Dobritz (Dresden)

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51.01888888888913.810833333333Koordinaten: 51° 1′ 8″ N, 13° 48′ 39″ O

Dobritz
Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden
Höhe: 112–120 m ü. NN
Eingemeindung: 1. April 1921
Postleitzahlen: 01237, 01257
Vorwahl: 0351
Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Meißen Altfranken Altstadt I Altstadt II Blasewitz Borsberg Brabschütz Briesnitz Bühlau Coschütz Cossebaude Cotta Cunnersdorf Dobritz Dölzschen Dresdner Heide Eschdorf Friedrichstadt Gönnsdorf Gomlitz Gompitz Gorbitz Gostritz Großluga Kleinluga Großzschachwitz Gruna Helfenberg Hellerau Gittersee Hellerberge Hosterwitz Kaditz Kaitz Kauscha Kemnitz Kleinpestitz Kleinzschachwitz Klotzsche Krieschendorf Langebrück Laubegast Lausa Leuben Leubnitz-Neuostra Leuteritz Leutewitz Lockwitz Löbtau Loschwitz Malschendorf Marsdorf Merbitz Meußlitz Mickten Mobschatz Mockritz Naußlitz Neustadt Nickern Obergohlis Niedergohlis Niederpoyritz Niedersedlitz Niederwartha Oberpoyritz Oberwartha Ockerwitz Omsewitz Pappritz Pennrich Pieschen Pillnitz Plauen Podemus Prohlis Räcknitz Reick Reitzendorf Rennersdorf Rochwitz Roitzsch Rossendorf Roßthal Schönborn Schönfeld Schullwitz Seidnitz Söbrigen Sporbitz Steinbach Stetzsch Strehlen Striesen Tolkewitz Torna Trachau Trachenberge Übigau Unkersdorf Wachwitz Weißer Hirsch Weißig Weixdorf Wilschdorf Wölfnitz Zaschendorf Zöllmen Zschertnitz ZschierenKarte
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Lage der Gemarkung Dobritz in Dresden

Ortslage Dobritz mit Leubener Kiessee, der etwa zur Hälfte innerhalb der Dobritzer Gemarkung liegt
Denkmalgeschützte Mühle Altdobritz 15
Das Hochhaus des „Schokopack" auf Reicker Flur
S-Bahn "Coladose" in markanter Lackierung bei Einfahrt in den Hp. Dobritz. Anfang der 1990er Jahre
Altdobritz 13 Geburtshaus Robert Sterl

Dobritz ist ein Stadtteil der sächsischen Landeshauptstadt Dresden und liegt zwischen den Stadtteilen Reick, Niedersedlitz, Leuben, Laubegast, Tolkewitz und Seidnitz. Es liegt anteilig in den statistischen Stadtteilen Leuben mit Dobritz-Süd, der zum Ortsamtsbereich Leuben gehört, und Seidnitz/Dobritz, der Teil des Ortsamtsbereichs Blasewitz ist.

Erste Erwähnung[Bearbeiten]

Dobritz wurde das erste Mal unter dem Namen „Doberwicz“ 1379 urkundlich erwähnt. Doberwicz bedeutet „Leute eines Dobr“, Dobr ist wahrscheinlich der Anführer der Leute gewesen. Doberwicz und Dobritz kommen aus dem Slawischen.

Grundlegendes[Bearbeiten]

Früher bestand Dobritz aus den Dörfern „Großdobritz“, „Kleindobritz“ und „Lippen“. Aus Lippen sind aber mit der Zeit die Menschen ausgewandert, bis es komplett leer stand und zu einer Wüstung in Dresden wurde. Der Gemeinderat beschloss 1839, dass Groß- und Kleindobritz ein Ort werden, doch erst um 1900 wurden beide Orte als „Dobritz“, beispielsweise in Karten, bezeichnet. Davor wurden immer noch zwei verschiedene Dörfer angegeben.

Im Jahre 1890 zählte Großdobritz etwa 200 Einwohner, Kleindobritz 76. Die Leute lebten größtenteils vom Ackerbau, aber auch von der Spinnerei, der Strohflechterei, der Weberei und der Bleicherei.

Ab 1495 gehörte Dobritz zur Kirchengemeinde Leuben. Bis 1883 mussten die Schüler aus Dobritz nach Leuben in die Schule gehen. 1881 begann Dobritz, eine eigene Schule zu bauen.

Wandel von Dobritz[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts verlor Dobritz sein Bauernimage. 1884 siedelte sich eine Gardinenfabrik an der Bahnstrecke Dresden-Bodenbach an, die 400 Arbeiter beschäftigte. Die Gardinenfabrik gibt es noch heute. Im Jahre 1895 zogen viele Gärtnereien von Striesen nach Dobritz. Der Ort wurde Arbeiterwohnort für Firmen aus Niedersedlitz. Dadurch musste 1908 eine neue Schule gebaut werden. 1912 kam der Hauptsitz der Dresdner Gardinen- und Spitzenmanufaktur nach Dobritz. Deswegen wurden 620 neue Wohnungen auf der Georg-Marwitz-Straße und Breitscheidstraße gebaut. Georg Marwitz war der Besitzer der Dresdner Gardinenmanufaktur. 1923 war die neugebaute Schule von 1908 durch das starke Einwohnerwachstum schon wieder zu klein und musste vergrößert werden.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Am 1. April 1921 wurde Dobritz zusammen mit Leuben und anderen Vororten zu Dresden eingemeindet. Die Gemeinde Dobritz stellte als Bedingung zur Eingemeindung, dass spätestens 1923 das Straßenbahnnetz bis Dobritz erweitert wird. Doch wegen Finanzierungsproblemen wurde erst am 1. September 1925 die Strecke vom „Betriebshof Reick“ zum „Abzweig nach Reick“ fertiggestellt. Einen Monat später war dann auch die Strecke von Seidnitz nach Leuben über „Abzweig nach Reick“ fertig. Nun war Dobritz vollständig an das Straßenbahnnetz Dresdens angeschlossen. Die Strecken werden heute noch betrieben, sie wurden aber teilweise ausgebaut. Neue Strecken wurden keine mehr angelegt.

Nachkriegszeit und Sozialismus[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gardinenmanufaktur neu aufgebaut, und es entstanden viele neue Industriebauten. Der Größte wurde von 1957 bis 1964 auf einem unbebauten Stück Land an der Breitscheidstraße gebaut. Der Betrieb stellte Schokoladen- und Verpackungsmaschinen her und wurde deshalb im Volksmund „Schokopack“ genannt, sein eigentlicher Name war „VEB Schokoladen- und Verpackungsmaschinen“. Durch den gestiegenen Berufsverkehr wurde ein Haltepunkt für Züge am 1. Juli 1971 in Betrieb genommen. Doch eigentlich liegt der „Haltepunkt Dresden-Dobritz“ genauso wie die Schokopack auf der Gemarkung von Reick.

Ab 1966 wurden verstärkt Wohnungen gebaut, beispielsweise das Wohngebiet Franz-Mehring-Straße. Von 1970 bis 1975 wurde das Neubaugebiet Leuben auf den ehemaligen Feldern von Dobritz und Leuben errichtet.

Seit dem Jahrtausendwechsel[Bearbeiten]

Um die Jahrtausendwende wurde die Straße Moränenende im Zuge des „Pilotprojektes Linie 2“ der Dresdner Verkehrsbetriebe und der Stadt Dresden komplett umgestaltet. So wurde der Fußweg zwischen Breitscheidstraße und Pirnaer Landstraße („Abzweig nach Reick“) zu einer Straße und die darauf befindliche Straßenbahnstrecke zweigleisig ausgebaut. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch der nördliche Ausgangsteil des Prohliser Landgrabens freigelegt. Am anderen Ende des Moränenendes wurde die Eisenbahnbrücke und der Haltepunkt Dobritz komplett umgestaltet. Die Eisenbahnstrecke wurde wieder viergleisig ausgebaut, und der Haltepunkt auf die Brücke verlegt. Der Zughalt wurde zu einem zeitgemäßen Umsteigepunkt zwischen S-Bahn, Bus und Straßenbahn mit Aufzug und Rolltreppen umgebaut.

Das seit Jahren leer stehende Verwaltungsgebäude des VEB Schokopack sollte zum Seniorenzentrum umgebaut werden. Da es sich jedoch um ein Gewerbegebiet handelt, will die Stadt dem Vorhaben des Investors nicht zustimmen. Ein Abriss des 1957 errichteten Hochhauses ist aus Denkmalschutzgründen nicht möglich. Der Eigentümer sieht nun eine Nutzung durch die Technische Universität als Lösung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Robert Sterl (1867–1932), Maler und Kunstprofessor
  • Olga Körner (1887–1969), Protagonistin der deutschen Arbeiterbewegung

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dresden-Dobritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien