Heaven Shall Burn

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Heaven Shall Burn
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Heaven Shall Burn beim Rocco del Schlacko 2012
Heaven Shall Burn beim Rocco del Schlacko 2012
Allgemeine Informationen
Herkunft Saalfeld/Saale, Deutschland
Genre(s) Melodic Death Metal, Metalcore
Gründung 1996 als Before the Fall
Website www.heavenshallburn.com
Aktuelle Besetzung
Marcus Bischoff (seit 1997)
Maik Weichert
E-Gitarre
Alexander Dietz (seit 2005)
Eric Bischoff (seit 1997)
Christian Bass (seit 2013)
Ehemalige Mitglieder
E-Gitarre
Michael Hartmann (bis 1998)
E-Gitarre
Patrick Schleitzer (1998–2005)
Schlagzeug
Matthias Voigt (bis 2013)

Heaven Shall Burn (engl. „der Himmel soll brennen“) ist eine deutsche Metalcore-Band aus Saalfeld/Saale in Thüringen. Sie gilt als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Metalcore.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre (1996–2002)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sänger Marcus Bischoff

Die Band wurde im Laufe des Jahres 1996 von Gitarrist Maik Weichert und Schlagzeuger Matthias Voigt als Before the Fall gegründet und wenig später in Consense umbenannt. Im gleichen Jahr spielte die Band ein erstes Demo ein. Nachdem sich die erste Besetzung als nicht stabil erwiesen hatte, stiegen im Frühjahr 1997 die Cousins Marcus und Eric Bischoff als Sänger beziehungsweise Bassist in die Band ein. In dieser Konstellation wurde schließlich das zweite Demo aufgenommen. Kurz vor den ersten Studioaufnahmen änderte man den Bandnamen ein letztes Mal in Heaven Shall Burn um, übernommen vom Titel des 1996 veröffentlichten Albums Heaven Shall Burn … When We Are Gathered[1] der schwedischen Black-Metal-Band Marduk, der wiederum von einem Vers von Bathorys Album Blood Fire Death inspiriert war.[2] Marduks Album „war zum Zeitpunkt der Namenssuche eben für uns allgegenwärtig“; heaven steht für sie für „ein falsches Paradies, welches sich einige Leute in ihren Köpfen aufbauen. Viele Menschen leben weitab der Realität und gaukeln sich selbst etwas vor. Ebendieses falsche Paradies soll zerstört werden beziehungsweise ‚brennen‘. Diese Leute müssen aus ihren Tagträumen erwachen und endlich begreifen, dass sie ihr Leben beispielsweise selbst in die Hand nehmen sollten und ihnen kein Gott hilft die Ziele zu verwirklichen. Es geht uns also AUCH um Leute, die blind einer Religion folgen. Im Gegensatz zu einigen anderen Bands wollen wir aber nicht ihre Häuser niederbrennen oder ihre Frauen vergewaltigen, sondern einfach nur auf dieses Problem aufmerksam machen“.[1] Der Name hat demnach nichts mit Satanismus zu tun, Heaven Shall Burn wurde laut Maik Weichert allerdings oft für eine Black-Metal- oder eine Marduk-Cover-Band gehalten.[3]

Die ersten Aufnahmen veröffentlichte das Kleinlabel Deeds of Revolution Records schließlich im Herbst 1998 als Debüt-EP In Battle There Is No Law, der Titel wurde von der Debüt-LP der Band Bolt Thrower übernommen. Wenige Wochen danach stieß Patrick Schleitzer als zweiter Gitarrist zur Band. 1999 folgte eine Split-LP mit Fall of Serenity. Kurz darauf wurde ein Vertrag mit Lifeforce Records unterschrieben, bei dem im Jahr 2000 das Debütalbum Asunder erschien. Ebenfalls im Jahr 2000 erschien die Split-CD Caliban vs. Heaven Shall Burn: The Split Program bei Lifeforce. Neben einer Europatour spielte die Band in den nächsten Jahren unter anderem in Südamerika und auf Festivals wie With Full Force, Wacken Open Air und Summer Breeze.

Die ersten Alben (2002–2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gitarrist Maik Weichert

Im Jahr 2002 erschien Whatever it May Take bei Lifeforce. Das nächste Album Antigone wurde im Jahr 2004 von Century Media veröffentlicht. 2005 war Heaven Shall Burn zusammen mit As I Lay Dying und Evergreen Terrace Headliner der ersten Hell-on-Earth-Festivaltour. Im Jahr 2006 erschien mit Deaf to Our Prayers das vierte Album der Band. Es stieg auf Platz 65 der offiziellen deutschen LP-Charts ein, in Griechenland erreichte es Platz 50. Der Titel des Albums spielt dabei auf eine Zeile aus dem Gedicht Die schlesischen Weber von Heinrich Heine an. Neben unzähligen Konzerten im In- und Ausland waren Heaven Shall Burn zuletzt als einer der Headliner der Hell-on-Earth-Tour unterwegs.

Im darauffolgenden Jahr folgten neben einer Südamerikatour der erste Auftritt in Russland sowie die Teilnahme am Wacken Open Air. Bis Herbst 2007 wurde am fünften Studioalbum gearbeitet; unterdessen wurde im Juli das mit einem neuen Mix, Mastering und Artwork versehene Album Whatever it May Take wiederveröffentlicht. Am 25. Januar 2008 erschien mit Iconoclast (Pt I: The Final Resistance) das fünfte Album der Band, dessen Artwork der Callejon-Sänger Bastian Sobtzick erstellt hat. Das Album stieg auf Platz 21 der deutschen Albumcharts ein. Im August 2008 traten Heaven Shall Burn auf dem Summer Breeze auf.[4]

Iconoclast II und III (2008–2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bassist Eric Bischoff

Die Live-DVD Bildersturm: Iconoclast II (The Visual Resistance) erschien am 25. Mai 2009 in Europa und ist seit 11. August auch in Amerika erhältlich. Das am 21. Mai 2010 veröffentlichte Album Invictus (Iconoclast III) schließt die Iconoclast-Trilogie ab und wurde im Metal Hammer April 2010 zum Album des Monats gekürt.[5] Auf dem Album ist unter anderem der Titel Given in Death zu finden, welcher im Wechsel zwischen Marcus Bischoff und Sabine Scherer von Deadlock gesungen wird.[6] Das Album stieg auf Platz 9 der deutschen Albumcharts ein. 2011 pausierte Schlagzeuger Matthias Voigt, weil er sich einer Rückenoperation unterzogen hatte. Er wurde in dieser Zeit von verschiedenen Drummern vertreten.

Veto und Wanderer (seit 2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gitarrist Alexander Dietz

Im Januar 2013 wurde das siebte Studioalbum Veto angekündigt, welches in Deutschland am 19. April erschien. Laut der Band haben einige Gastmusiker bei den Aufnahmen mitgewirkt.[7] Zudem wurde bekanntgegeben, dass Heaven Shall Burn Headliner der Impericon Festivals in Leipzig und Wien am 20. und 26. April sein wird.[8]

Am 1. November 2013 wurde auf der offiziellen Homepage der Band bekannt gegeben, dass Matthias Voigt aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme aus der Band aussteigt. Offizielles neues Bandmitglied wird Christian Bass, der schon zuvor Voigt live ersetzt hatte.[9] Seit dem 30. April 2015 ist die Band unter dem Motto „Support Your Local Team“ Trikotsponsor des Fußballvereines FC Carl Zeiss Jena.[10]

Am 11. Dezember 2015 erschien die Split-LP The Mission Creep mit Napalm Death bei Century Media. Am 16. Juli 2016 teilte Heaven Shall Burn via eines Teaser Videos auf YouTube mit, dass ein neues Album veröffentlicht wird. Das neue Album mit dem Namen Wanderer wurde am 16. September 2016 von Century Media veröffentlicht.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heaven Shall Burn beim Rock im Park 2016

Die Band vereint in ihrer Musik Hardcore-Elemente mit extremem Death Metal, Thrash Metal und teils melodischen Hooklines. In den Texten werden unter anderem politische Themen, der Kampf gegen Rassismus und Faschismus sowie für Freiheit und gegen Überwachung[11] und der Respekt gegenüber der Natur angesprochen. Ein Großteil der Bandmitglieder lebt vegan, alle Mitglieder leben vegetarisch und vier der fünf sind Straight Edge, verzichten also auf Alkohol und andere Drogen, was auch Eingang in die Texte findet.[12][13] Außerdem fordert Heaven Shall Burn seine Hörer zu mehr Mündigkeit auf, um selbstständig falsche Idole, Führer und Machtverhältnisse sowohl politisch als auch unpolitisch zu hinterfragen.[14]

Für eine Tsunami-Benefiz-Split-CD mit The Haunted und Napalm Death coverten sie das Lied Strassenkampf der Band Die Skeptiker, das die Zeile „Unsre Herzen schlagen links“ enthält. Der Text von Strassenkampf wurde fast vollständig übernommen, einzig die Zeile „unser Ziel ist Anarchie“ wurde in „unser Ziel ist die Unity“ umgeändert. Auf mehreren Veröffentlichungen der Band sind atmosphärische Intros, Outros und Zwischenstücke zu hören, die von Ólafur Arnalds komponiert wurden.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen[15] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2000 Asunder
Lifeforce
Erstveröffentlichung: 8. April 2000
2002 Whatever It May Take
• Lifeforce
Erstveröffentlichung: 11. November 2002
Neuauflage: 2007
2004 Antigone
• Lifeforce
Erstveröffentlichung: 15. Juni 2004
Neuauflage: 2012
2006 Deaf to Our Prayers
Century Media
65
(1 Wo)
Erstveröffentlichung: 28. August 2006
2008 Iconoclast (Part I: The Final Resistance)
• Century Media
21
(4 Wo.)
65
(1 Wo.)
97
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Januar 2008
2010 Invictus (Iconoclast III)
• Century Media
9
(4 Wo.)
17
(2 Wo.)
38
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2010
2013 Veto
• Century Media
2
(4 Wo.)
20
(2 Wo.)
71
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. April 2013
2016 Wanderer
• Century Media
3
(5 Wo.)
9
(2 Wo.)
15
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. September 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heaven Shall Burn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kai Wilhelm: Heaven Shall Burn Interview. 2. Mai 2002, archiviert vom Original am 3. Juli 2013; abgerufen am 10. November 2010. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eternitymagazin.de
  2. Nordic Vision. Nr. 6, 1996, S. 39 (englisch, online [abgerufen am 22. Februar 2010]).
  3. Jackie Smit: Not a Marduk Cover Band. CoC chats with Maik Weichert of Heaven Shall Burn.
  4. Rückblick 2008 (Memento des Originals vom 28. August 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.summer-breeze.de, August 2008.
  5. HEAVEN SHALL BURN: INVICTUS, ERSTE INFOS ZUM ALBUM, April 2010.
  6. Heaven Shall Burn: Invictus (Review), zugegriffen am 28. Juni 2010.
  7. Heaven Shall Burn mit neuem Album und einigen Gästen
  8. Metal Hammer präsentiert: Impericon Festival III mit Heaven Shall Burn u. a.
  9. Christian Bass to drum for HSB!
  10. Heaven Shall Burn: Wir sind jetzt Sponsor vom 30. April 2015
  11. Im Video zum Lied Endzeit wird eine Überwachungskamera installiert und das Kabel zuerst durch das Ohr von Wolfgang Schäuble geführt und anschließend in einen Haufen Hundeexkremente gesteckt.
  12. Toby: Heaven Shall Burn "We Are The Final Resistance!!". Metalglory Magazine. Abgerufen am 6. September 2010.
  13. Interview mit Maik Weichert von Heaven Shall Burn auf das-musikmagazin.de, zugegriffen am 19. April 2013.
  14. Silvan Bänsch: http://www.skipmag.de/interview/HEAVEN-SHALL-BURN/ (Memento vom 20. Mai 2008 im Internet Archive) HEAVEN SHALL BURN Interview, 14. Januar 2008.
  15. Chartverfolgung: DEATCH