Jörg Steinleitner

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Jörg Steinleitner bei einer Lesung beim Literaturfest Grainau 2016

Jörg Steinleitner (* 28. April 1971 in Immenstadt im Allgäu) ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Rechtsanwalt. Er verfasst Erzählungen, Romane und Kolumnen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinleitner zog im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern von Stiefenhofen nach Paris, wo er den französischen Kindergarten und die Deutsche Schule Paris besuchte. 1980 kehrte die Familie nach Weiler im Allgäu zurück. Steinleitner besuchte das Gymnasium Lindenberg und schloss 1990 mit dem Abitur ab. Danach fuhr er im Rahmen des Golfkriegs auf einer Fregatte zur See.

Steinleitner studierte in München Deutsch und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien sowie Jura in Augsburg und München. Zudem absolvierte er die Journalistenschule der Donau-Universität Krems bei Wien und arbeitete in verschiedenen Berufen, als Bauarbeiter, Senn, Tennistrainer und Radiomoderator. 1998 veröffentlichte Steinleitner gemeinsam mit Matthias Edlinger seinen ersten Roman 205.293 Zeichen, der zunächst im Lagrev-Verlag, ein Jahr später dann bei Kiepenheuer & Witsch erschien. Von der Kritik wurde dieser Roman teils unter anderem wegen seiner Darstellung der Dominanz von Marken in den 1990er Jahren und seines Stils wegen der Popliteratur zugeordnet. Wegen der von Edlinger und Steinleitner gewählten Kombination aus „leicht konsumierbarem literarischem Road-Movie im Haupttext“ und der Einbringung der „historisch-kulturellen Dimension in Form von Schlagzeilen aus den 90ern in eine fortlaufende Fußzeile“ wird das Werk auch den neuen Archivisten[1] zugerechnet.

Mit seinen weiteren Werken entfernte sich Steinleitner von diesen literarischen Wurzeln. 2001 erschien die Reiseerzählung Sewastopol Sekond Hend, 2004 der Roman Hirschfänger (Co-Autor: Edlinger), eine Art moderner Heimatroman, verbunden mit Elementen des Kriminalromans.[2] 2007 veröffentlichte Steinleitner den Doku-Krimi Der Fall Augustin Stiller. Im Zuge der Recherchen für dieses Buch löste Steinleitner auch den wahren Kriminalfall, dokumentiert im SZ-Magazin[3], auf dem es basiert. Steinleitner legt viel Wert auf die Konzeption seiner Lesungen. Seinen Krimi Tegernseer Seilschaften (2. Platz bei der Wahl zum Krimi-Publikumspreis des deutschen Buchhandels „Mimi“[4]) präsentiert er gemeinsam mit der Schauspielerin Victoria Mayer und dem Filmkomponisten und Musiker Helmut Sinz.[5] Dessen Klangarrangements unter Einsatz „abenteuerlicher Werkzeuge“[6] wie Rasierapparat oder Luftballon und von Instrumenten wie Akkordeon oder Kalimba machen die Lesungen zu überraschenden Hörerlebnissen. Die Anne-Loop-Krimis spielen am Tegernsee. Die Familie des Autors stammt vom Tegernsee, einer seiner Vorfahren war Kapitän eines Tegernsee-Schiffs.[7] Steinleitner ist Mitglied des Syndikats[8].

Von 2004 bis 2009 fungierte Steinleitner als Redaktionsleiter der Zeitschrift Buchszene. Seit 2009 schreibt er die Kolumne „Juristen-Knigge“ in der monatlich erscheinenden Zeitschrift Life & Law. Im selben Magazin betreut er die Interviewserie „vorDenker“. Gemeinsam mit Matthias Edlinger gibt Steinleitner die Edition Die Garnitur im Lagrev-Verlag heraus, in der u.a. die Bücher des Münchner Schriftstellers und Kolumnisten Michael Sailer erscheinen. Seit 2012 ist Steinleitner Moderator von lieblingsautor.tv, einem Interview-Format im Onlinefernsehen, in dem er bekannte Schriftsteller wie Jörg Maurer und Rita Falk[9] zu ihrem Leben und Werk befragt. Seit 2013 ist Steinleitner Autor der Kolumne "Steinleitners Woche" auf buchszene.de.[10]

2016 veröffentlicht Steinleitner sein erstes Kinderbuch "Juni im Blauen Land", das er gemeinsam mit seiner 12-jährigen Tochter Jona Steinleitner verfasst hat. Die szenischen Lesungen aus dem im Arena Verlag erschienenen, von Ulla Mersmeyer illustrierten Buch, umrahmt das Vater-Tochter-Duo mit Akkordeonmusik, Gesang und einem Mitmach-Quiz. [11] Steinleitner ist Gründer des Stiftungsvereins für Leben und Kultur e.V., der kulturelle und existenzielle Projekte fördert[12].

Der Autor lebt mit seiner Familie in München und Riegsee im Blauen Land.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radio-Features[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moritz Bassler: Der deutsche Pop-Roman, C.H. Beck, München 2005, S. 202
  2. Spiegel Online
  3. SZ-Magazin
  4. Leipziger Buchmesse
  5. Der Westallgäuer
  6. Miesbacher Merkur
  7. Tegernseer Stimme
  8. Syndikat Autorenseite
  9. Siehe www.lieblingsautor.tv
  10. Steinleitners Woche auf buchszene.de
  11. http://www.leipziger-buchmesse.de/ll/veranstaltungen/15851
  12. Murnauer Tagblatt, 14.9.2016 und www.stiftung-luk.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]