Ivan Dias

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Ivan Kardinal Dias, im Dezember 2005
Kardinalswappen

Ivan Cornelius Kardinal Dias (* 14. April 1936 in Bombay, Indien; † 19. Juni 2017 in Rom[1]) war ein Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivan Dias studierte in Bombay und Rom die Fächer Katholische Theologie und Philosophie, promovierte an der Lateranuniversität in Kanonischem Recht und wurde am 8. Dezember 1958 von Valerian Kardinal Gracias zum Priester des Erzbistums Bombay geweiht. Von 1958 bis 1961 arbeitete er als Gemeindeseelsorger in Bombay, ehe ihn weiterführende Studien ab 1961 zurück nach Rom führten. 1964 trat er in den Dienst des vatikanischen Staatssekretariats und war im diplomatischen Dienst in den skandinavischen Ländern, Indonesien, Madagaskar, Réunion, Komoren, Muaritius und schließlich im vatikantischen Staatssekretariat tätig, wo er die Leitung der Sektion für die Sowjetunion, Baltische Staaten, Weißrussland, Ukraine, Polen, Bulgarien, China, Vietnam, Laos, Kambodscha, Südafrika, Nambiba, Lesotho, Swaziland, Simbabwe, Äthiopien, Ruanda, Burundi, Uganda, Sambia, Kenia und Tansania inne hatte. Er war unter anderem an der Vorbereitung der Teilnahme Papst Pauls VI. am Internationalen Eucharistischen Kongress in Bombay beteiligt.

In den Jahren 1965 bis 1973 arbeitete Ivan Dias als Sekretär verschiedener Apostolischer Nuntiaturen in der ganzen Welt. Von 1973 bis 1982 oblag ihm im Vatikanischen Staatssekretariat die Leitung der Abteilung für die Sowjetunion, Polen, China, Vietnam, Laos und mehrere Staaten im südlichen Afrika. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 10. April 1981 den Titel Ehrenprälat Seiner Heiligkeit.[2]

Am 8. Mai 1982 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Rusibisir sowie zum Pro-Nuntius für die Länder Ghana, Togo und Benin. Die Bischofsweihe spendete ihm Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli am 19. Juni desselben Jahres. Mitkonsekratoren waren Kurienerzbischöfe Achille Silvestrini und Duraisamy Simon Lourdusamy.

Am 20. Juni 1987 wurde er zum Apostolischen Nuntius in Korea und am 28. Oktober 1991 zum Apostolischen Nuntius in Albanien ernannt, dem ersten Apostolischen Nuntius in der Geschichte Albaniens.

Am 8. November 1996 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Erzbischof von Bombay und nahm ihn am 21. Februar 2001 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Spirito Santo alla Ferratella in das Kardinalskollegium auf.

Dias nahm am Konklave 2005 teil, in dem Benedikt XVI. gewählt wurde. Dieser ernannte Dias am 20. Mai 2006 zum Kardinalpräfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker.[3] Am 10. Mai 2011 nahm Papst Benedikt XVI. das von Kardinal Dias aus Altersgründen vorgebrachte Rücktrittsgesuch vom Amt des Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker an.[4] Zu seinem Amtsnachfolger ernannt wurde Erzbischof Fernando Filoni.[5]

Dias war auch Teilnehmer beim Konklave 2013, in dem der erste südamerikanische Papst, Franziskus, gewählt wurde.

Mitgliedschaften in der römischen Kurie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivan Kardinal Dias war bei seinem Rücktritt im Jahr 2011 Mitglied folgender Kongregationen und Räte der Römischen Kurie:

Nach 2011 wurde er nicht weiter als Mitglied dieser Gremien geführt.[14] 2014 wurde auch seine letzte verbliebene Mitgliedschaft in der Lateinamerikakommission nicht weiter erneuert.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ivan Dias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bella Jaisinghani: Former archbishop of Bombay Ivan Dias passes away in Rome. The Times of India, 19. Juni 2017, abgerufen am 19. Juni 2017 (englisch).
  2. Annuario Pontificio per l’anno 1982, Città del Vaticano 1982, S. 1764.
  3. Nomina del Prefetto della Congregazione per l’Evangelizzazione dei Popoli. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 20. Mai 2006, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  4. Vatikan: Missionskongregation bekommt neuen Chef. Radio Vatikan, 10. Mai 2011, abgerufen am 17. Februar 2016.
  5. Other Pontificial Acts. Vatican Information Service, 10. Mai 2011, abgerufen am 17. Februar 2016 (englisch).
  6. Nomina di Membri della Congregazione per la Dottrina della Fede. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 22. November 2000, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  7. a b c Nomina di Cardinali Membri delle Congregazioni Romane. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 15. Mai 2001, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  8. Nomina di Membri della Congregazione per le Chiese Orientali. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 8. März 2008, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  9. a b Nomina di Cardinali Membri dei Dicasteri della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 18. Mai 2001, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  10. Nomina di Membri del Pontificio Consiglio per i Laici. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 25. Februar 2002, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  11. Nomina di Membro del Pontificio Consiglio per la Promozione dell’Unità dei Cristiani. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 28. Oktober 2006, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  12. Nomina di Membri del Pontificio Consiglio per i Testi Legislativi. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 6. Mai 2008, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  13. Nomina di Membri del Pontificio Consiglio per il Dialogo Interreligioso. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 8. März 2007, abgerufen am 17. Februar 2016 (italienisch).
  14. Persönliches Profil in der Datenbank der Diözese Rom, Stand 2013, abgerufen am 27. November 2016.
  15. Conferme e Nomina nella Pontificia Commissione per l’America Latina. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 15. Januar 2014, abgerufen am 13. Februar 2015 (italienisch).
Vorgänger Amt Nachfolger
Crescenzio Kardinal Sepe Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker
2006–2011
Fernando Kardinal Filoni
Simon Ignatius Kardinal Pimenta Erzbischof von Bombay
1996–2006
Oswald Kardinal Gracias
Vorgänger Amt Nachfolger
Giuseppe Ferraioli Apostolischer Pro-Nuntius in Ghana
1982–1987
Giuseppe Bertello
Giuseppe Ferraioli Apostolischer Pro-Nuntius in Benin
1982–1987
Giuseppe Bertello
Giuseppe Ferraioli Apostolischer Delegat in Togo
1982–1987
Giuseppe Bertello
Francesco Monterisi Apostolischer Nuntius in Südkorea
1987–1991
John Bulaitis
Leone Giovanni Battista Nigris Apostolischer Nuntius in Albanien
1991–1996
John Bulaitis