Hadelner Kanal

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Der Hadelner Kanal
Der Hadelner Kanal in Bülkau
Der Hadelner Kanal bei Otterndorf
Der Hadelner Kanal am Lichtenpils Richtung Süd
Hadelner Kanal zwischen Bederkesaer und Flögelner See (Seeabfluss), Luftbild 2012
Der Hadeler Kanal bei Otterndorf
Das Otterndorfer Schöpfwerk verfügte damals bereits über die größte Kreiselpumpe Europas und führt das Wasser des Kanals sowie der Medem ab.
Das Schöpfwerk "Vorfluter Steinau" - gut ist der tiefe Wasserstand im Vorfluter zu erkennen.

Der Hadelner Kanal (auch Hadeler oder Hadler Kanal) ist ein Teil des Elbe-Weser-Schifffahrtswegs. Es handelt sich dabei um einen ca. 32 km langen schiffbaren Entwässerungskanal zwischen der Elbe bei Otterndorf und dem See bei Bad Bederkesa. Von dort führt der Bederkesa-Geeste-Kanal (1858–1860) weiter zur Geeste und nach Bremerhaven. Gebaut wurde der Hadelner Kanal 1852 bis 1885 und dient heute, neben der Entwässerung, vor allem kleinen Kümos (Küstenmotorschiffen) und Sportbooten als Abkürzung zwischen der Weser und der Elbe.

Der Kanal ist für Schiffe, Kümos und Schuten mit einer Länge bis zu 33,50 und einer Breite bis zu 5,00 Metern ausgelegt. Ein Tiefgang bis 1,50 m ist möglich, sowie, bedingt durch die vielen Brücken, eine maximale Höhe von 2,70 m. Diese amtlichen Angaben sind heute aber nur noch theoretischer Natur, da der Kanal nicht mehr „bewirtschaftet“ wird und sich Berichte über Abweichungen häufen.

Der Hadelner Kanal hat eine Schleuse in Otterndorf. Im weiteren Verlauf des Elbe-Weser-Schifffahrtswegs gibt es die Lintiger Schleuse am Bederkesa-Geeste-Kanal und als dritte die Schiffdorfer Stauschleuse in der Geeste.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus Geschichte von Hadeln und Wursten "... Nach wiederholten schweren Überschwemmungen im Sietland warb der angesehene Hauptmann Böse aus Bederkesa für ein großes Entwässerungsprojekt, den Hadelner Kanal, der in der Vergangenheit schon mehrmals projektiert, aber nie realisiert worden war. 1834 verfügte die Landdrostei Stade den Bau, aber die Bauern des Hochlands erreichten (wieder ein Mal) einen Aufschub, da sie selbst von der Entwässerung nicht profitierten, aber an den Kosten beteiligt werden sollten. ...

... Mit etwa 20 Jahren Verspätung begann man 1853 endlich mit dem Bau des 'Hadler Kanals'; etwas später mit dem Neuhaus-Bülkau-Kanal, der die Moorwasser des Balksees in die Oste leitete. Den häufigen Überschwemmungen, die besonders das Sietland praktisch jeden Winter, und nach starken Regenfällen auch im Sommer heimsuchten, wurde damit endlich ein Ende gesetzt. Das bis dahin ziemlich rückständige Hadler Sietland erlebte einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung.

Ebenso dämmte man durch die Trockenlegung der Moore auch die bis dahin grassierende Malaria ("Marschenfieber") ein. 1859 wurde zusätzlich der Geeste-Weser-Kanal eröffnet, so dass über den Bederkesaer See eine wichtige Binnenverbindung für den Frachtverkehr zwischen Elbe und Weser entstand. Am Ende des 19. Jahrhunderts fand außerdem ein wichtiger Strukturwandel in der Landwirtschaft statt: wegen billiger Getreideimporte aus Übersee ging der Ackerbau in den Hochländern zurück und die Grünlandwirtschaft (Rindermast) gewann an Bedeutung. ..."

Allerdings brachte der Kanal alleine nicht die gewünschte Wirkung, erst durch den Bau der verschiedenen Randkanäle, den Vorflutern und den Bau des Otterndorfer Schöpfwerks brachte den gewünschten Erfolg und eine wesentliche Lebenserleichterung.

Orte entlang des Kanals[Bearbeiten]

Zuflüsse des Hadelner Kanal[Bearbeiten]

Zuflüsse zum Hadelner Kanal beginnend vom Norden bis zum Bederkesaer See:

  • Der Stindstedter Randkanal (östlich) zur Entwässerung von Stindstedt, Moorausmoor, Mittelstenahe, der Kanal führt bis nach Lamstedt.
  • Mooraue zur Entwässerung vom Gebiet zwischen Moorausmoor und Armstorf.
  • Bröckelbeck Bach zur Entwässerung vom Gebiet um Bröckelbeck.
  • Die Gösche zur Entwässerung von Moorausmoor, Neu- und Altbachenbruch (östlich)
  • Die Mühe zur Entwässerung vom Gebiet um Mühedeich und dem Meckelstedter Moor.
  • Der Steinauer Vorfluter (westlich)
  • Der Lehe (westlich)
  • Der Flögelner Seeabfluss zur Entwässerung des Flögelner und Dahlemer Sees so wie der Moore und Bäche drum rum.
  • Valenbrook Bach zur Entwässerung vom Gebiet zwischen Fickmühlen, Drangstedt und Bad Bederkesa (nordwest)
  • Der Ankeloher Randkanal zur Entwässerung vom Gebiet zwischen Ankelohe, Lintig und Meckelstedt.

Angelgewässer[Bearbeiten]

Der Hadelner Kanal wird wie seine Zuflüsse und benachbarten Seen als Angelrevier genutzt, in dem es viele Fischarten gibt, z.B. Aal, Hecht oder Zander.

Sportgewässer[Bearbeiten]

Seit über 40 Jahren wird im Mai die Ruder-Regatta des TSV Otterndorf auf dem Kanal ausgetragen. Seit langem ist die Regatta eine offizielle Regatta des Deutschen Ruderverbands. Gerudert wird auf 3 Bahnen auf einer 1000 m langen Strecke, die kurz nach dem Start eine Kurve aufweist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Willi Klenck: Heimatbuch des ehemaligen Kreis Neuhaus an der Oste. 1957
  • Norbert Fischer: Das kanalisierte Wasser. In: Stader Jahrbuch 2005/2006, S. 407-432

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hadelner Kanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien