amt Hüttenberg nebeneinander.

Das hessische Amt Hüttenberg bestand aus Langgöns, Allendorf, Annerod, Hausen, Kirchgöns, Leihgestern und Pohlgöns. Die anderen Bestandteile waren anderen hessischen Ämter zugeordnet.[2] 1821 wurden die hessischen Ämter aufgelöst und Landratsbezirke gebildet. Das Amt Hüttenberg wurde Teil des Landratsbezirks Gießen. Im Rahmen der Verhandlungen auf dem Wiener Kongress vereinbarte das Herzogtum Nassau umfangreiche Gebietstausche mit seinen Nachbarn. In diesem Zusammenhang wurde das nassauische Amt Hüttenberg preußisch und Teil des Kreises Wetzlar.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute noch gebräuchliche Landschaftsbezeichnung Hüttenberger Land und der Name der aus verschiedenen Orten des Gebiets geschaffenen Gemeinde Hüttenberg im Lahn-Dill-Kreis nehmen Bezug auf des historische Amt.

Beamte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz: Fünfter Band: Die beiden Karten der kirchlichen Organisation, 1450 und 1610; zweite Hälfte: die Trierer und Mainzer Kirchenprovinz; die Entwicklung der kirchlichen Verbände seit der Reformationszeit, 2015, ISBN 978-3-7340-0767-5, S. 475–476, online
  2. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 8 (online bei Google Books).
  3. Georg Christoph Hamberger: Das gelehrte Teutschland, oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller, Band 8, Ausgabe 5, 1800, S. 663, online