Hans Joachim Langmann

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Hans Joachim Langmann (2010)

Hans Joachim Langmann (* 5. Oktober 1924 in Groß Upahl) ist ein deutscher Unternehmer und ehemaliger Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langmann wurde als Sohn eines Diplomaten in Groß Upahl bei Güstrow geboren und verbrachte viele Jahre seiner Jugend in Mittel- und Südamerika. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der Wehrmacht und kam in Kriegsgefangenschaft. Wieder aus der Gefangenschaft entlassen arbeitete er zunächst für zwei Jahre als Angestellter in einem Ingenieurbüro. Für die zur Eigentümerfamilie Merck gehörende Volkswirtin Marlis Groos wurde ein Sprachtrainer für Spanisch gesucht. Über die Tochter des Gärtners kam man auf Langmann als Sprachlehrer. Zwischen Groos und Langmann entwickelte sich eine Beziehung, die später zur Heirat (1961) der beiden führte.

Langmann begann 1948 an der Georg-August-Universität Göttingen ein Physikstudium. Mit einer Doktorarbeit zur Erzeugung von Röntgenstrahlen wurde er 1956 von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zum Dr. rer. nat. promoviert.[1] Bis 1961 arbeitete er als Assistent am Physikalischen Institut der Universität Heidelberg. Teilweise parallel dazu war er von 1956 bis 1965 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kernforschungszentrum Karlsruhe. Ab 1961 war Langmann zudem in verschiedenen Funktionen bei Merck tätig. 1964 kam er dann als persönlich haftender Gesellschafter in die Geschäftsleitung des Unternehmens. 1970 wurde Langmann Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Umsatz des Unternehmens lag damals bei 700 Millionen DM. Als er 2000 das Amt niederlegte und in den Ruhestand ging, betrug der Umsatz 6,74 Milliarden €.[2] Die Mitarbeiterzahl stieg im gleichen Zeitraum von 12.000 auf über 33.000 an.[3] Danach wurde Langmann Vorsitzender der Geschäftsleitung der damaligen E. Merck OHG, die den Kapitalanteil der Eigentümerfamilie in der Merck KGaA (etwa 70 Prozent) vertritt. Ende 2004 trat er dann aus diesem Gremium zurück. 1995 initiierte Langmann den Börsengang der Merck KGaA. Vom 1. Januar 1985 bis 31. Dezember 1986 war er als Nachfolger von Rolf Rodenstock Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).[4] Von 1975 bis 1976 war er Vorsitzender des Verbands der Chemischen Industrie.[5]

Zeitweise wurde Langmann zu den reichsten Deutschen gezählt,[3] was sich aber dadurch relativiert, dass die gesamte Eigentümerfamilie Merck aus etwa 125 Personen besteht. Mittlerweile wird sein Name in den entsprechenden Listen nicht mehr geführt. Er ist Mitglied des Verwaltungsrates der IMPAQ Deutschland und Teilhaber am Unternehmen.[6] Seit 2008 ist Langmann Teilhaber des Bankhauses Hauck & Aufhäuser.[7] Am 12. Juni 2015 spendete er der Regierungspartei Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) 70.000 €.[8] Am 4. Januar 2016 spendete er der CDU 100.000 €.[9] Am 14. Juni 2017 spendete er der CDU 300.000 €. Am darauffolgenden 20. Juni erhöhte er diese Summe um weitere 70.000 €. [10]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langmann ist verheiratet mit Marlis geb. Groos und hat drei Töchter. Er wohnt in Seeheim-Jugenheim.[11]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langmann erhielt unter anderem das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und den Hessischen Verdienstorden. Im Mai 2007 wurde er in die Hall of Fame des manager magazins aufgenommen.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dissertation: Die Z-Abhängigkeit der Bremsstrahlung von Elektronen mit 14,7 MeV Energie.
  2. P. Brors: Hans Joachim Langmann – Die Sagengestalt. In: manager magazin 6, 2007, vom 24. Juli 2007
  3. a b K. Hillmann: Die reichsten Deutschen – Großmeister des Tausendfüßlers. In: Spiegel Online – Wirtschaft, 29. November 2001
  4. Bundesverband der deutschen Industrie: 60 Jahre BDI. (Memento des Originals vom 16. Oktober 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bdi.eu eingesehen am 7. Oktober 2009
  5. H. O. Eglau: Mit neuen Ideen nichts im Sinn. In: Die Zeit, Nr. 14/1984
  6. Inhaber der IMPAQ.@1@2Vorlage:Toter Link/www.impaqgroup.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Website der IMPAQ Holding AG, abgerufen am 14. Mai 2012
  7. Wechselfälle. (Memento des Originals vom 24. August 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.spiegel.de In: Spiegel Online – Lexikon, 2009, S. 19.
  8. http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/054/1805464.pdf
  9. http://www.bundestag.de/bundestag/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2016
  10. https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2017
  11. Bekanntmachung von Rechenschaftsberichten politischer Parteien für das Kalenderjahr 2000. (PDF; 629 kB) vom 21. Januar 2002
  12. M. Machatschke: Auszeichnung für Langmann und Schwab. In: manager magazin vom 10. Mai 2007