Karin Dor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karin Dor (2015)

Karin Dor, auch Rose Dor (* 22. Februar 1938[1] als Kätherose Derr in Wiesbaden; † 6. November 2017 in München), war eine deutsche Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dor versuchte sich in jungen Jahren zunächst als Filmkomparsin, wobei sie Gefallen an der Arbeit vor der Kamera fand. Von 1954 bis 1968 war sie mit dem 30 Jahre älteren österreichischen Regisseur Harald Reinl verheiratet, der ihr ihre erste Sprechrolle verschaffte und sie danach in vielen seiner Filme einsetzte. Bei der Hochzeit 1954 gab Dor sich angeblich als zwei Jahre älter aus, um ohne Schwierigkeiten heiraten zu können; deshalb wird in manchen Schriften 1936 als ihr Geburtsjahr genannt.

In den 1960er Jahren zählte sie zu den populärsten Darstellerinnen des deutschen Unterhaltungskinos. Sie spielte in mehreren Kinoserien mit, unter anderem in Karl-May- und Edgar-Wallace-, Dr.-Mabuse- und Fu-Manchu-Verfilmungen. Darin war sie zumeist die „verfolgte Unschuld“, die entschlossen und tapfer dem Schurken trotzte, bis sie durch den „Guten“ errettet wurde.

Dreimal spielte sie die weibliche Hauptrolle in Karl-May-Filmen: 1962 an der Seite von Götz George in Der Schatz im Silbersee, 1964 als Ribanna, die große Liebe von Winnetou, in Winnetou 2. Teil sowie 1968 in Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten. 1994 erhielt sie den Scharlih-Preis, die bekannteste Auszeichnung, die mit dem Namen Karl May verbunden ist.

International bekannt wurde Dor durch den Film James Bond 007 – Man lebt nur zweimal (1967) und durch Topas von Alfred Hitchcock (1969). Sie starb dort spektakuläre Filmtode: Im Bond-Film wurde sie als rothaarige Agentin Helga Brandt von Piranhas gefressen, bei Hitchcock als Kubanerin Juanita von ihrem eifersüchtigen Liebhaber erschossen. Hitchcock wollte die Sterbeszene wie eine Liebesszene aussehen lassen. Die Kamera war direkt über ihr und ihrem Szenenpartner John Vernon positioniert. Man hört den Schuss, Dor fällt zu Boden, und ihr violettfarbenes Kleid öffnet sich wie eine Blüte. Hitchcock hatte dafür an dem Kleid Fäden anbringen lassen, an denen von mehreren Personen außerhalb des Kamera-Blickwinkels im Moment des Fallens gezogen wurde.

Bis in die frühen 1970er Jahre erhielt sie immer wieder Gastrollen in internationalen Film- und auch Fernsehproduktionen wie Ihr Auftritt, Al Mundy (1969) oder Der Chef (1970). Die allgemeine Filmflaute in jener Zeit, ihre Scheidung von Harald Reinl (1968) und eine Krebserkrankung beeinträchtigten zwischenzeitlich ihre Karriere als Schauspielerin.[2]

Dor heiratete 1972 den Kaufmann Günther Schmucker; die Ehe wurde 1974 geschieden. 1985,[3] nach anderen Angaben 1988,[4] heiratete sie den Stuntman George Robotham und lebte dann lange Zeit in den Vereinigten Staaten. Mit ihrem an Alzheimer erkrankten dritten Ehemann kehrte sie wieder nach Deutschland zurück. Robotham starb im Februar 2007 in Bonn im Alter von 86 Jahren.

Karin Dor orientierte sich neu und spielte daraufhin viel Theater, in Klassikern wie Tartuffe oder auch in Boulevardkomödien wie Der Neurosenkavalier, mit dem sie weit über 500-mal auftrat. Sie wirkte auch gelegentlich noch in Fernseh- und Kinoproduktionen mit. Ihr Comeback im Kino hatte sie 2006 in Ich bin die Andere als alkoholkranke Mutter von Katja Riemann. Seit August 2008 spielte sie in der eigens für sie geschriebenen Komödie Man liebt nur dreimal oder Die Katze am Theater in der Komödie im Bayerischen Hof in München.[5] Kurze Zeit nach einem Sturz im Juli 2016 trat sie wieder in der Komödie im Bayerischen Hof auf, erholte sich aber bis zu ihrem Tod nicht mehr von den Unfallfolgen.[6] Sie starb am 6. November 2017 im Alter von 79 Jahren in einem Münchener Pflegeheim.[7]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schauspielerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehshows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karin Dor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1936 laut Eintrag im Munzinger
  2. Karin Dor. In: Internationales Biographisches Archiv, 25/2007 vom 23. Juni 2007, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 18/2015 (abgerufen via Munzinger Online).
  3. Roman Schliesser: Die Supernase. Karl Spiehs und seine Filme. Verlag Carl Ueberreuter, Wien 2006, S. 30.
  4. Laut filmportal.de
  5. „Man liebt nur dreimal“ – Bond-Girl Karin Dor in der Komödie im Bayerischen Hof. auf isarbote.de
  6. Sorge um Ex-Bondgirl. Focus.de, Abgerufen am 14. Oktober 2017.
  7. Schauspielerin Karin Dor stirbt mit 79 Jahren. In: focus.de 8. November 2017.