Hercules Prima

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Hercules Prima 5, Baujahr 1995
Hercules Prima 5S, Bj. 1991

Hercules Prima war eine Mofa-Baureihe der Nürnberger Hercules-Werke sowie später – als Sachs Prima – der Sachs Bikes.

Mofas der Reihe Hercules Prima wurden erstmals Mitte der 1970er-Jahre in den Hercules-Werken gebaut. Hercules fertigte die Fahrzeuge als Konfektionär bzw. setzte sie aus Teilen eigener Produktion (Rahmen und Kleinteile) und zugekauften Bauteilen (Fahrwerk, Motor und Räder) zusammen. Die Motoren lieferte Fichtel & Sachs (heute ZF Sachs AG), Schweinfurt, damals unter anderem Hersteller von Zweirad-, Stationär- und Zweitaktdieselmotoren.

Bis Anfang der 1990er-Jahre wurden die günstigen Hercules-Mofas von vielen Jugendlichen gefahren und dank ihrer einfachen Technik gern „frisiert“. Danach wurden sie zunehmend durch Motorroller verdrängt. 1995 verlegte die niederländische Holding Accell Group, die 1987 Hercules aufgekauft hatte, den Firmensitz von Hercules nach Neuhof und beschränkte das Produktangebot auf Fahrräder. Die Motorradproduktion in den einstigen Hercules-Werken in Nürnberg wurde daraufhin von der Nachfolgefirma Sachs Bikes weitergeführt. Sachs Bikes führte die Hercules-Tradition im Bereich der motorisierten Zweiräder fort und stellte noch bis 2005 Mofas der Reihe Prima her – zuletzt nur noch Prima 4 und 5.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem „Grundmodell“ Prima (1) wurde die Reihe um sechs weitere Modelle und die Ausstattungsvariante „S“ erweitert. Im Einzelnen waren dies die Modelle Prima 3 und 5 mit 2-Gang-Handschaltung, die Automatik-Modelle Prima 2 und 4 mit Fliehkraftkupplung. Eine weitere Variante war die Prima 6, die werksmäßig eine Blinkanlage hatte. Außerdem wurde eine Hercules Prima SX produziert, die im Unterschied zu den anderen Prima-Mofas mit einem von Hand geschalteten 3-Gang-Motor und einer 1-Mann-Sitzbank ausgestattet war. In den 1990er-Jahren wurde eine Version mit Kickstarter und 2-Gang-Fußschaltung hergestellt. Alle Modelle hatten je nach Ausstattung und Baujahr einen luftgekühlten Sachs-505-Motor mit 47 oder 49 cm³ Hubraum, der 1,1 kW leistete und über ein Drehmoment von 3,2 Nm verfügte. Noch vor der Prima 2 wurde die Prima S hergestellt. Das als Sicherheitsmofa bekannte Modell hatte einen Verbandkasten, Blinker, Reflektoren an den Pedalen, zwei Außenspiegel und einen Beinschutz. Die sonstige Ausstattung glich der S-Variante der Prima 1.

Eine Sonderstellung nimmt das Mofa Hercules Prima GT/GX ein, das auch zur Baureihe der Prima-Mofas gehört, allerdings sehr einem Mokick ähnelt. Die Prima GX/GT war ein Sport-Mofa, was unter anderem eine durchgezogene Tank-Sitzbank-Kombination erkennbar machte. So unterschied sich der Aufbau völlig von der Prima 1-5. Angetrieben wurde das Mofa von einem Sachs 506/3B(Y)-Motor, statt des sonst üblichen 505er Motors.

Die Modelle Prima 2 und 3 waren schlanker und leichter gestaltet und hatten einen schmalen, in den Rahmen integrierten Tank (der mit 4 Litern nur 0,5 Liter weniger fasste als der Tank der anderen Modelle) und Speichenräder. Die anderen Modelle waren mit einem insgesamt größeren, ovalen Tank ausgestattet, der auf dem Rohrrahmen befestigt war, und fuhren auf Druckgussrädern. Zusätzlich waren alle Modelle in der Ausstattungsvariante „S“ erhältlich, wie auch das bekannteste Modell Prima 5S. Während die „Basisvarianten“ mit einfarbig lackiertem Tank und Schutzblechen (zum Teil auch verchromten Schutzblechen), Lenkschloss sowie einer viereckigen Kunststofflampe mit integriertem Tachometer ausgestattet waren und kein Zündschloss hatten, unterschied sich die S-Variante in folgenden Punkten[1]

Besonderheiten der Ausstattungsvariante S
  • Chromschutzbleche
  • Cockpitaufsatz (separater, höher gelegener Tacho, mit Zündschloss)
  • an den Seiten teilverchromter Tank
  • größere Rückleuchte mit Bremslicht
  • Federbeine am Hinterrad mit verchromten, außenliegenden Schraubenfedern
  • größere Farbauswahl
  • Spiegel
  • runde Lampe

Optima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgeleitet von den Mofa-Modellen entstand die Moped-Baureihe Optima 3. Sie war ebenfalls (zeitweise ausschließlich) in der Ausstattungsvariante S erhältlich.

Optimas von 1974 bis 2004:

Bezeichnung Modell Baujahr
Hercules P3 1974–1979
Hercules Optima 3 1979–1980
Hercules Optima 3 S 1980–1986
Hercules Optima 3 S 1986–1988
Hercules Optima 3 S 1988–1993
Hercules Optima 50 1993–1995
Sachs Optima 50 1995–2001
Sachs Optima 50 2001–2004

Die Mopeds der Baureihe Optima unterschieden sich durch größere Luftfilter, Vergaser, Überströmkanäle und Abgaskrümmer sowie einen anderen Auspuff, eine stärkere Kurbelwelle, anderen Zylinder und eine längere Kettenübersetzung von den Prima-Mofas. Die Leistung wurde gegenüber diesen um 0,7 kW auf 1,8 kW (2,5 PS) gesteigert, das Drehmoment lag nun bei 3,72 Nm. Ansonsten waren die Mopeds technisch identisch mit den Mofas Prima 5S und unterschieden sich nur in Details der Ausstattung (z. B. Edelstahlschutzbleche oder Rückspiegel). Die Geschwindigkeit war gesetzlich auf 40 km/h begrenzt. Die erste Ausführung der Optima 3 S hatte den 505/2-DX-Sachs-Motor mit 50 cm³, einen Bing-Vergaser 85/13/104, eine 62er Hauptdüse, eine Übersetzung 11 auf 44 Zähne und leistete 2,0 kW oder 2,72 PS bei 5250/min, Zulassung mit 40 km/h. Die letzten zwei Optima 3S bekamen eine zusätzliche Leistungssteigerung von 0,3 PS, sodass die Leistung mit 3,12 PS angegeben wurde. Gleichzeitig wurde die Höchstgeschwindigkeit mit 50 km/h angegeben.

Preisliste (1/92) Prima 2S (Automatik) – 2049 DM (Farben: anthrazit, magenta) Prima 3S (2-Gang Handschaltung) – 2249 DM (Farben: anthrazit, magenta) Prima 4 (Automatik) – 2449 DM (Farben: prismablau, magenta, platingraphit) Prima 5 (2-Gang Handschaltung) – 2549 DM (Farben: anthrazit, magenta) Prima 5S (2-Gang Handschaltung) – 2898 DM (Farben: magenta, schwarz-metallic, jadegrün) MX 1 (2-Gang Handschaltung) – 2798 DM (Farben: schwarz) Prima GT (3-Gang Handschaltung) – 3698 DM (Farben: rot/weiß)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Betriebsanleitung zur Hercules Prima 5S.