Kalte und heiße Kulturen oder Optionen

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Die Raumfahrt ist eine heiße Institution der modernen Zivilisationen; diese werden alle mehr oder weniger in der Nähe des heißen Pols einsortiert.
Jäger-und-Sammler-Völker wie die afrika­nischen Hadza oder die wenigen isolierten Ethnien, die es noch gibt, ent­sprechen am ehesten dem kalten Pol des Spektrums.

Als kalte und heiße Kulturen oder kalte und heiße Optionen werden in stark abstrahierenden, kulturvergleichenden Modellen entweder ganze Kulturen oder Gesellschaften oder einzelne kulturelle Elemente in Bezug auf die zugrunde liegenden Weltanschauungen und die Bereitschaft zu einem kulturellen und sozialen Wandel eingeordnet. Die Bandbreite erstreckt sich zwischen den beiden (theoretischen) Extremwerten „kalt“ und „heiß“: Je kälter eine Gesellschaft auf der Skala ist, desto ausgeprägter ist ihr Bestreben, ihre traditionellen Kulturmerkmale möglichst unverändert zu bewahren – eine Kultur wird als umso heißer eingeordnet, je größer ihr Antrieb zu tiefgreifenden und schnellen Modernisierungen der Gesellschaft ist.

Am kalten Pol finden sich vor allem herrschaftsfreie und sozial gleichgestellte Ethnien und indigene Völker, die keine dauerhaften Herrscher und kaum ausgeprägte Rangordnungen kennen (vergleiche auch soziologische Theorien der vormodernen Gesellschaft). Der heiße Pol dagegen liegt in stärkster Ausprägung bei den modernen, sozial geschichteten Industriegesellschaften.[1]

Das Modell von kalt und heiß wird in strukturalistischen Studien der Kulturpsychologie, der Ethnologie (Völkerkunde) und der Anthropologie (Menschenkunde) angewendet, sowie in abgewandelter Form in den Medienwissenschaften.[2][3]

Begriffsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss schuf das metaphorische Bild von den kalten und heißen Gesellschaften.

In seinem Werk Das wilde Denken schlug der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss 1962 vor, Kulturen nach ihrer weltanschaulichen Einstellung zum Kulturwandel zu unterscheiden. Er hatte festgestellt, dass „primitive“ und „naturangepasste“ Ethnien komplexe soziale Verhaltenssysteme haben, um jeglichen Wandel der bewährten Lebensweisen so weit wie möglich zu vermeiden. Um die bis dahin verwendeten stark abwertenden Bezeichnungen für diese Völker zu vermeiden (Primitive, Wilde, Naturvölker), schlug er die Bezeichnung kalte Gesellschaften vor. Entsprechend bezeichnete er als heiße Gesellschaften die modernen Zivilisationen, bei denen eine fortschreitende Entwicklung in allen Lebensbereichen kennzeichnend ist.[4]

Während die Klassifizierung von Lévi-Strauss noch auf einer reinen Zweigliederung (Dichotomie) der Kulturen beruhte, erweiterten insbesondere Jan Assmann und Mario Erdheim sie später zu einem fließenden Spektrum zwischen zwei Polen.

Gegensätzliche kalte und heiße Gesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

kalt heiß
Die Betrachtung möglichst unterschiedlicher Gesellschaften führt zu den unvereinbar erscheinenden Gegensätzen kalter und heißer Kulturen
Grundeigenschaft von heißen Kulturen:
Anpassung der Natur an den Menschen (frisch gepflügter Acker im Westen Englands, 2008)
Grundeigenschaft von kalten Kulturen:
Anpassung des Menschen an die Natur (Gemälde Indianer imi­tieren Büffel, 1908)

Sowohl „Hitze“ als auch „Kälte“ sind aktiv erzeugte Zustände einer Kultur oder Gesellschaft, die durch vielfältige Mechanismen erhalten werden.[5]

„Kalte“ Gesellschaften haben in Jahrtausenden gelernt, dass vom Menschen herbeigeführte (anthropogene) Veränderungen ihrer Lebensweise unvorhersehbare Risiken bergen. Entsprechend sind sie bestrebt, den kulturellen Wandel ihrer Gesellschaft so gering wie möglich zu halten und sich den langsamen und gleichbleibenden Zyklen in der Natur anzupassen. Dazu haben sie eine Vielzahl von Riten, Mythen, Traditionen und beständigen Wertvorstellungen entwickelt, um die stabilen Abläufe ihres Alltages weitgehend unverändert zu bewahren. Lévi-Strauss hat diese Verarbeitung menschlicher Geschichte als „besondere Weisheit“ bezeichnet,[5] da es sich nicht um ein Unvermögen vermeintlich primitiver Kulturen handelt, sondern um das bewusste „Einfrieren“ des Wandels in einer speziellen Form kollektiver Erinnerung.[4] Solche Kulturen misstrauen grundsätzlich der menschlichen Erfindungs- und Erneuerungskraft (Innovation).

„Heiße“ Gesellschaften dagegen vertrauen auf die Kreativität des Menschen und versuchen mit Hilfe eines sich zunehmend beschleunigenden Fortschritts, die Natur immer stärker an ihre Bedürfnisse anzupassen. Reflexion ersetzt die Riten, eine chronologische Aufzeichnung der Geschichte ersetzt die Mythen und eine Modernisierung ersetzt die überlieferte Tradition.[1] Das naturwissenschaftlich, technologisch und wirtschaftlich orientierte Denken wird zur Sinn gebenden Leitlinie und zum „Motor“ dieser Entwicklung.

Nach Lévi-Strauss muss diese Unterscheidung wertfrei verstanden werden: Die kalten Kulturen sind weder unterentwickelt, noch haben die heißen Kulturen einen Entwicklungsvorsprung. Die folgende Übersicht unterscheidet Eigenschaften kalter und heißer Gesellschaften:

[6] [7] [8] [9] [10] [11] [2] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20]

Kalte Gesellschaften Heiße Gesellschaften
Leitbild
  • Fortdauer: „beharrliches Festhalten“ an den Traditionen
  • Fortschritt: „gieriges Bedürfnis“ nach kulturellem Wandel
vorrangige Wertvorstellungen
  • Entwicklung, Auseinandersetzung, Materialismus, Wissen
soziokulturelle Merkmale
  • größtmögliche Anpassung der Kultur an die Umwelt
  • überlieferte, festliegende Handlungsnormen
  • ein festliegendes gesellschaftliches Konzept
  • homogene lokale Kleingruppen
  • soziale Gleichheit
  • geringe Flexibilität in neuen Situationen
  • ohne fremde Einflüsse sehr stabil
  • größtmögliche Anpassung der Umwelt an die Kultur
  • ausgehandelte, veränderliche Konventionen
  • verschiedene konkurrierende gesellschaftliche Konzepte
  • heterogene globale Massengesellschaft
  • soziale Ungleichheit
  • sehr hohe Flexibilität in neuen Situationen
  • permanente Gefahr chaotischer und instabiler Zustände
Wirtschaft
  • Befriedigung der biologischen und kulturellen Grundbedürfnisse
  • Anpassung der Bedürfnisse an die Gegebenheiten
  • Subsistenzwirtschaften
  • manuelle Arbeitsweisen
  • konstant sehr niedrige Wirtschaftsleistung
  • sehr geringfügige Arbeitsteilung
  • extrem niedriger Energieverbrauch
  • moralisch begründete Nachhaltigkeit
  • Befriedigung ständig neu erzeugter Bedürfnisse und Wünsche
  • Anpassung der Gegebenheiten an die Bedürfnisse
  • globale Marktwirtschaft, Massenkonsum
  • manuelle, maschinelle, automatisierte Arbeitsweisen
  • zunehmend wachsende Wirtschaftsleistung
  • extrem differenzierte Arbeitsteilung
  • extrem hoher Energieverbrauch
    • Beispiele: Deutschland 47.500 kWh/P/a, USA 90.000 kWh/P/a
    • vorwiegend Linearwirtschaft
  • bewusst geforderte Nachhaltigkeit
Wissen des Einzelnen
  • eher praktisch, detailliert, unkritisch übernommen, Großteil selbst erfahren, individuell sehr ähnlicher Wissensstand
  • umfassendes Umweltwissen
  • eher theoretisch, oft oberflächlich, oft hinterfragt, Großteil fremd vermittelt, individuell sehr unterschiedlicher Wissensstand
  • fragmentarisches Umweltwissen
Erinnerung und Bedeutung
Strategien zur Problemlösungen
  • Rituale, individuelle Fähigkeiten, gegenseitige Hilfe, Glaube, bewährte Methoden
  • Reflexion, materielle Möglichkeiten, technische Hilfsmittel, Wissenschaft, innovative Methoden
Weltbild
Gesellschaftsformen
Repräsentative Gesellschaften
  • Industriestaaten
Begrifflichkeiten vor Lévi-Strauss
  • primitiv, schriftlos, nicht industrialisiert, herrschaftsfrei, geschichtslos, archaisch

Fließende Übergänge zwischen kalt und heiß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Jan Assmann war die altägypt­ische Hochkultur bestrebt, ihren einmal erreichten Zustand zu bewahren (kalt)
.

Da alle Kulturen sowohl abkühlende wie auch aufheizende gesellschaftliche Einrichtungen haben (Institutionen), sind die Übergänge zwischen den Polen in Wirklichkeit fließend

Lévi-Strauss stellte fest, dass kalte Kulturen sich nicht automatisch zu heißen Kulturen entwickeln müssten. Er ging allerdings davon aus, dass ein Kulturwandel nur zur „Erhitzung“ führen könnte und eine „Abkühlung“ nicht möglich sei.[1] Der deutsche Kulturwissenschaftler Jan Assmann wies dagegen nach, dass es durchaus Beispiele für „kalte Zivilisationen“ gibt. So haben die Menschen des Alten Ägypten und die mittelalterlichen Juden heiße Optionen (wie Schrift, Technologie, Herrschaft) genutzt, um ihren eher kalten Zustand zu bewahren und weitere Veränderungen ihrer Kultur zu verhindern. Daraus folgert Assmann, der Kulturwandel könne auch zurück zur „Kälte“ gehen.[21]

So verändern sich auch die kalten Gesellschaften andauernd – in sehr langen Zeiträumen – und passen entsprechend laufend den Inhalt ihres kulturellen Gedächtnisses an. Allerdings merken sie das nicht, solange keine schnellen und gravierenden Veränderungen durch äußere Einflüsse auftreten. Weil sie ihr Wissen für ewig gültig halten und geschichtliche Inhalte in zeitlose Mythen umwandeln, fehlt ihnen die Möglichkeit des Vergleichs zwischen vorher und nachher.

Ganz anders die heißen Gesellschaften: Ihr kulturelles Gedächtnis ist eher vom Typ eines „Arbeitsspeichers“, das vorhandene Wissen wird ständig hin und her geschoben und immer wieder neu verknüpft.[22]

Der Ethnologe Rüdiger Schott (1927–2012), der einer differenzierten Sicht vom Geschichtsbewusstsein der „schriftlosen Völker“ zum Durchbruch verholfen hat, nutzte ebenfalls die Vorstellung kalter und heißer Kulturen in seinen Überlegungen.[21]

Abkühlende und aufheizende Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ritterschlag: ein kalter Initiationsritus, feierliche Bekennung zu Überlieferung und Herrschaftsanspruch
Soziale Ungleichheit und Unterdrückung sind heiße Optionen, die Veränderungen stark beschleunigen können

Der Schweizer Ethnologe und Psychoanalytiker Mario Erdheim hat das Modell weiter differenziert und erkannte, dass es in allen Gesellschaften sowohl „abkühlende“ als auch „aufheizende“ Einrichtungen (Institutionen) gibt, welche die jeweilige Kultur in die eine oder in die andere Richtung beeinflussen. So sind beispielsweise Kirche und Schule kalte Einrichtungen in einer ansonsten heißen Gesellschaft.[23] In modernen Zivilisationen dienen „Kühlsysteme“, wie etwa das Militär, zur Erhaltung der Herrschaft.[24] Kalte Merkmale in Diktaturen sind zum Beispiel nationalistische Ideologien, Ungleichheit der Geschlechter oder Fundamentalismus – in Demokratien hingegen beispielsweise die Menschenrechte oder das Bildungswesen.[15]

Da Neugier, Wagnis und Experimentierfreudigkeit in der Jugend deutlich stärker ausgeprägt sind als im fortgeschrittenen Alter, wird das Veränderungspotential für einen „aufheizenden“ Kulturwandel von den Anthropologen vor allem bei den Heranwachsenden gesehen. Kalte Gesellschaften – oder kalte Institutionen in heißen Gesellschaften – versuchen diese als unreif und risikobehaftet angesehenen Ideen der Jugend häufig durch Initiationen (wie Mannbarkeitsrituale, Ritterschlag, Taufe, Konfirmation, Fahneneid) zu unterdrücken, während heiße Kulturen solche Rituale eher abbauen.[23]

Die moderne ethnologische Feldforschung in Zusammenhang mit der Globalisierung hat zwar bestätigt, dass die Entwicklung von kalten zu heißen Kulturen kein zwangsläufiges Schicksal und eine Abkühlung heißer Kulturen durchaus möglich ist. Aber sie hat auch ergeben, dass heiße Kulturelemente auf kalte Kulturen dominant wirken, so dass es faktisch dennoch meistens zu einer Erhitzung von Kulturen kommt (siehe auch → Transkulturation: Einflussnahme einer Kultur auf andere). Dabei können traditionelles Wissen, kulturelle Vielfalt und alternative Lebensentwürfe unwiederbringlich verloren gehen. Schätzungen gehen davon aus, dass im 21. Jahrhundert 2000 bis 6000 Kulturen von der Auslöschung durch die „Globalkultur“ bedroht sind (siehe auch → Inkulturation: Einbringen von Kulturelementen in eine andere Kultur). Die Dominanz ist nicht nur technologisch zu verstehen und muss sich durchaus nicht gewalttätig äußern, meist ist das Gegenteil der Fall: Völker, die angegriffen werden, grenzen sich automatisch von den Aggressoren ab, indem sie sich bewusst auf ihre eigene Kultur beziehen und das Fremde ablehnen, wie beispielsweise die Geschichte der nordamerikanischen Indianerkriege belegt. Bei friedlichen Begegnungen indes neigen die Angehörigen kalter Gemeinschaften regelmäßig dazu, freiwillig Elemente der scheinbar so offensichtlich „mächtigeren“ Kultur zu übernehmen.[2]

Die Konkurrenz machtvoller und gegensätzlich „gepolter“ Institutionen kann große soziale Spannungen zur Folge haben. So führen beispielsweise die anheizenden Tendenzen der Marktwirtschaft und Globalisierung in Gesellschaften, die eine starke Bindung an die abkühlende Institution der Religion haben, zu gesellschaftspolitischen Konflikten. Häufig begegnet die kalte Institution dieser Entwicklung mit einer weiteren, drastischen Abkühlung: Vormals freiwillig akzeptierte, zwanglose Normen werden plötzlich zu dogmatischen Zwängen. Soziale Ungleichgewichte, Destruktivität und Fanatismus sind die Folge.

Vergleichbare Gegenüberstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„[…] Wir waren zufrieden, die Dinge so zu lassen, wie der Große Geist sie gemacht hatte. Die Weißen sind nicht zufrieden und ändern sogar den Lauf der Flüsse, wenn er ihnen nicht gefällt.“

Der englisch-französische Philosoph und Umweltschützer Edward Goldsmith (1928–2009) stellte die chthonischen (erdverbundenen) Völker der modernen Gesellschaft gegenüber. Heute herrsche eine Tendenz zur „Atomisierung“ aller Lebensbereiche vor, als Trennung zwischen beispielsweise Arbeit und Wohnen, Schule und Religion oder Jung und Alt, bis hin zu einer einzelheitlichen Wissenschaft (Reduktionismus). Demgegenüber war eine möglichst homogene Gemeinschaft die Grundlage aller sozialer Beziehungen in den chthonischen Kulturen.[26]

Der indianische Politikwissenschaftler und Aktivist Vine Deloria (1933–2005) drückte es ähnlich wie Jan Assmann aus, indem er Menschen, „die in der Natur leben“, von denen unterschied, „die in der Geschichte leben“.[27]

Mit „Ecosystem people“ (Ökosystemmenschen) und „Biosphere people“ (Biosphärenmenschen) führte der Ökologe Raymond Dasmann Ende der 1980er Jahre zwei Begriffe ein, die große Ähnlichkeiten zu den kalten und heißen Kulturen aufweisen. Der Fokus liegt hier auf der Größe des Einflussbereiches verschiedener Ethnien in Bezug auf die Umwelt. Ökosystemmenschen leben innerhalb eines oder weniger Ökosysteme und ihr Überleben hängt ganz von der direkten Umwelt ab. Dasmann rechnet subsistenzwirtschaftende Jäger und Sammler, Bodenbauern und nomadische Hirten dazu. Biosphärenmenschen nennt Dasmann hingegen all jene Menschen, die mit Hilfe von Wissenschaft, Technologie und Marktwirtschaft in zunehmendem Maße auf die gesamte globale Biosphäre einwirken. Ihre Güter stammen oftmals aus weit entfernten Gegenden und sie leben zum großen Teil in Städten. Störungen in einzelnen Ökosystemen werden häufig nicht bemerkt und haben auf viele Menschen keine spürbaren Auswirkungen.[28]

Der ungarisch-österreichische Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Karl Polanyi unterschied 1976 die grundlegenden wirtschaftlichen Prinzipien Gegenseitigkeit und Verteilung bei den so genannten „Naturvölkern“ von den Prinzipien Verkauf und Aufbewahrung in der Konsumgesellschaft.[29]

Einen interessanten Vergleich zu den wissenschaftlichen Konzepten biete das Volk der Yupno in Papua-Neuguinea. Für sie bildet das Kontinuum zwischen „heiß“ und „kalt“ eine wesentliche Orientierungsachse im Denken: Jeder Mensch hat ein bestimmtes Maß von „vitaler Energie“ in sich – die sich im Idealfall in einem „kühlen“ Zustand befindet. Wenn jemand introvertiert ist oder sozial im Abseits steht, hat er einen „kalten“ Zustand. Der „heiße“ Zustand hingegen bezeichnet prinzipiell kranke Menschen, aber auch jemanden, der emotional sehr erregt ist.[30]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Dietmar Treichel, Claude-Hélène Mayer (Hrsg.): Lehrbuch Kultur. Lehr- und Lernmaterialien zur Vermittlung kultureller Kompetenzen. Waxmann, Münster u. a. 2011, ISBN 978-3-8309-2531-6, S. 36.
  2. a b c Arnold Groh: Kulturwandel durch Reisen: Faktoren, Interdependenzen, Dominanzeffekte. In: Christian Berkemeier (Hrsg.): Begegnung und Verhandlung. Möglichkeiten eines Kulturwandels durch Reise. Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-6757-9, S. 17.
  3. Marshall McLuhan: Die magischen Kanäle. Understanding Media. Verlag der Kunst, Dresden/Basel 1994, ISBN 3-364-00308-4, S. 45 (erstveröffentlicht 1964).
  4. a b Claude Lévi-Strauss: Das wilde Denken. 4. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt 1981, ISBN 3-518-07614-0, S. 270.
  5. a b Jan Assmann: Religion und kulturelles Gedächtnis. Zehn Studien. 3. Auflage. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-56590-8, S. 23 (erstveröffentlicht 2000).
  6. Mario Erdheim: Psychoanalyse und Unbewußtheit in der Kultur. Aufsätze 1980–1987. Suhrkamp, Berlin 1988, ISBN 3-518-28254-9, S. 331–344.
  7. Leslie White: The Science of Culture. A Study of Man and Civilization. Straus & Giroux, Farrar 1949, S. 206–207.
  8. Edward Goldsmith: Der Weg. Ein ökologisches Manifest. Bettendorf, München u. a. 1996, ISBN 3-88498-091-2, S. 16, 71–72, 86, 96–98, 144, 295, 382, 390–401 und 416–420.
  9. Christof Forderer: Der kränkelnde Besieger. In: taz.de. 10. Oktober 2012, abgerufen am 29. August 2014 (Buchbesprechung zu Claude Lévi-Strauss: Anthropologie in der modernen Welt).
  10. Anja von Hahn: Traditionelles Wissen indigener und lokaler Gemeinschaften zwischen geistigen Eigentumsrechten und der public domain. Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Springer, Heidelberg u. a. 2004, ISBN 3-540-22319-3, S. 5–18 und 47–56.
  11. Arnold Groh: Globalisation and Indigenous Identity. In: Psychopathologie Africaine. Sciences sociales et psychiatrie en Afrique. Band 33, Société de psychopathologie et d'hygiène mentale de Dakar XXXIII, 2005–2006, S. 33–48 (englisch).
  12. Jürgen Paeger: Hintergrundinformation: Eine kleine Geschichte des menschlichen Energieverbrauchs. In: oekosystem-erde.de. Eigene Webseite, 2006–2014, abgerufen am 29. August 2014.
  13. Dieter Haller: Dtv-Atlas Ethnologie. 2., vollständig durchgesehene und korrigierte Auflage. dtv, München 2010, ISBN 978-3-423-03259-9, S. 53, 177–179 und 196–209.
  14. Klaus F. Röhl: III. Die Entwicklungstheorien von Luhmann und Habermas. In: rechtssoziologie-online.de. Universität Bochum, 2012, abgerufen am 29. August 2014.
  15. a b Bernhard A. Baudler: Ende der Kindheit: Initiationsriten und ihre subjektiven Deutungen unter dem Einfluss von Senioritätsprinzip und Erwachsenenzentriertheit. In: Werner Martin Egli, Uwe Krebs (Hrsg.): Beiträge zur Ethnologie der Kindheit. Erziehungswissenschaftliche und kulturvergleichende Aspekte (= Studien zur Ethnopsychologie und Ethnopsychoanalyse. Band 5). Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-7247-5, S. 57–78.
  16. Walter Hirschberg (Hrsg.): Wörterbuch der Völkerkunde. Neuausgabe, 2. Auflage. Reimer, Berlin 2005, ISBN 3-496-02650-2, S. 88 und 413.
  17. Klemens Ludwig: Flüstere zu dem Felsen. Herder, Freiburg u. a. 1993, ISBN 3-451-04195-2, S. 9–23.
  18. Göran Burenhult (Hrsg.): Illustrierte Geschichte der Menschheit. Band: Naturvölker heute. Bechtermünz, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-0745-8, S. 213–226.
  19. Hendrik Neubauer (Hrsg.): The Survivors. Vom Ureinwohner zum Weltenbürger. Tandem Verlag, Potsdam 2008, ISBN 978-3-8331-4627-5, S. 98–99 und 202–203.
  20. Frank Baldus u. a.: Denkmodelle. Auf der Suche nach der Welt von morgen. Nunatak, Wuppertal 2001, ISBN 3-935694-01-6, S. 279–293.
  21. a b Jan Assmann: Das kulturelle Gedächtnis. Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen. 7. Auflage. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-56844-2, S. 66, 68, 69–73 und 142 (erstveröffentlicht 1992; Leseproben in der Google-Buchsuche).
  22. Michael Parmentier: Sprechformen, Kataloge, Utilities – Notizen zur Geschichte der Speichermedien und der Speicherverwaltung. In: Émile. Zeitschrift für Erziehungskultur. Jahrgang 3, Heft 1, 1990, S. 17–28.
  23. a b Mario Erdheim: Psychoanalyse und Unbewußtheit in der Kultur. Aufsätze 1980–1987. Suhrkamp, Berlin 1988, ISBN 3-518-28254-9, S. 298 und 331–344.
  24. Mario Erdheim: »Heiße« Gesellschaften und »kaltes« Militär. In: Kursbuch. Nr. 67, 1982, S. 59–72.
  25. Teri C. McLuhan (Hrsg.): …Wie der Hauch eines Büffels im Winter. 4. Auflage. Hoffman & Campe, Hamburg 1984, ISBN 3-455-08663-2, S. 125 (erstveröffentlicht 1979).
  26. Edward Goldsmith: Der Weg. Ein ökologisches Manifest. Bettendorf, München u. a. 1996, ISBN 3-88498-091-2, S. 327.
  27. Laut Klemens Ludwig: Flüstere zu dem Felsen. Die Botschaft der Ureinwohner unserer Erde zur Bewahrung der Schöpfung. Herder, Freiburg u. a. 1993, ISBN 3-451-04195-2, S. 17.
  28. Raymond Dasmann: ‘Toward a Biosphere Consciousness’, The Ends of the Earth (Cambridge: Cambridge University Press 1988), 279
  29. Karl Polanyi: Reziprozität, Redistribution und Tausch. In: Ekkehart Schlicht (Hrsg.): Einführung in die Verteilungstheorie. Rowohlt, Reinbek 1976, ISBN 3-499-21088-6, S. 66–72.
  30. Verena Keck: Zwischen „Heiß“ und „Kalt“ – Traditionelle Medizin bei den Yupno in Papua Neuguinea. In: journal-ethnologie.de, Museum der Weltkulturen, Frankfurt a. M. 2008, abgerufen am 21. April 2015.