Home (2020)

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Film
OriginaltitelHome
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2020
Länge 100 Minuten
Stab
Regie Franka Potente
Drehbuch Franka Potente
Produktion Jonas Katzenstein, Maximilian Leo
Musik Volker Bertelmann
Kamera Frank Griebe
Schnitt Antje Zynga
Besetzung
Synchronisation

Home ist ein Filmdrama von Franka Potente, das im Oktober 2020 beim Festa del Cinema di Roma seine Premiere feierte und am 29. Juli 2021 in die deutschen Kinos kam.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marvin Hacks ist mit seinem Skateboard auf den Highways Kaliforniens unterwegs. Der 40-Jährige wurde gerade nach einer 17-jährigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen und befindet sich auf dem Weg nach Clovis, die Stadt, in der er geboren wurde. Er trägt noch immer denselben Adidas-Trainingsanzug, den er trug, als er zwanzig Jahre zuvor einen Mord an einer älteren Dame begangen hat. Nun will er zurück nach Hause, um dort ein neues Leben anzufangen, wo sein altes aufhörte. In seinem alten Zuhause angelangt, erfährt er, dass seine Mutter Bernadette an Krebs erkrankt ist und beschließt, sich um sie zu kümmern.

Die Menschen in der Stadt haben Marvins damals begangene Gräueltat noch immer nicht vergessen, allen voran die Flintows, die Familie des Opfers. Sie machen ihm schnell klar, dass in Clovis kein Platz mehr für ihn ist. Die einzige Ausnahme ist die Enkelin der getöteten Frau, die 22-jährige Delta, die bereits Mutter ist und selbst im Leben einige Fehler gemacht hat.[1][2][3][4][5][6]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmstab und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Franka Potente

Franka Potente gibt mit Home ihr Debüt als Spielfilm-Regisseurin. 2006 führte sie bereits beim Schwarz-Weiß-Kurzfilm Der die Tollkirsche ausgräbt Regie.

Jake McLaughlin übernahm die Hauptrolle von Marvin Hacks. Die Oscar-Preisträgerin Kathy Bates spielt seine Mutter Bernadette, Aisling Franciosi spielt Delta[2] und James Jordan deren älteren Bruder Russell. Potentes Ehemann Derek Richardson ist in der Rolle von Marvins Kumpel Wade zu sehen, der dabei war, als er die alte Frau totprügelte. Stephen Root spielt Pater Browning, Lil Rel Howery Bernadettes Krankenpflegehilfe Jayden.[7][6]

Filmförderung und Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturstaatsministerin Monika Grütters förderte den Spielfilm mit 500.000 Euro. Die Filmförderungsanstalt gewährte eine Produktionsförderung in Höhe von 367.500 Euro, Eurimages in Höhe von 400.000 Euro.

Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2019 in Los Angeles, Düsseldorf und Köln statt, hier rund um den Auenweg und im Musik-Club „Bootshaus“ am Mülheimer Hafen, der im Film jedoch kaum wiederzuerkennen ist.[8] Als Kameramann fungierte Frank Griebe.[6]

Filmmusik und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik komponierte Volker Bertelmann.[9]

Die Premiere des Films erfolgte am 20. Oktober 2020 beim Festa del Cinema di Roma.[10][11] Im November 2020 wurde er beim Tallinn Black Nights Film Festival gezeigt, das im Fokus New German Cinema stand.[12] Ab 9. April 2021 wurde er beim San Francisco International Film Festival gezeigt. Im Juli 2021 wird er beim Filmfest München vorgestellt, wo die Deutschlandpremiere des Films erfolgte.[13] Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 29. Juli 2021.[14][15]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendy Ide von screendaily.com schreibt, die fehlende Theatralik tue dem Film gut, der seine Geschichte leise, ruhig und mit Würde erzählt. Der Film könnte besonders für Verleiher von Arthouse-Filmen interessant sein, die auf der Suche nach soliden Inhalten sind, die gleichermaßen in Kinos oder bei Streamingdiensten funktionieren. Der Film sei wie die Stadt selbst letztendlich in der Religion verwurzelt, und Erlösung und Vergebung bildeten den Rahmen, um den sich die Geschichte dreht. Passenderweise spiele die stärkste Szene des Films, der Moment, in dem Marvins steiniger Gleichmut zusammenbricht und er um die Gnade seiner Gemeinde bittet, an diesem Ort.[16]

Michael Meyns schreibt in seiner Funktion als Filmkorrespondent der Gilde deutscher Filmkunsttheater, es mute zwar ein wenig seltsam an, dass sich die deutsche Schauspielerin dieses Thema für ihren Debütfilm ausgesucht hat, die sozialen Zustände in den USA und die wachsende Unterschicht, in der der zunehmende Missbrauch von schmerzstillenden Opiaten leicht zum Tod führen kann, doch bleibe Potentes Blick auf die gezeigte Welt erfreulich unpathetisch: „Mit fraglos großer Empathie schildert Potente Szenen aus der amerikanischen Unterschicht, zeigt das Leben der anderen Hälfte, jener Hälfte, für die die Versprechungen des amerikanischen Traums immer in unerreichbarer Ferne bleiben werden.“[17]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2021 wurde Home in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis aufgenommen.[18]

Deutscher Filmpreis 2021

  • Nominierung für die Beste Kamera und Bildgestaltung (Frank Griebe)

Festival des deutschen Films 2021

  • Nominierung für den Filmkunstpreis
  • Nominierung für den Rheingold-Publikumspreis[19]

Prague International Film Festival – Febiofest 2021

  • Nominierung im Wettbewerb[20]

San Francisco International Film Festival 2021

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Klaus Terhoeven im Auftrag der logoSynchron GmbH, Köln.[22]

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Jake McLaughlin Markus Pfeiffer Marvin
Kathy Bates Regina Lemnitz Bernadette
Aisling Franciosi Corinna Dorenkamp Delta
Derek Richardson Ben Steinhoff Wade
James Jordan Fabian Körner Russell
Lil Rel Howery Michael-Che Koch Jayden
Stephen Root Thomas Balou Martin Pater Browning
Kale Clauson Arne Obermeyer Aiden
Samantha Clay Jenny Laura Bischoff Caileen
James Croak Christian Wunderlich Caleb
Paul Cassell Maximilian Hilbrand Dr. Derek Shefield
Bryn Vale Esther Brandt Katie
Chelsea Gonzalez Daniela Bette-Koch Mindy
C.J. Hoff Felix Bold Ricky
Rich Hutchman Jochen Langner Ron

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Valerio Sammarco: Home. In: cinematografo.it. Abgerufen am 21. Oktober 2020. (italienisch)
  2. a b Carmen Diotaiuti: Home, tornare a casa per ricominciare. In: cinecitta.com, 20. Oktober 2020. (italienisch)
  3. Home, ritorno a casa fra delitto e redenzione. In: La Gazzetta del Mezzogiorno, 20. Oktober 2020. (italienisch)
  4. Franka Potente dreht "Home". In: volksstimme.de, 24. Juli 2018.
  5. Filme: Home. In: augenschein-filmproduktion.de. Abgerufen am 21. Oktober 2020.
  6. a b c Ioana Florescu: Franka Potente putting the finishing touches to her feature-length directorial debut, Home. In: cineuropa.org, 22. Oktober 2019.
  7. Deborah Young: 'Home': Film Review. In: The Hollywood Reporter, 28. Oktober 2020.
  8. Norbert Ramme: Franka Potente dreht in Köln „Bootshaus“ wird zu US-Bar – Stars lieben das Belgische. In: Kölner Stadtanzeiger, 18. August 2019.
  9. Volker Bertelmann Scoring Franka Potente’s 'Home'. In: filmmusicreporter.com, 13. Oktober 2020.
  10. French cinema at the 15th Rome Film Festival. In: unifrance.org, 5. Oktober 2020.
  11. Program: Festa del Cinema di Roma 15th Edition. In: romacinemafest.it. Abgerufen am 15. Oktober 2020. (PDF; 2,3 MB)
  12. Home. In: poff.ee. Abgerufen am 4. November 2020.
  13. Home. In: filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 7. Juli 2021.
  14. Heike Angermaier: Weltkino startet mit „Rausch“ in den Sommer. In: Blickpunkt:Film, 21. Mai 2021.
  15. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 29. Juli 2021.
  16. https://www.screendaily.com/reviews/home-tallinn-review/5154777.article
  17. Michael Meyns: Home. In: programmkino.de. Abgerufen am 23. Juli 2021.
  18. Vorauswahl 2021. In: deutscher-filmpreis.de. Abgerufen am 30. Mai 2021. (PDF)
  19. Programm des Festivals des deutschen Films 2021. In: filesusr.com. Abgerufen am 3. August 2021. (PDF; 10,1 MB)
  20. Home. In: febiofest.cz. Abgerufen am 16. September 2021.
  21. 2021: In Competition. In: sffilm.org. Abgerufen am 17. April 2021.
  22. Home. In: synchronkartei.de. Abgerufen am 1. Mai 2021.