Unimog 404

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Mercedes-Benz
Tanklöschfahrzeug 8/8 auf Unimog-404.1-Fahrgestell
Tanklöschfahrzeug 8/8 auf Unimog-404.1-Fahrgestell
Unimog 404
Hersteller: Daimler-Benz AG
Verkaufsbezeichnung: 404.1: U82
404.0: U110
Produktionszeitraum: 1955–1980
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Unimog 435[1]
Technische Daten
Bauformen: Kurzhauber
Motoren: Ottomotoren:
M 180
M 130
Dieselmotoren:
OM 615
Leistung: M 180: 60 kW
M 130: 81 kW
OM 615: 44 kW

Der Unimog 404, auch als Unimog S und Unimog 404 S bezeichnet, ist ein Fahrzeug der Unimog-Reihe von Mercedes-Benz. Er wurde von 1955 bis 1980 von Daimler-Benz im Mercedes-Benz-Werk Gaggenau gebaut. Es entstanden zwei Baumuster, der 404.1 und der 404.0, die als Unimog U82 und Unimog U110 vermarktet wurden. Insgesamt wurden 64.242 Fahrzeuge gebaut, was den Unimog 404 zur meistgebauten Unimog-Baureihe macht.[2] Anders als der Unimog 401 ist der Unimog 404 eher ein kleiner geländegängiger 1,5-Tonnen-Lastkraftwagen als ein landwirtschaftliches Fahrzeug. Er diente oft als Fahrgestell für Feuerwehr- und Militärfahrzeuge,[3] allein die Bundeswehr beschaffte ca. 36.000 Einheiten.[4][5]

Das erste Baumustererprobungsfahrzeug der Baureihe 404 wurde 1953 gebaut. Es hatte geringere Abmessungen als das spätere Serienfahrzeug. So betrugen der Radstand 2670 mm und die Spurweite 1600 mm. Zwei weitere Prototypen für das französische Militär folgten 1954, die ersten 1100 Serienfahrzeuge wurden ebenfalls vom französischen Militär abgenommen.[5] Da das französische Militär nicht wollte, dass das Reserverad auf der Ladefläche montiert ist, wo es Platz für Soldaten nehmen würde, bauten die Daimler-Benz-Ingenieure einen gekröpften Rahmen für den Unimog 404, sodass das Reserverad unterhalb der Ladefläche montiert werden konnte. Der gekröpfte Rahmen hat zusätzlich bessere Verwindungseigenschaften, wodurch sich die Geländeeigenschaften des Unimogs verbesserten. Später wurde dieses Konstruktionsmerkmal für die folgenden Unimogtypen übernommen.[6]

Bei seiner Serieneinführung 1955 gab es das Baumuster 404.1 als Variante mit 2700 mm Radstand und dem Ottomotor M 180, der 82 PS (60 kW) leistet. 1956 folgte die Variante mit um 200 mm verlängertem Radstand, die mit demselben Motortyp ausgerüstet wurde. Diese beiden Modelle wurden als Unimog U82 verkauft. Die Produktion des Modells mit kurzem Radstand endete 1971, während die Version mit langem Radstand noch bis 1980 weitergebaut wurde. 1971 folgte das Baumuster 404.0, das als Unimog U110 verkauft wurde. Es hatte das Fahrerhaus des Unimog 406 und erhielt ab Modell 404.012 den Ottomotor M 130. Von diesem Modell wurden lediglich 1.791 Stück gebaut. Darüber hinaus stattete Daimler-Benz für den portugiesischen Markt 81 Fahrzeuge mit dem Dieselmotor OM 615 aus, der 60 PS (44 kW) leistet.[2]

Der Unimog 404.0 hat das Fahrerhaus des Unimog 406.
Unimog 404 mit Dieselmotor

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Unimog 404.1 Cabrio fehlen die Seitenfenster.

Der Unimog 404 ist ein kleiner vierrädriger geländegängiger Lastkraftwagen in Kurzhauberbauweise, der für eine Nutzlast von 1500 kg ausgelegt ist. Wie auch die anderen Unimogmodelle hat er einen Leiterrahmen, schubrohrgeführte Portalachsen mit Untersetzungsgetriebe sowie Schraubenfedern mit hydraulischen Teleskopstoßdämpfern für Vorder- und Hinterachse. Alle vier Räder und Reifen sind gleich groß. Standardmäßig ist das Fahrzeug mit hydraulisch betätigten ATE-Trommelbremsen ausgestattet. Der 404 ist hinterradgetrieben, der Vorderradantrieb kann, ebenso wie eine Differenzialsperre, zugeschaltet werden.[7]

Ein wassergekühlter Ottomotor des Typs M 180 II-U mit einem Hubraum von 2195 cm³ treibt den 404.1 an. Er ist mit einem Geländevergaser Typ Zenith 32 NDIX ausgerüstet und überträgt die Antriebskraft über eine Einscheibentrockenkupplung des Typs Fichtel & Sachs K 16 Z auf ein vollsynchronisiertes Daimler-Benz-Sechsganggetriebe mit zwei zusätzlichen Rückwärtsgängen.[7]

Den 404 gibt es sowohl mit geschlossener zweitüriger Kabine als auch als zweitüriges Cabrio-Fahrzeug mit abnehmbaren Verdeck. Die Windschutzscheibe des 404.1 ist geteilt, während der 404.0, der das Fahrerhaus des 406 hat, eine durchgehende Windschutzscheibe hat. Lediglich die Modelle mit geschlossenem Fahrerhaus haben Seitenscheiben. Spezialfahrzeuge auf Unimog-404-Fahrgestell, wie z. B. Feuerwehrfahrzeuge, wurden teilweise auch als Viertürer gebaut.

Unimog 404.1 mit viertüriger Kabine.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Type 404.1 404.0
Bezeichnung U82 (kurz) U82 (lang) U110
Produktionszeitraum 1955–1971 1956–1980 1971–1980
Masse (ca.) 2900 kg 2970 kg 2970 kg
Länge 4600 mm 4925 mm 5025 mm
Breite 2130 mm 2140 mm 2130 mm
Höhe 2190 mm 2190 mm 2250 mm
Radstand 2700 mm 2900 mm
Spurweite 1630 mm
Bodenfreiheit 400 mm[7]
Ladeflächenlänge 2700 mm 3000 mm
Ladeflächenbreite 2000 mm
Bordwandhöhe 500 mm
Kraftstofftankvolumen 2 × 60 l
Reifen 10–20 10.5–20
Motorenmodell M 180/II U[7] M 130
Bauart Wassergekühlter Reihensechszylinderottomotor
Kraftstoffsystem Geländevergaser Typ Zenith 32 NDIX[7]
Hubraum 2195 cm³ 2778 cm³
Bohrung × Hub 80 mm × 72.8 mm 86.5 mm × 78.8 mm
Verdichtungsverhältnis 7:1[7]
Nennleistung (DIN 70020) 80–82 PS (59–60 kW)[7] bei 4850 min−1 110 PS (81 kW) bei 4800 min−1
Maximales Drehmoment (DIN 70020) 16,1 kp·m (158 N·m) bei 3200 min−1
Höchstgeschwindigkeit 6. Gang: 95 km/h 1. Gang: 7 km/h
2. Gang: 13 km/h
3. Gang: 24 km/h
4. Gang: 44 km/h
5. Gang: 72 km/h
6. Gang: 95 km/h
1. Rückwärtsgang: 6 km/h
2. Rückwärtsgang: 10 km/h[7]
6. Gang: 100 km/h
Steigfähigkeit 1. Gang: 70 %
2. Gang: 45 %
3. Gang: 23 %
4. Gang: 11.5 %
5. Gang: 6,5 %
6. Gang: 3,5 %[7]
Quelle [4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unimog 404 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daimler: Unimog History 1974. Abgerufen am 17. Mai 2017 (englisch)
  2. a b Unimog-Community: Unimog U 404 S [1955 bis 1980]. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  3. Colin Peck: Mercedes-Benz Trucks. Veloce, Dorchester 2014, ISBN 978-1-84584-643-5, S. 52. (englisch)
  4. a b Peter Kautz: Mercedes-Benz Unimog S / 404 / 404S. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  5. a b Andreas F. Schulze: 55 Jahre Unimog 404 S. 10. Mai 2010, abgerufen am 17. Mai 2017.
  6. Carl-Heinz Vogler: UNIMOG 406 – Typengeschichte und Technik. Geramond, München 2016, ISBN 978-3-86245-576-8, S. 45.
  7. a b c d e f g h i Unimog 404 Gebruikershandleiding. Oktober 1966, S. 3–5. Abgerufen am 17. Mai 2017 (niederländisch)