Jörg Geibert

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Jörg Geibert 2016

Jörg Geibert (* 20. Februar 1963 in Marienberg (Westerwald)) ist ein deutscher Jurist, Politiker (CDU) und seit 2014 Mitglied des Thüringer Landtages. Er ist seit 2018 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur am Konrad-Adenauer-Gymnasium Westerburg begann Geibert sein Jurastudium und danach den Juristischen Vorbereitungsdienst, die er mit Ablegung beider juristischer Staatsexamen in Rheinland-Pfalz erfolgreich abschloss. 1990 wurde er zum Richter am Verwaltungsgericht Koblenz ernannt. 1992 wechselte er nach Thüringen. Im Thüringer Justizministerium war er bis 2009 in mehreren leitenden Funktionen, zuletzt als Leiter der Abteilung Strafvollzug tätig. Zwischenzeitlich übte er kurzzeitig eine Tätigkeit als Richter beim Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar aus und war von 1997 bis 1999 Leiter des Personalreferats im Thüringer Finanzministerium.

Politisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Geibert im Plenum des Thüringer Landtag, 2017

Am 4. November 2009 wurde Geibert zum Staatssekretär in dem von Peter Michael Huber geleiteten Thüringer Innenministerium ernannt. Huber wurde im November 2010 zum Richter am Bundesverfassungsgericht gewählt und schied am 16. November 2010 aus dem Amt. Am 1. Dezember 2010 wurde bekannt, dass Geibert seine Nachfolge als thüringischer Innenminister im Kabinett Lieberknecht übernehmen sollte,[1] und wurde am 8. Dezember 2010 zum Minister ernannt und vor dem Landtag vereidigt.

Größere mediale Aufmerksamkeit erlangte Geibert, als er dem ersten NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages insgesamt 778 Ordner mit ungeschwärzten Dokumenten zum Thema Rechtsextremismus des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz zur Verfügung stellen ließ, womit er alle anderen deutschen Innenminister gegen sich aufbrachte.[2]

Zur Landtagswahl in Thüringen 2014 errang Geibert ein Direktmandat im Wahlkreis Weimar II und wurde somit erstmals zum Mitglied des Thüringer Landtags gewählt. Nach der Wahl kam es zur Bildung einer rot-rot-grünen Koalition unter Bodo Ramelow, wodurch die CDU in Thüringen erstmals aus der Regierung ausschied und auch Geibert sein Ministeramt verlor.

Seit Dezember 2015 ist er Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses im Thüringer Landtag als Nachfolger von Jürgen Reinholz. Geibert ist Obmann der CDU-Fraktion im Untersuchungsausschuss zu sog. „Lauinger-Affäre“.[3]

Durch Beschluss des Landtags ist er Mitglied des Kuratoriums der Landeszentrale für politische Bildung, Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Europäische Jungendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar, Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Ettersberg und Mitglied im Aufsichtsrat der DRK Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg gGmbH.

Am 13. Juni 2018 wurde Geibert zum Parlamentarischen Geschäftsführer der Landtagsfraktion gewählt.[4]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geibert ist verheiratet und hat drei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jörg Geibert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lieberknecht: Schwerpunkt Haushalt, Presseinformation vom 1. Dezember 2010
  2. Maximilian Popp: 1:16 – Der Thüringer Jörg Geibert setzt sich für eine konsequente Aufklärung der NSU-Affäre ein. Nun hat er alle Amtskollegen gegen sich. In: Der Spiegel. Nr. 49, 2012, S. 44–45 (online3. Dezember 2012).
  3. Lauinger-Untersuchungsausschuss: Linkskoalition will Oppositionsrechte beschneiden - Pressemitteilungen - CDU Fraktion Thüringen. Abgerufen am 23. Februar 2018.
  4. CDU-Fraktion wählt Jörg Geibert einstimmig zum neuen Parlamentarischen Geschäftsführer - Pressemitteilungen - CDU Fraktion Thüringen. Abgerufen am 13. Juni 2018.