Glogonj

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Глогоњ
Glogonj
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Glogonj (Serbien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Serbien
Provinz: Vojvodina
Okrug: Južni Banat
(südliches Banat)
Koordinaten: 44° 59′ N, 20° 31′ O44.98583333333320.52222222222275Koordinaten: 44° 59′ 9″ N, 20° 31′ 20″ O
Höhe: 75 m. i. J.
Fläche: 42,91 km²
Einwohner: 3.001 (2011)
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26202
Kfz-Kennzeichen: PA
Rumänisch-Orthodoxe Mariä-Entschlafens-Kirche
Katholische Kirche St. Ana

Glogonj (serbisch-kyrillisch Глогоњ, deutsch (veraltet) Glogon, ungarisch Galagonyás, rumänisch Glogoni) ist ein zur Opština Pančevo gehörendes Dorf mit 3000 Einwohnern (Stand: Volkszählung 2011). Der Ort liegt im südlichen Banat, in der Vojvodina, Serbien, etwa 20 km nordwestlich von Pančevo am östlichen Ufer der Temesch.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde (drei Bronzearmbänder, eine Medaille, Teile eines Panzers, eine Granate aus gebranntem Ton) bezeugen die Existenz einer menschlichen Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Glogonj schon während der Bronzezeit.

Aus der Römerzeit wurden ein Metallarmband, Töpferwaren aus gebranntem Ton sowie ein komplettes Küchenregal mit Tongeschirr gefunden. Zwei Steinsärge bezeugen die Beisetzungen hoher römischer Heerführer.

Ferner wurden bei Ausgrabungen zwei Skelette mit Schmuck und Waffen aus der Hunnenzeit (11. bis 12. Jahrhundert) gefunden.

Die erste schriftliche Aufzeichnung über das Dorf stammt aus dem Jahre 1586, als Glogonj auf einer Landkarte als bewohnter Ort, der zum Sandschak Pančevo gehörte, vermerkt wurde. 1660 war Glogonj erstmals im Kataster von Pécs eingetragen. Im Jahr 1716 bestand es aus zehn Häusern. 1723 wurde Gloganski von Graf Claudius Florimund Mercy als öde und verlassene Ortschaft aufgelistet.

Ab 1774 erreichten die ersten deutschstämmigen Einwanderer Glogonj. Die erste Schule und eine katholische Kirche wurden im Jahre 1775 eröffnet. 1841 wurde die neue katholische Kirche gebaut.

1781 wurden die ersten Rumänen aus Žitište angesiedelt. Um 1794 kamen Rumänen aus der Stadt Sibiu nach Glogonj. 1800 wurden weitere 16 rumänische Familien aus Klek und Jankahid (Ortsteile von Lazarfeld) angesiedelt. 1806 wurde die rumänisch-orthodoxe Pfarrei gegründet und 1840 die rumänisch-orthodoxe Kirche gebaut. 1911 entstand die heutige rumänisch-orthodoxe Kirche in byzantinischem Stil.

Demographie[Bearbeiten]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Glogonj etwa 2.200 Einwohner.[1] Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle ethnisch Deutschen aus Glogonj vertrieben und an deren Stelle Migranten aus Mazedonien angesiedelt. Insgesamt wurden 412 mazedonische Familien der Gemeinde Glogonj zugeordnet. Mit 234 Familien kam die überwiegende Mehrheit aus Kumanovo. Aus Skopje und Umgebung kamen 49 Familien, aus Ohrid 33 Familien. 39 Familien kamen aus der Umgebung um Struga. Aus dem Nachbarort Jabuka wurden weitere 57 Familien aus Kriva Palanka zugeteilt.[2]


Laut Volkszählung 2002 sahen sich die Bewohner des Dorfs folgenden Ethnien zugehörig:[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glogonj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Adelhardt, Michael; Adelhardt, Elfriede: Ortssippenbuch Glogau - Glogon: 1765-1872. Schriftenreihe zur Donauschwäbischen Herkunftsforschung, Band 133, Karlsruhe 2007, 420S.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thiele, J.C.: Das Königreich Ungarn. Ein topographisch-historisch-statistisches Rundgemälde, Band 4, Kaschau 1833, S 222.
  2. Trifunoski, Jovan F.: O posleratnom naseljavanju stanovnistva iz NR Makedonije u tri banatska naselja: Jabuka, Kacarevo i Glogonj, Novi Sad: Matica Srpska, 1958.
  3. Knjiga 1, Stanovništvo, nacionalna ili etnička pripadnost, podaci po naseljima, Republički zavod za statistiku, Beograd, veljača 2003, ISBN 86-84433-00-9.