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Kemnitz (Dresden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kemnitz
Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden
Koordinaten: 51° 4′ N, 13° 40′ OKoordinaten: 51° 4′ 15″ N, 13° 40′ 4″ O
Höhe: 103–150 m ü. NN
Eingemeindung: 1. April 1921
Postleitzahl: 01157
Vorwahl: 0351
KarteLandkreis BautzenLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeLandkreis MeißenAltfrankenAltstadt IAltstadt IIBlasewitzBorsbergBrabschützBriesnitzBühlauCoschützCossebaudeCottaCunnersdorfDobritzDölzschenDresdner HeideEschdorfFriedrichstadtGönnsdorfGomlitzGompitzGorbitzGostritzGroßlugaKleinlugaGroßzschachwitzGrunaHelfenbergHellerauGitterseeHellerbergeHosterwitzKaditzKaitzKauschaKemnitzKleinpestitzKleinzschachwitzKlotzscheKrieschendorfLangebrückLaubegastLausaLeubenLeubnitz-NeuostraLeuteritzLeutewitzLockwitzLöbtauLoschwitzMalschendorfMarsdorfMerbitzMeußlitzMicktenMobschatzMockritzNaußlitzNeustadtNickernObergohlisNiedergohlisNiederpoyritzNiedersedlitzNiederwarthaOberpoyritzOberwarthaOckerwitzOmsewitzPappritzPennrichPieschenPillnitzPlauenPodemusProhlisRäcknitzReickReitzendorfRennersdorfRochwitzRoitzschRossendorfRoßthalSchönbornSchönfeldSchullwitzSeidnitzSöbrigenSporbitzSteinbachStetzschStrehlenStriesenTolkewitzTornaTrachauTrachenbergeÜbigauUnkersdorfWachwitzWeißer HirschWeißigWeixdorfWilschdorfWölfnitzZaschendorfZöllmenZschertnitzZschieren
Karte
Lage der Gemarkung Kemnitz in Dresden
Siegelmarke der Gemeinde Kemnitz (zwischen 1850 und 1923)

Kemnitz ist ein Stadtteil von Dresden und gehört zum Stadtbezirk Cotta. Er ist im Westen von Dresden an der Mündung des Zschonerbaches in die Elbe zwischen den Stadtteilen Briesnitz und Stetzsch gelegen. Es wird zum statistischen Stadtteil Briesnitz gezählt, innerhalb dessen der Ortsteil den statistischen Bezirk 982 Kemnitz bildet.

Das ehemalige Platzdorf Kemnitz wurde erstmals im Jahre 1254 urkundlich erwähnt. Der Ortsname der ursprünglich slawischen Siedlung kommt wie bei Chemnitz vom sorbischen Wort kamenica und bedeutet so viel wie Steinbach (vgl. sorbisch kamjeń, ‚Stein‘). Das Dorf umfasste im Jahre 1324 sechs Hufen, eine Mühle, einen Garten sowie eine Fischfangstelle mit einer Jehse. Es wurde in jenem Jahr Eigentum der Meißner Domherren Heinrich und Albrecht von Guben:[1]

  • Kemnitz ... sex mansis et de uno molendino et uno horto ... una piscatura, quae vocatur Geze.[2]

Diese Mühle fand nochmals am 16. Februar 1350 Erwähnung, zusammen mit der Fischfangstelle (der Jehse):

  • totam villam Kempnicz cum molendino et piscatura[3]

Der am Westufer der Elbe gelegene Ortsteil wird von der Elbebrücke der Bundesautobahn 4 geprägt, für deren Errichtung – nach dem hier feierlich erfolgten ersten Spatenstich am 21. März 1934[4] – im darauffolgenden Jahr der alte Ortskern mit einem Großteil der alten Bauernhöfe des Ortes und der frühere Dorfgasthof abgerissen werden mussten, um Platz für die Anschlussstelle Dresden-Altstadt zu schaffen. Hier befand sich wohl ursprünglich auch die 1324 erwähnte Mühle, die nicht mit der Weltemühle im Zschonergrund identisch gewesen sein soll.[1]

Etwa um 1900 stiegen die Einwohnerzahlen im Kemnitz und es entstanden in der Folgezeit weitere Siedlungen in der oberen Ortslage des Elbhangs und im Westen von Kemnitz.[1] Hatte die Gemeinde im Jahre 1890 noch 306 Einwohner, war die Einwohnerschaft bis 1910 auf 1372 gestiegen.[5] Am 1. April 1921 wurde Kemnitz schließlich gemeinsam mit Briesnitz, Stetzsch und Leutewitz nach Dresden eingemeindet.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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  • Naherholungsgebiet Zschonergrund mit Weltemühle und Freibad
  • Merlins Wunderland, Theater und Erlebnisrestaurant

Persönlichkeiten

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  • Clemens Otto Dürichen (* 28. Februar 1861 in Zscheila; † 16. Oktober 1907 in Cotta zuletzt wohnhaft in Kemnitz), Produkthändler, Freigutbesitzer und Privatmann
Commons: Kemnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b c d Werte der deutschen Heimat. Band 42. Akademie-Verlag, 1984, S. 238 bis 239.
  2. In: Nr. 388. 1324. 25. Apr. B. Withego II. [von Meißen] genehmigt den von den Domherrn Heinrich und Albert von Guben bewirkten Kauf dreier Dörfer bei Dresden, deren Lehen von den Inhabern ihm aufgelassen worden, und beurkundet mit Zustimmung des Capitels, daß die Erträgnisse derselben nach dem Ableben der Käufer dem Fond für bauliche Einrichtung und Unterhaltung bei der Domkirche zufallen sollen Codex diplomaticus Saxoniae regiae II 1, Nr. 388.
  3. In: Nr. 453. 1350. 16. Febr. K.[aiser] Karl IV. bestätigt dem Capitel [Meißen] auf dessen Bitte alle Privilegien, Güter und Renten in namentlicher Aufzählung der letzteren. Codex diplomaticus Saxoniae regiae II 1, Nr. 453.
  4. Dresdner Neueste Nachrichten vom 22. März 1934, S. 3.
  5. Werte der deutschen Heimat. Band 42. Akademie-Verlag, 1984, S. 240.