Italia dei Valori

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Italia dei Valori
Parteilogo
Parteivorstand Ignazio Messina (Segretario)
Gründung 21. März 1998
Europäische Partei ALDE
EP-Fraktion ALDE
Abgeordnete
1/630
Senatoren
0/315
Europa­abgeordnete
0/73
Haupt­sitz ItalienItalien Rom,
Via Santa Maria in Via 12
Partei­zeitung Orizzonti Nuovi
Webseite www.italiadeivalori.it

Italia dei Valori (deutsch Italien der Werte, zuvor: Italia dei Valori – Lista Di Pietro) ist eine Partei aus Italien, die dem politischen Mitte-links-Spektrum angehört. Sie ist Mitglied in der ALDE (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa), obwohl sie strenggenommen keine liberale Partei ist.[1]

Gründer und langjähriger Vorsitzender der Partei war der Mailänder Staatsanwalt Antonio Di Pietro, der Bekanntheit durch die Mani pulite-Untersuchungen von Korruptionsfällen erlangt hat. Seit Juni 2013 ist Ignazio Messina Vorsitzender.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Staatsanwalt Di Pietro wurde der Öffentlichkeit Anfang der 1990er-Jahre bekannt, als er Ermittlungen gegen Politiker und Unternehmer in der Korruptionsaffäre „Tangentopoli“ führte. 1996 war er als Parteiloser Minister für öffentliche Arbeiten im Kabinett Prodi I. Im März 1998 gründete er dann seine eigene Partei – Italia dei Valori – deren Hauptthemen der Kampf gegen Korruption und für „Moral“ waren.

Im Jahr 2001 nahm IdV erstmals an der Parlamentswahl teil, erhielt bei einem Stimmenanteil von 4,0 % aber keinen Sitz in der Camera dei deputati und nur einen einzigen im Senat. Bei den Europawahlen von 2004 zog sie mit 2 Abgeordneten in das europäische Parlament ein, von denen sich einer der ELDR-Fraktion ALDE, der andere aber der Fraktion der Sozialdemokraten anschloss. Bei den italienischen Parlamentswahlen 2006 nahm IdV als Teil der Koalition L’Ulivo unter Romano Prodi teil, erhielt zwar nur einen landesweiten Stimmenanteil von 2,3 %, war aber dank der Listenverbindung mit den anderen Mitte-links-Parteien im Abgeordnetenhaus mit 16 der 630 und im Senat mit 4 der 315 Sitze vertreten. Anschließend war die Partei an der Mitte-links-Regierung Prodis beteiligt und stellte mit Di Pietro den Infrastrukturminister.

Bei den Parlamentswahlen 2008 trat die Partei in einer Listenverbindung zusammen mit dem Partito Democratico an und erzielte dabei folgende Ergebnisse: 4,4 % bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus (entspricht 29 Sitzen) und 4,3 % bei den Senatswahlen (14 Sitze), was fast einer Verdoppelung der Ergebnisse von 2006 entspricht. Bei der Europawahl in Italien 2009 erreichte die Partei (u. a. durch die Kandidatur vieler „unabhängiger“ Kandidaten ohne Parteimitgliedschaft) einen historischen Höchststand von 8 % und stellte somit 7 der insgesamt 72 italienischen Europaparlamentarier.

Das Kabinett Monti wurde von der Italia dei Valori nicht unterstützt, die im Gegenteil zu dessen entschiedensten Kritikern gehörte. Die Partei hat zudem ihr soziales Profil geschärft und das Bündnis mit dem Partito Democratico, das an der Bildung der Regierung Monti maßgeblich beteiligt war, aufgekündigt. Anlässlich der Parlamentswahlen im Februar 2013 kandidierte Italia dei Valori auf der bündnisunabhängigen Liste Rivoluzione Civile um den Staatsanwalt Antonio Ingroia. Die Liste verpasste mit knapp 2 % der Stimmen den Einzug ins Parlament allerdings klar, wodurch auch vormalige Parlamentarier von Italia dei Valori aus ihren Mandaten ausschieden. Auch die Europawahl im darauffolgenden Jahr brachte der Partei einen Rückschlag. Sie fiel unter der Führung des neuen Vorsitzenden Messina auf 0,7 % der Stimmen zurück und verlor alle ihrer Sitze im Europäischen Parlament.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luciano Bardi, Richard S. Katz, Peter Mair: Towards a European Politics. In: Parties and Party Systems. Structure and Context. UBC Press, Vancouver 2015, S. 127–147, auf S. 136.