Steinau (Niedersachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinau
Steinau (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinau hervorgehoben
Koordinaten: 53° 41′ N, 8° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Land Hadeln
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 36,07 km2
Einwohner: 845 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21775
Vorwahl: 04756
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 051
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 21,
21762 Otterndorf
Webpräsenz: Samtgemeinde Land Hadeln - Gemeinde Steinau
Bürgermeister: Hans-Jürgen Mangels (CDU)
Lage der Gemeinde Steinau im Landkreis Cuxhaven
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Steinau (plattdeutsch Steenau) ist eine niedersächsische Gemeinde im Landkreis Cuxhaven in der Samtgemeinde Land Hadeln und hat etwa 900 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betroffenes Gebiet bei einer „kleinen“ Sturmflut von nur 4,50 m bei einem Deichbruch am Glameyer Stack, Otterndorf

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde erstreckt sich auf 36,07 km² und besteht aus typischen Reihendörfern, in denen die Bauernhöfe entlang der wichtigsten Entwässerungskanäle (regionalsprachlich als Wettern bezeichnet) angelegt wurden.

Steinau liegt im Niederelbegebiet. Die Nähe zur Elbmündung und zur Nordsee bringen die Gefahr mit sich, dass im Falle eines Deichbruchs bei einer Sturmflut das maximal 1 m über NN, teilweise jedoch auch unter dem Meeresspiegel liegende Gemeindegebiet zu weiten Teilen überflutet werden würde. Ein Szenario dafür wird im Artikel Glameyer Stack beschrieben.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinau hat neun Ortschaften:[2]

Altbrachenbruch, Glind, Höring, Lauentheil (nach der Adelsfamilie Laue, die hier im Mittelalter Grundbesitz hatte), Mühedeich, Norderende, Norderwesterseite, Süderende und Süderwesterseite

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche, das Museum der Holzschuhmacher und der große Holzschuh bei Nacht

Erste urkundliche Erwähnung findet Steinau 1370. Im Jahre 1533 erließ Herzog Magnus von Sachsen-Lauenburg eine Verordnung über die Anlage einer Wettern vom Süden Steinaus bis nach Ihlienworth. Damit sollte die ständige Überflutungsgefahr im Sietland etwas gemildert werden. 1570 wurde die Wettern durch Herzog Franz I. noch vertieft und verbreitert. In der Zeit nach 1650 nahm, neben der Landwirtschaft, die wirtschaftliche Bedeutung des Torfstichs am Ostrand des Ahlenmoors zu. Der getrocknete Torf wurde meist über die Aue und Medem nach Otterndorf geschifft, über kleinere Kanäle nach Bederkesa.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2015
Einwohner 997 997 975 958 942 935 892 892 845

(jeweils zum 31. Dezember)[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Steinau besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1.000 Einwohnern.[4] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
CDU 68,39 % 6
SPD 50,33 % 3

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 70,55 %[5] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Hans-Jürgen Mangels (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Rot durch vier absteigende Spitzen schräg rechts geteilt; links oben mit einem grünen Seerosenblatt belegt.“

Kultur und Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Steinau (Niedersachsen) stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Überregional bekannt ist das Dorf für sein jährliches Pfingstfest, den Steinauer Frühtanz. Weiterhin sehenswert sind Findlinge, die während der letzten Eiszeit dorthin abgelagert wurden. Ein Wanderweg führt den Besucher zu den bizarrsten Steinformationen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Rieper (1909–1982), deutscher Unternehmer und Erfinder
  • Gustav Stille (1845–1920), deutscher Mediziner und Schriftsteller

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Steinauer Kirchenbau
  • Möllersch Karstens
  • Die Hexenmühle zu Steinau[8]
  • Auf 32 Stationen werden auf einem Radweg die Sagen aus Land Hadeln dargestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. steinau-niedersachsen.de: Ortsbeschreibung und Lage, abgerufen am 7. Juni 2014.
  3. LSKN-Online
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 12. Februar 2017.
  5. a b Gemeinde Steinau – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 12. Februar 2017.
  6. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016; abgerufen am 12. Februar 2017.
  7. Gemeinde Steinau: Gemeinderat, abgerufen am 12. Februar 2017.
  8. Eberhard Michael Iba [Hrsg.], Heide Gräfing-Refinger [Ill.]: Hake Betken siene Duven - Das grosse Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. In: Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. 3. Auflage. Band 16. Männern vom Morgenstern, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.