Ionity

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von IONITY)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ionity GmbH

Logo
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 31. Oktober 2017
Sitz München, Deutschland
Leitung Michael Hajesch (CEO), Marcus Groll (COO)
Branche Automobilindustrie
Infrastruktur
Website ionity.eu/de

Ionity ist ein Unternehmen, das ein Netz von Ladestationen für Elektroautos entlang europäischer Autobahnen betreibt. Mehrere Automobilhersteller haben Ionity im Jahr 2017 mit dem Ziel gegründet, Elektromobilität langstreckentauglich zu machen. Das im Aufbau befindliche Netz soll nach Planung des Unternehmens bis Ende 2020 auf 400 Standorte ausgedehnt werden, an denen an Ladesäulen für sogenanntes High-Power-Charging (HPC)[1] mehrere Fahrzeuge gleichzeitig mit bis zu 350 kW Ladeleistung aufgeladen werden können.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2016 wurde bekannt, dass die größten deutschen Automobilhersteller zusammen mit Ford den Aufbau eines europäischen Ladenetzwerks für Elektroautos planen.[2] Das Netz solle 400 Stationen in 18 Ländern umfassen und bis Ende 2020 fertiggestellt sein. Die durchschnittliche Entfernung der Ladestationen entlang dieser Strecken soll nicht mehr als 120 km betragen.[3] Die EU-Kommission erteilte im April 2017 die Freigabe zur Gründung eines Joint Ventures.[4] An der Gründung beteiligten sich die BMW Group, die Daimler AG, die Ford Motor Company sowie der Volkswagen-Konzern mit den Marken Audi und Porsche. Dazu stieß im September 2019 die Hyundai Motor Group.[5][6]

Der Unternehmensname wurde im November 2017 bekannt gegeben. Der Name stellt ein Kofferwort aus Unity (Einigkeit) und Ion (elektrisch geladenes Atom) dar.[7] Diesen Namen hatte zuvor das Kamenzer Lithium-Polymer-Batterie-Unternehmen Ionity AG verwendet,[8][7] das im Jahre 2004 in Insolvenz ging und in verschiedenen Nachfolgeunternehmen weitergeführt wurde.

Unter der Bezeichnung EUROP-E werden die Stationen, die entlang der TEN-T-Korridore eingerichtet werden, von der Europäischen Union mit 20 Prozent der Kosten von maximal 195 Millionen Euro gefördert.[3] Die erste Ladestation mit sechs 350-kW-Ladesäulen wurde im Dezember 2017 im dänischen Aabenraa errichtet.[9] Die erste Ladestation in Deutschland, am Standort Brohltal Ost an der Autobahn A61, wurde am 17. April 2018 für den öffentlichen Betrieb freigegeben.[10]

Tarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Testbetrieb mit den ersten Ladesäulen war das Laden bis September 2018 zunächst kostenlos und wurde dann in der Eurozone für einige Zeit zum Pauschalpreis von 8 Euro angeboten. Seit Februar 2020 besteht nun ein stets verbrauchsabhängiges Preismodell mit mehreren Tarifen.[11][12]

Ionity-Ladestation an der BAB A9; September 2019

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ende 2020 sollen in Europa 400 Standorte mit jeweils mehreren parallelen Ladesäulen in Betrieb genommen werden. Mit 45 Eröffnungen in sieben Ländern bis Ende 2018 war die Realisierung hinter dem Plan von 80 Standorten weit zurück.[13] Ende Mai 2019 wurde in Rygge (Norwegen) der 100. Standort eröffnet.[14] Zum Jahresende 2019 waren 202 Standorte in 17 Ländern in Betrieb.[15]

Die Standorte der Ladestationen befinden sich bei Partnerunternehmen, beispielsweise Q8, Shell, MRH, OMV, Tank & Rast oder Circle K, mit denen Kooperationsverträge geschlossen wurden. An jedem Standort stehen jeweils zwei bis zehn[15] Ladepunkte, wobei zukünftige Erweiterungen an einigen Standorten bereits mit eingeplant sind.

Ladestationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ladestationen von Ionity verfügen immer über Ladestecker nach dem von der Europäischen Union als Standard festgelegten Combined Charging System (CCS Typ 2). Fallweise ebenfalls angebotene Typ-2- und CHAdeMO-Ladeanschlüsse sind auf 43 kW bzw. 50 kW beschränkt.[16]

Drei verschiedene Hersteller liefern die Ladestationen für Ionity:[13]

  • ABB (Typ: Terra HP),
  • Porsche Engineering,
  • Tritium (Veefil-PK).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. High Power Charging: Wie schnell ist künftig schnell? In: Nationale Plattform Elektromobilität. Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V., abgerufen am 1. November 2019: „High Power Charging ist das Schnellladen mit hohen Ladeleistungen von perspektivisch bis zu 400 kW.“
  2. Deutsche Autohersteller planen Schnellladenetz für E-Autos, abgerufen am 30. Dezember 2017.
  3. a b Förderung im Rahmen der Connecting Europe Facility (CEF). Beschreibung (englisch) bei INEA: EUROP-E: European Ultra-Charge Roll Out Project - Electric. Abgerufen am 22. August 2018.
  4. EU erlaubt vier Autobauern Schnelladenetzkooperation Abgerufen am 30. Dezember 2017.
  5. IONITY heißt Hyundai Motor Group als weiteren Shareholder willkommen. ionity.eu, 9. September 2019
  6. Hyundai tritt Ionity bei electrive.net, 9. September 2019. Abgerufen am 11. September 2019.
  7. a b Max Hägler und Stefan Mayr: Was Autofahrer über das neue Schnellladenetz wissen müssen Süddeutsche Zeitung, 3. November 2017. Abgerufen am 24. April 2019.
  8. Hans Schürmann: Sächsisches Unternehmen greift Japaner auf dem Akku-Markt an. Handelsblatt, 12. August 2002.
  9. Erster HPC-Ladepark von IONITY entsteht in Dänemark Abgerufen am 30. Dezember 2017.
  10. IONITY nimmt ersten deutschen HPC-Standort in Betrieb. Abgerufen am 18. April 2018.
  11. IONITY ruft ab heute acht Euro pro Ladevorgang auf electrive.net, am 3. September 2018. Abgerufen am 5. Oktober 2018.
  12. Franz W. Rother: „Es war Zeit, den nächsten Preis-Schritt zu gehen.“ Gespräch mit Ionity-Chef Michael Hajesch. In: Edison. Handelsblatt Media Group, 16. Januar 2020, abgerufen am 19. Januar 2020: „Im Jahr 2019 haben wir bereits mehr als 200.000 Ladevorgänge in unserem europäischen HPC Netzwerk verzeichnet.“
  13. a b Sebastian Schaal: Ionity-Chef Hajesch: „Schnellladen in der Stadt ist ein interessantes Szenario“. In: Edison. Handelsblatt Media Group, 19. Oktober 2018, abgerufen am 20. Oktober 2018.
  14. Gerhard Mauerer: Ionity nimmt 100. Schnelllade-Park in Betrieb. In: Automobilwoche.de. 28. Mai 2019, abgerufen am 4. Januar 2020.
  15. a b IONITY HPC Statistics. Abgerufen am 4. Januar 2020
  16. beispielsweise an der Autobahnraststätte Hohenems