Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie

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Der Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie wird seit 1998 zweijährig (bis 2002 unter dem Namen Schweisfurth-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie) an junge Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum vergeben und will anwendungsorientierte Arbeiten zur Ökologischen Ökonomie fördern. Der Name des Preises erinnert an den Ökonomen Karl William Kapp, der Anfang der 1950er Jahre in seinem Buch „The Social Costs of Business Enterprise“ auf die sozialen und ökologischen externen Kosten der Marktwirtschaft aufmerksam gemacht hat.[1][2]

Der Kapp-Preis wird in einer Kooperation der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) mit der Kapp-Stiftung (Basel), der Hatzfeldt-Stiftung (Wissen), der Selbach-Umwelt-Stiftung und der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis (München) im zweijährlichen Rhythmus vergeben.[3] Der Kapp-Forschungspreis ist mit 5000 Euro dotiert und wurde das letzte Mal im Oktober 2016 zum Thema „Wirtschaft ohne Wachstum“ vergeben.[1] 2006 bis 2010 wurde zusätzlich ein mit 2500 € dotierter Sonderpreis der Selbach-Umwelt-Stiftung (München) Teil ausgeschrieben.[3] Der Forschungspreis der VÖÖ wurde ursprünglich in Kooperation mit der Schweisfurth-Stiftung unter dem Namen Schweisfurth-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie von 1998 bis 2002 verliehen und im Jahr 2004 umbenannt.[4][5][6]

In der Jury des Kapp-Preises saßen unter anderem Adelheid Biesecker, Christiane Busch-Lüty, Hans-Peter Dürr, Peter Finke, Hermann Graf Hatzfeldt, Helge Majer, Niko Paech, Irmi Seidl und Christa Müller.[7][8]

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweisfurth-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie
Jahr Preisträger Arbeit
1998[5] Christa Müller „Von der lokalen Ökonomie zum globalisierten Dorf. Transformation der ökonomischen Verhältnisse und des ökonomischen Handelns im Zuge der Integration von Borgenteich/Westfalen in den Weltmarkt und die Wiederentdeckung der bäuerlich-handwerklichen Produktion in neuen Regionalisierungsbewegungen“, Universität Bielefeld.[9]
Ralf Weiß „Konzeptualisierung betrieblicher Lernprozesse für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung unter besonderer Berücksichtigung des COSY-Konzeptes“, Universität Lüneburg.
2000[5] Sigrid Stagl „Global Food Markets and Their Local Alternatives. A Socio-Ecological Economic Analysis“, Rensselaer Polytechnic Institute.
Daniel Dahm „Desertifikation in the Gambia. Wohlstandskriterien und Wirtschaftsstrategien im ökologischen Konflikt“, Universität zu Köln.
2002[5] Stefanie Böge „Der Weg zum Standardapfel. Der Verlust der Vielfalt und die fortschreitende Dekultivierung eines Lebensmittels“, Universität Kassel.
Carsten Wiemeyer „’Sustainable development’ und die lokale Agenda 21. Ein neues Arrangement auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit? Eine fallstudienintegrierende Analyse aus steuerungs- und partizipationstheoretischer Sicht“, Universität Bielefeld.[10]
Peter Plöger „Wissenschaftsmonopol oder epistemische Vielfalt? Bürgerbeteiligung für eine nachhaltige Entwicklung“, Universität Bielefeld.
Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie
Jahr Preisträger Fach Arbeit
2004[11] Michael Flitner Geographie „Lärm an der Grenze. Eine Studie über Fluglärm und Umweltgerechtigkeit am Beispiel des Flughafens Basel-Mulhouse“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.[12]
Dagmar Vinz Politik „'Verzehrte Zeiten' – Ubiquität und Temporalität des Ernährungssystems aus Perspektive der Umwelt- und Geschlechterforschung“, Freie Universität Berlin.
2006[13] Niko Paech BWL Nachhaltiges Wirtschaften jenseits von Innovationsorientierung und Wachstum – Eine unternehmensbezogene Transformationstheorie“, Universität Oldenburg.[14]
Bianca Borowski Umweltwissenschaften Sonderpreis: „Die Bedeutung der Dimension Zeit für eine nachhaltige Viehwirtschaft – Konzepte, Praxiserfahrungen und Perspektiven“, Universität Lüneburg.[15]
2008[16] Fabian Scholtes VWL „Umweltherrschaft und Freiheit. Naturbewertung im Anschluss an Amartya K. Sen“, Universität Tübingen.[17]
Eva Koch Soziologie Sonderpreis: „Eigenes Geld – Eine empirische Untersuchung über die Effekte von Regiogeld-Initiativen auf gesellschaftlicher und individueller Ebene“, Freie Universität Berlin.[18]
2010[19] Oliver Stengel Soziologie Suffizienz: Die Konsumgesellschaft in der ökologischen Krise“, Universität Jena.[20]
Lasse Loft Jura, Ökonomie Sonderpreis: „Der Mechanismus zur Vermeidung von Emissionen aus Entwaldung und Degradation (REDD) – Nachhaltige Umsetzung eines Klimaschutzinstrumentes“, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.
2012[21] Gerolf Hanke Soziologie, Anthropologie „Regionalisierung als Abkehr vom Fortschrittsdenken?“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.[22]
Anja Humburg Nachhaltigkeitswissenschaft „Post-Growth on the Move: The Environmental Movement as Agent of Change for the Transition to a Post-Growth Economy – Evidence from Germany“, Universität Lund.[23]
2014[24] Matthias Schmelzer Geschichtswissenschaft „The hegemony of growth. The making and remaking of the economic growth paradigm and the OEEC/OECD, 1948-1974“, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder).
Corinna Burkhart Humanökologie „Who says what is absurd? – A case study on being(s) in an alternative normality“, Universität Lund.[25]
Dirk Posse Betriebswirtschaftslehre „Zukunftsfähige Unternehmen in einer Postwachstumsgesellschaft. Eine theoretische und empirische Untersuchung“, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.[26]
2016[27] Johannes Buhl Soziologie „Rebound-Effekte im Steigerungsspiel – Zeit- und Einkommenseffekte in Deutschland“, Universität Bamberg.[28]
Christian Arndt Volkswirtschaftslehre „Elemente einer heterodoxen Wachstumskritik – Die marxistische Perspektive auf die sozial-ökologische Krise“, Universität Leipzig.
Lorenz Stör Ökonomie „Conceptualizing power in the context of climate change – A multi-theoretical perspective on structure, agency and power relations“, Wirtschaftsuniversität Wien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kapp-Forschungspreis auf den Seiten der VÖÖ, abgerufen am 4. Oktober 2011
  2. Webseite über Karl Wilhelm Kapp, abgerufen am 4. Oktober 2011.
  3. a b Selbach-Umwelt-Stiftung: Kapp-Forschungspreis
  4. Weshalb der Nachhaltigkeitsdiskurs in Deutschland eine „Mutter“ hat... (PDF; 389 kB), Essay über Christiane Busch-Lüty, oekom verlag, Seite 3.
  5. a b c d Schweisfurth-Forschungspreis auf den Seiten der VÖÖ, abgerufen am 25. Januar 2016.
  6. Aktivitäten: Forschungspreis (Memento vom 21. Juli 2004 im Internet Archive). In: voeoe.de
  7. Jury des Kapp-Forschungspreises, voeoe.de, abgerufen am 4. Februar 2016.
  8. Jury Kapp-Forschungspreis auf selbach-umwelt-stiftung.org, abgerufen am 24. September 2012
  9. Veröffentlicht als: Christa Müller: Von der lokalen Ökonomie zum globalisierten Dorf. Campus, Frankfurt 1998, ISBN 3-593-36121-3.
  10. Veröffentlicht als: Carsten Wiemeyer: ’Sustainable development’ und die lokale Agenda 21. Tectum, Marburg 2002, ISBN 3-8288-8361-3.
  11. Preisverleihung 2004, abgerufen am 8. September 2014.
  12. Veröffentlicht als: Michael Flitner: Lärm an der Grenze. Fluglärm und Umweltgerechtigkeit am Beispiel des binationalen Flughafens Basel-Mulhouse. Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-08485-7.
  13. Preisverleihung 2006, abgerufen am 8. September 2014.
  14. Veröffentlicht als: Niko Paech: Nachhaltiges Wirtschaften jenseits von Innovationsorientierung und Wachstum. Eine unternehmensbezogene Transformationstheorie. 2. Auflage. Metropolis, Marburg 2011, ISBN 978-3-89518-893-0.
  15. Veröffentlicht als: Bianca Borowski: Schwein gehabt: ein Leben vor dem Tod. die Bedeutung der Dimension Zeit für eine nachhaltige Viehwirtschaft. oekom, München 2007, ISBN 978-3-86581-077-9.
  16. Preisverleihung 2008, abgerufen am 8. September 2014.
  17. Veröffentlicht als: Fabian Scholtes: Umweltherrschaft und Freiheit. Naturbewertung im Anschluss an Amartya K. Sen. Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-737-0.
  18. Veröffentlicht als: Eva Koch: Eigenes Geld. eine qualitative Studie zu den Effekten von Regiogeld-Initiativen. VDM, Müller, Saarbrücken 2007, ISBN 978-3-8364-0302-3.
  19. Preisverleihung 2010, abgerufen am 8. September 2014.
  20. Veröffentlicht als: Oliver Stengel: Suffizienz. die Konsumgesellschaft in der ökologischen Krise (= Wuppertaler Schriften zur Forschung für eine nachhaltige Entwicklung. Band 1). Oekom, München 2011, ISBN 978-3-86581-280-3 (PDF, 10 MB).
  21. Preisverleihung 2012, abgerufen am 8. September 2014.
  22. Veröffentlicht als: Gerolf Hanke: Regionalisierung als Abkehr vom Fortschrittsdenken? Zur Unvereinbarkeit von starker Nachhaltigkeit und klassischer Modernisierung. Metropolis, Marburg 2013, ISBN 978-3-7316-1050-2.
  23. Veröffentlicht als: Anja Humburg: Post-growth on the move. the environmental movement as agent of change for the transition to a post-growth economy ; evidence from Germany (= Impulse zur Wachstumswende. Band 7). Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, Wuppertal 2012 (PDF, 1,6 MB).
  24. Preisverleihung 2014, abgerufen am 8. September 2014.
  25. Veröffentlicht als: Corinna Burkhart: Who says what is absurd? A case study on being(s) in an alternative normality. Vereinigung für Ökologische Ökonomie e.V., Heidelberg 2015, ISBN 978-3-9811006-4-8 (PDF, 1.1 MB).
  26. Veröffentlicht als: Dirk Posse: Zukunftsfähige Unternehmen in einer Postwachstumsgesellschaft. Eine theoretische und empirische Untersuchung. Vereinigung für Ökologische Ökonomie e.V., Heidelberg 2015, ISBN 978-3-9811006-2-4 (PDF, 1 MB).
  27. Preisverleihung 2016, abgerufen am 15. Oktober 2016.
  28. Veröffentlicht als: Johannes Buhl: Rebound-Effekte im Steigerungsspiel: Zeit- und Einkommenseffekte in Deutschland. Nomos, Baden-Baden 2016, ISBN 978-3-8487-2823-7.