Ptuj

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Ptuj
Pettau
Wappen von Ptuj Karte von Slowenien, Position von Ptuj hervorgehoben
Basisdaten
Staat Slowenien
Historische Region Untersteiermark / Štajerska
Statistische Region Podravska (Draugebiet)
Koordinaten 46° 25′ N, 15° 52′ OKoordinaten: 46° 25′ 7″ N, 15° 52′ 17″ O
Höhe 232 m. i. J.
Fläche 66,7 km²
Einwohner 23.117 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 347 Einwohner je km²
Telefonvorwahl (+386) 070
Postleitzahl 2250
Kfz-Kennzeichen MB
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Miran Senčar
Postanschrift Mestni trg 1
2250 Ptuj
Webpräsenz
Schlossansicht um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Ansicht von Ptuj mit Schlossberg
Ouroboros in einer der Mauern von Schloss Ptuj

Ptuj (deutsch: Pettau, lateinisch: Poetovio, in Inschriften Petovio, Petabio, Petavio, Poetavio, Potabio und Patavio, griechisch Ποτόβιον Potabion und Παταβίων Patabion) ist die älteste Stadtgemeinde in Slowenien und die älteste Stadt des ehemaligen Herzogtums Steiermark. Sie liegt in der historischen Landschaft Spodnja Štajerska (Untersteiermark) und in der statistischen Region Podravska.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus von Ptuj, Sitz der Stadtverwaltung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, bewegte Barockfassade

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Ptuj befindet sich in der östlichen Ecke des Dravsko polje (Draufeld) direkt am linken Ufer des Flusses Drau. Teile der Gemeinde liegen in den Slovenske gorice (Windische Bühel). Neben der Drau wird die Kommune noch von den Bächen Grajena (Grajenabach) und Ragoznica (Ragosnitzbach) durchflossen, die kurz nach der Stadt in den „Ptujsko jezero“ münden, dem Stausee des Wasserkraftwerks Formin.

Die nächsten größeren Städte sind Maribor etwa 23 km nordwestlich und Varaždin in Kroatien ca. 38 km östlich. Außerdem ist die Stadt Sitz der Verwaltungseinheit Ptuj (slow.: Upravna enota Ptuj). Diese administriert die Stadtgemeinde Ptuj sowie die Gemeinden Hajdina, Markovci, Gorišnica, Dornava, Kidričevo, Destrnik, Trnovska vas, Sveti Andraž v Slovenskih goricah, Juršinci, Videm, Zavrč, Podlehnik, Žetale und Majšperk.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Ptuj gliedert sich in acht Bezirksgemeinschaften (slow.: Četrtne skupnosti, Abkürzung: ČS). Sie stellen die ausführende Gewalt der Kommune dar und sammeln Vorschläge aus der Bevölkerung[1]:

  • ČS Breg-Turnišče
  • ČS Center
  • ČS Grajena
  • ČS Jezero
  • ČS Ljudski vrt
  • ČS Panorama
  • ČS Rogoznica
  • ČS Spuhlja

Darüber hinaus ist die Gemeinde in 10 Ortschaften unterteilt, diese haben jedoch keine verwaltungsrechtliche Bedeutung. Die deutschen Exonyme in den Klammern wurden bis zum Abtreten des Gebietes an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen im Jahr 1918 vorwiegend von der deutschsprachigen Bevölkerung verwendet und sind heutzutage größtenteils unüblich[2][3]. (Einwohnerzahlen Stand 1. Januar 2017[4]):

  • Grajena, 336
  • Grajenščak (Grajenaberg), 498
  • Kicar (Kitzerberg), 784
  • Krčevina pri Vurbergu (Kartschovina), 892
  • Mestni Vrh (Stadtberg), 673
  • Pacinje (Patzing), 236
  • Podvinci (Podvinzen), 835
  • Ptuj (Pettau), 17.780
  • Spodnji Velovlek (Untervelovlek), 203
  • Spuhlja (Pichldorf), 880

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Duplek, Lenart Destrnik Juršinci
Starše Nachbargemeinden Dornava
Hajdina Videm Markovci

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gasse im Stadtkern von Ptuj

Das heutige Stadtgebiet wurde schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Wesentlich für die Entwicklung der Siedlung in vorrömischer Zeit und danach war deren Lage entlang der Bernsteinstrasse. Relative Bedeutung gewann Pettau jedoch erst in der Zeit des Römischen Reiches. Im Jahr 69 n. Chr. wurde Vespasian in Ptuj zum römischen Kaiser ausgerufen. Unter Kaiser Trajan erhielt die Siedlung das Stadtrecht und wurde als Colonia Ulpia Traiana Poetovio zu einem wichtigen militärischen, kommerziellen und administrativen Zentrum. In der Schlacht bei Poetovio erlitt der Gegenkaiser Magnus Maximus im Juli 388 gegen Theodosius I. die entscheidende Niederlage. Bis zu seiner Plünderung durch die Hunnen lebten ungefähr 40.000 Menschen auf dem Gebiet der heutigen Stadt. Nach den Awaren besiedelten Slawen das Gebiet. Unter dem slawischen Fürsten Pribina war Ptuj Teil des Pannonischen Fürstentums. Danach kam es zum Erzbistum Salzburg, dessen bedeutendste Ministerialen in diesem Gebiet die Herren von Pettau waren, und 1500 zum habsburgischen Herzogtum Steiermark, bei dem es bis 1918/1919 verblieb. Die im Jahr 1376 verabschiedeten Stadtstatuten wurden die Basis für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Bedeutung der Stadt verminderte sich jedoch im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich und durch Naturkatastrophen beträchtlich.

Ein Einschnitt in die Geschichte der Stadt war der Bau der Südbahn zwischen Wien und Triest Ende des 19. Jahrhunderts. Damals ging die Strecke über Marburg (Maribor), und Pettau blieb ohne Förderung. Einwohnerzahl und Bedeutung schrumpften rapid.

Beim Zerfall Österreich-Ungarns 1918/19 wurde das Gebiet von Pettau von der neu gegründeten Republik Deutschösterreich beansprucht, es kam aber ohne Abstimmung zu Jugoslawien. Die ursprünglich überwiegend deutschsprachige Stadtbevölkerung Pettaus (1910 in der Altstadt 86 %) verringerte sich durch die Slawisierungspolitik der Zwischenkriegszeit bereits beträchtlich. Die umliegenden Dörfer sprachen auch schon vor 1919 fast ausschließlich Slowenisch. 1941 bis 1944 unter der nationalsozialistischen Herrschaft und Besatzung durch die Wehrmacht wurde die slowenische Bevölkerung teilweise enteignet und deportiert und (im Rahmen des Abkommens zwischen Mussolini und Hitler von 1939) ihrerseits aus ihrer Heimat vertriebene Deutsche aus Südtirol und der Gottschee (Krain) angesiedelt, die dann 1945 zusammen mit den alteingesessenen deutschen Pettauern vertrieben wurden bzw. flüchteten und in Österreich, aber auch in Amerika Aufnahme fanden. Seit 1945 wird die Stadt fast ausschließlich von Slowenen bewohnt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ptuj unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten und Gemeinden:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ptuj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bezirksgemeinschaften von Ptuj
  2. Spezialkarte der Österreichisch-ungarischen Monarchie 1:75.000 - Pettau und Vinica 5456. (1914)
  3. Spezialkarte der Österreichisch-ungarischen Monarchie 1:75.000 - Pragerhof und Wind. Feistritz 5455. (1914)
  4. Tabellen zur Bevölkerung des Statistischen Amtes der Republik Slowenien (slowenisch)